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Klaus vom Hofe

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Geistesblitz und Tüftelei: Erfinder bei der Telekom

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Eine Brötchentüte, die sich zum Brotkorb aufklappen lässt. So eine Idee kam mir vor Jahren beim Frühstück. Kann man das mit einem Patent schützen lassen? Was es dazu braucht, habe ich von meinem Telekom-Kollegen Gerhard Kramarz-von Kohout erfahren. Er nennt vier persönliche Punkte, die ihn als Erfinder ausmachen. Von ihm stammen 14 der rund 8.000 Patente des Unternehmens. Ein neues kommt bald hinzu.

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Als die Nachricht vom Europäischen Patentamt kam, hätte Gerhard Kramarz-von Kohout vor Freude fast einen Luftsprung gemacht: Noch diesen Sommer erhält seine neueste Erfindung ein Patent. Eine Lösung, mit der Bürger via App Polizei und Rettungsdienste benachrichtigen können. „Bisher erreicht man die Leitstellen nur per Telefon und Fax“, sagt er. Was, wenn Opfer nicht sprechen können oder wollen? Aus welchem Grund auch immer. Sie hätten keine Chance, von unterwegs Polizei und Feuerwehr zu benachrichtigen.

Dem Erfinder ist leicht anzumerken, wie viele Emotionen die anstehende Patenterteilung auslöst. „Mitunter dauert die Prüfung bei den Patentämtern einige Jahre - diesmal ging alles viel schneller. Es fühlt sich einfach toll an, wenn die eigene Erfindung patentiert wird“, sagt er. Der Kollege, der im Sicherheitsbereich der Telekom arbeitet, hat schon viele Erfindungen bei der Patentabteilung eingereicht. 14 seiner technischen Lösungen wurden bereits patentiert. Darunter etwa die Erfindung der Audionachricht, die parallel viele Empfänger erreichen soll. Letztere wurde bei der Telekom verwendet, um Mitarbeiter und Interessenten täglich mit professionell produzierten Nachrichten und O-Tönen des Tages zu versorgen. Inzwischen hat ein anderes Angebot den Dienst abgelöst: News, die die Unternehmenskommunikation etwa per WhatsApp auf die Handys von Abonnenten schickt.

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Gerhard Kramarz-von Kohout

"Mensch, das kann man doch anmelden"

Fest steht: Patente helfen der Telekom, Alleinstellungsmerkmale zu finden und zu schützen. Weltweit verfügt das Unternehmen über 8.000 Patente für technische Lösungen. Allein 2016 haben die Kollegen rund 230 Erfindungen gemeldet. Davon wurden fast 200 erstmalig zum Patent angemeldet. Eine sehr gute Quote. Auf die bald 15 Patente angesprochen, reagiert Gerhard Kramarz-von Kohout bescheiden. Er verweist darauf, dass er bei weitem nicht der einzige aktive Erfinder bei der Telekom sei.

Wie kam er darauf, dass seine Lösungen patentfähig sein könnten? 1990 stieg er bei der bei der Detecon in die Mobilfunkbranche ein. Er hatte Mathematik studiert und dabei das Thema Kryptografie als Steckenpferd für sich entdeckt. Technik und Sicherheit waren schon immer seine Themen, auch als er bei einem Frankfurter Unternehmen Ende der 80er Jahre das noch heute genutzte Bezahlen per Scheckkarte und PIN mitentwickelte. Verschlüsselung spielt auch in den Mobilfunknetzen eine Rolle.

Doch Patente? Damit hatte er nichts zu tun. Das kam erst, als er einem Kollegen aus der Technik von einer Idee erzählte. „Mensch, das kann man doch anmelden.“ Gesagt, getan. Und was macht ihn als Erfinder aus? Gerhard Kramarz-von Kohout nennt vier persönliche Punkte:

  1. Know-how: Ohne Wissen und Erfahrung geht es nicht. Schließlich müssen Lösungen und Prozesse gefunden werden, die ein bestimmtes technisches Problem lösen.
  2. Offen sein, viel lesen und mit anderen reden. Um Ideen weiterzuentwickeln, braucht es Futter und unterschiedliche Standpunkte.
  3. Beharrlich sein, fleißig und ehrgeizig: Geistesblitze kommen oft von selbst. Anschließend muss die Technik dahinter aber definiert werden - und damit geht die Arbeit los.
  4. Der Flow: „Gedanken werden geschmeidig.“ Aus Gedanken werden Ideen. Aus Ideen werden Lösungen. Irgendwann ist der Geist „im Flow“. Dann kann es losgehen. So kam er mal beim Tanzen in der Disko trotz (oder wegen) lautester Rockmusik darauf, wie er eine Idee ausarbeiten könnte. Oder – ebenfalls mit viel Musik – im Auto auf dem Rückweg von einer Dienstreise.

Innerlich Feierabend zu machen, liegt Gerhard Kramarz-von Kohout fern. Auch sich ins stille Kämmerlein zurückziehen und so Ideen und Lösungen zu finden, ist nicht sein Weg. Immer wieder neue äußere Reize, Bewegung und Veränderung - privat wie im Beruf - formen seine Sicht auf die Dinge und machen ihn kreativ. Und meist sehr zufrieden, wie er für sich festgestellt hat.

Vielleicht sollte ich seinem Beispiel folgen und die Brötchenkorbidee zum Fliegen bringen? Verlockend wäre das schon. Mal sehen. 

2016: Rund 200 neue Patentanmeldungen von der Telekom
Patente werden auf allen Gebieten der Technik für Erfindungen erteilt, die neu und schöpferisch sind. Sie können sich also in Produkten oder Verfahren wiederfinden und schützen bei der Deutschen Telekom die Innovationskraft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und das funktioniert immer besser: Wurden der Patentabteilung im Jahr 2015 noch 174 Erfindungen gemeldet, so waren es im Jahr 2016 schon rund 230. Davon wurden rund 200 dann erstmalig als Patent angemeldet. Tendenz weiter steigend. Insgesamt verfügt die Deutsche Telekom über ein Patentportfolio von rund 8.000 Einzelschutzrechten weltweit.

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