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Auf dem Weg nach Peking

30.06.2008

Im German Top Team Paralympics Beijing 2008 unterstützt die Deutsche Telekom Athleten mit Behinderungen auf ihrem Weg zu den Paralympics in Peking. Knapp vier Monate vor dem Start der Wettkämpfe berichtet Holger Nikelis, Paralympics-Sieger im Rollstuhltischtennis, als aus dem German Paralympics Top Team

hLiebe Telekom.com-Leser,


seit ein paar Wochen läuft meine heiße Vorbereitungsphase auf die Paralympics in Peking. Was ich bis dahin erlebe, vor allem in sportlicher Hinsicht, darüber werde ich hier berichten. Ich freue mich darauf, als Mitglied des German Top Team, mit aktuellen Berichten und Beiträgen rund um das Thema Paralympics Einblick in meinen Sport und mein alltägliches Leben zu geben. In meinen Augen ist das eine einmalige Chance, viele Menschen für den paralympischen Sport zu begeistern.

Rollstuhltischtennisspieler Holger Nikelis.

Rollstuhltischtennisspieler Holger Nikelis.

Aber vielleicht erstmal ein paar Sätze über mich: Mein Name ist Holger Nikelis, ich bin 30 Jahre alt und wohne in Köln. 1995 hatte ich einen Badeunfall und sitze seitdem mit einer Querschnittlähmung im Rollstuhl. Tischtennis war schon seit der Kindheit mein Lieblingssport und er hat mir in der Phase nach dem Unfall geholfen, in meinem "neuen" Leben zurecht zu kommen. Mit der Zeit wurde der Trainingsaufwand größer, doch die wachsenden Erfolge belohnten mich dafür. Sportliche Höhepunkte bisher waren sicherlich die Goldmedaille bei den Paralympics 2004 in Athen und der Gewinn der Weltmeisterschaft 2006 in der Schweiz.


Mission Titelverteidigung
Mein erklärtes Ziel in Peking ist die Titelverteidigung und nur darauf sind die verbleibenden vier Monate ausgelegt. Denn am 7. September geht es für mich los. Schon einen Tag nach der Eröffnungsfeier der Paralympics habe ich um 16 Uhr Ortszeit mein erstes Spiel, nur der Gegner steht noch nicht fest. Doch bis es soweit ist, stehen noch etliche Trainingseinheiten, Wettkampfphasen und andere Termine an, über die ich an dieser Stelle zum Teil auch berichten werde.


Die erste größere Wettkampfphase ist gerade vorbei. Im Zeitraum von knapp zwei Wochen fanden die Deutsche Meisterschaft, die Austrian Open und die Slovenian Open statt. Sehr anstrengend, alleine schon durch die Reiserei, aber trotzdem erfolgreich. Nach verpatzten Finalspielen bei der Deutschen Meisterschaft in den letzten beiden Jahren konnte ich mir dieses Jahr zum fünften Mal den nationalen Titel holen. In Österreich und Slowenien reichte es jeweils "nur" zu Platz zwei. In beiden Finalspielen musste ich mich dem Weltranglistenführenden Andreas Vevera aus Österreich geschlagen geben. Momentan läuft die Videoanalyse der beiden Finalspiele, so dass diese Erkenntnisse jetzt ins Training fließen und das nächste Aufeinandertreffen, vermutlich bei den Slovak Open in zwei Wochen, hoffentlich zu meinen Gunsten enden wird.


Integration durch Sport
Anfang Mai hatte ich übrigens noch einen sportlichen Auftritt der anderen Art: An der Deutschen Sporthochschule in Köln habe ich als Gastreferent mit angehenden Sportlehrern über die Möglichkeiten der Integration durch den Sport und über das Leben eines paralympischen Athleten berichtet. Dabei ging es zum Beispiel über die Struktur des Behindertensports in Deutschland und seine Finanzierungsmöglichkeiten. Oder auch um meinen persönlichen Umgang mit meiner Behinderung und die alltäglichen Herausforderungen. Beides Themen, die ich in den nächsten Monaten auch hier ansprechen möchte.

Über die Pfingsttage hatte ich mir dann eine kleine Trainingspause gegönnt, aber seitdem heißt es wieder: tägliches Training. Und bei dem schönen Wetter finde ich es gerade wirklich schade, dass Tischtennis eine Hallensportart ist.


Bis bald, Ihr Holger.