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Philipp Blank

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Spionage-Berichte: Ein roter Kringel auf einem Chart

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„Der Spiegel“ berichtet darüber, dass die NSA angeblich das Netz der Telekom angezapft habe. Als Beleg dafür gibt es aber lediglich einen Kringel um unseren Namen in Snowden-Unterlagen. Wochenlange Untersuchungen gemeinsam mit den „Spiegel“-Experten haben keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass unser Netz tatsächlich manipuliert wurde.

Mitte Juli hatte uns der „Spiegel“ mit Informationen aus Unterlagen von Edward Snowden konfrontiert. Darin enthalten ist ein Chart (siehe Bild), in dem unser Netz markiert ist. Es handelt sich dabei um unser weltweites Backbone, das Rückgrat des Internetverkehrs. Der „Spiegel“ zitiert die Legende zu diesem Chart damit, dass es dort Zugangspunkte für die technische Überwachung gebe. Wir haben uns gemeinsam mit den IT-Experten des „Spiegel“ sofort an die Untersuchung gemacht und auch unsere Forensiker an die Analyse gesetzt. Ergebnis nach wochenlanger Recherche: Für eine Manipulation unserer Netze konnten wir keine Anhaltspunkte feststellen.

Bisher gibt es also nicht mehr als ein Chart mit einem roten Kringel. Natürlich nehmen wir diesen Hinweis sehr ernst und haben auch die deutschen Sicherheitsbehörden eingeschaltet. Der Zugriff ausländischer Geheimdienste auf unser Netz wäre völlig inakzeptabel. Einen Nachweis, dass unser Netz in Deutschland und Europa manipuliert wurde, gibt es aber nicht.

Näher liegt eine andere These: Der Internetverkehr verläuft weltweit und hat seine wichtigsten Knotenpunkte in den USA. Wenn der amerikanische Geheimdienst darauf zugreifen möchte, kann er es von dort aus auf eigenem Hoheitsgebiet und auf Grundlage amerikanischer Gesetze tun.

Nicht ohne Grund haben wir deshalb den Vorschlag des Internets der kurzen Wege  gemacht: Wenn Ausgangs- und Endpunkt einer Kommunikation in Kontinentaleuropa liegen, sollte der Verkehr diese Grenzen nicht verlassen. Dann haben es auch Geheimdienste von außerhalb viel schwerer, darauf zuzugreifen. Dieser Vorschlag ist immer noch aktuell. Soweit wir können, haben wir ihn bereits umgesetzt. Das könnten so auch alle anderen Netzbetreiber in Europa tun.

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