Mehrwert durch intelligente Stromzähler

Es ist ein Teil eines CD-Players zu sehen, im Display leuchtet das Wort „Standby“ auf. Rechts daneben hält eine Hand ein Smartphone.

Smart Meter ermöglichen den Kunden, ihre Energiebilanz zu verbessern und Geld zu sparen.

Die Ferraris-Scheiben der analogen Stromzähler haben bald ausgedient. Schlaue Stromzähler – Smart Meter – sind auf dem Vormarsch. Sie ermöglichen den Nutzern, Strom zu sparen und bilden die Grundlage für das Energienetz der Zukunft.

Die Deutsche Telekom hat bereits einige Kommunen mit der neuen Infrastruktur ausgestattet – das Feedback ist positiv. Bis 2020 sollen europaweit rund 20 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs durch Biomasse, Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft produziert werden, so die Vorgabe der EU. Das deutsche „Erneuerbare Energien Gesetz“ schreibt beim Strom sogar 35 Prozent vor. Der flächendeckende Einbau intelligenter Stromzähler in den Haushalten gilt als Schlüssel für die Energiewende. Denn sie liefern Daten in Echtzeit, – wann, wo und wie viel Strom dezentral in die Netze fließt und wie viel Strom die Verbraucher abnehmen.

Gleichgewicht halten
So ermöglichen die Smart Meter den Energieversorgern, die durch dezentrale, regenerative Energieerzeuger bedingten Schwankungen in Produktion und Verbrauch abzufangen und das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen. Die EU hat ihre Mitgliedsstaaten verpflichtet, bis 2020 rund 80 Prozent der Haushalte damit auszustatten. Die Telekom ist in diesem Zukunftsmarkt bereits aktiv: Mit Voltaris, Experte für den Messstellenbetrieb, hat sie einen Vertrag mit über den Ausleseservice für bis zu 100.000 Stromzähler geschlossen – die Grundlage für das Energienetz der Zukunft im Südwesten Deutschlands.

Stromverbrauch im Blick
Darüber hinaus hat die Telekom in Friedrichshafen und in Emden bereits viele Haushalte mit Smart Metern versorgt. Über ein interaktives Internetportal können die Nutzer ihren Energieverbrauch jederzeit verfolgen, auswerten und überwachen – ob am PC, mit dem Smartphone oder über den Fernseher. „Jetzt habe ich ein viel besseres Gefühl dafür, wo der Strom bei mir hingeht“, sagt Stefan Dunkenberger aus Friedrichshafen. „Mein alter Gefrierschrank war ein großer Stromfresser – den habe ich sofort abgeschaltet. Nachts schalte ich alle Geräte mit einem Mehrfachstecker aus und vermeide dadurch Stromverbrauch durch Standby-Funktionen.“

Andere Zeiten, andere Preise
Neben dem Abruf aktueller Zählerstände hat Dunkenberger die Möglichkeit, Verbrauchsanalysen nach Stunden, Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren sowie Vergleiche mit früheren Zeiträumen durchzuführen. Die Anzeige erfolgt wahlweise als Grafik oder in Tabellenform. Den größten Vorteil sieht er jedoch darin, dass er über das Portal außerdem sehen kann, zu welchen Zeiten der Strom am preiswertesten ist: „Danach richte ich größere Waschaktionen aus und spare so jede Menge Kosten.“ Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste und des Fraunhofer-Verbunds Energie hat ergeben, dass sich allein durch eine zeitliche Umverteilung des Stromverbrauchs in privaten Haushalten rund zehn Terawattstunden pro Jahr einsparen lassen – eine Kapazität von zehn bis 15 großen Kohlekraftwerken. So profitieren Umwelt, Wirtschaft und Endverbraucher von „smarter“ ICT.

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