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Andreas Kadelke

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So werden wir 5G erleben – Experten erklären den neuen Standard

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5G ist aktuell zwar in aller Munde, aber für viele noch Neuland. Darum haben wir beim jüngsten telegraphen_lunch zwei Experten gebeten, den neuen Kommunikationsstandard zu erklären: Alexander Lautz, Programmleiter 5G bei der Telekom, und Darius Pajouh, Co-Gründer des Start-ups Visualix. Passender Ort dafür war die 5G Garage des Telekom-Inkubators hubraum.

Die 5G-Technolgie baue evolutionär auf den bestehenden Technologien 4G (also LTE) und Glasfaser auf, sagte Alexander Lautz. Eine der Gründe, der die Einführung von 5G nötig mache, sei der ständig wachsende Datenhunger. Der Datendurchsatz durch die Netze steige jährlich um rund 40 Prozent an. „Keine andere Industrie erlebt solche Wachstumsraten“, sagte Lautz. Die Kunden wollten dabei ganz selbstverständlich immer und überall Internet haben.

Auf der anderen Seite schreite auch die Entwicklung von Smartphones rasant voran. Aktuelle 5G-Modell haben sechs (!) eingebaute Kameras und können ultrahochauflösende Videos in 4K aufnehmen. „Diese Handys sind kleine Filmstudios“, so Lautz. Für ihn ist es „ingenieurstechnisch sensationell“, dass die Antennen zum Empfang von 5G in so kleine Geräte passen. (Und tatsächlich: Wer einmal sehen will, wie groß die 5G-Empfangstechnologie vor noch nicht einmal zwei Jahren war, sollte sich diese Folge unserer Netzgeschichten zu 5G anschauen.)

Die Menschen werden 5G nach Ansicht von Lautz zum Beispiel über Augmented-Reality-Anwendungen erleben, also über virtuelle Inhalte, die in die reale Welt projiziert werden. Für Touristen kann das interessant sein, wenn sie durch eine fremde Stadt laufen und permanent Informationen über die fremde Umgebung auf ihr Smartphone erhalten. Oder schon sehr bald auf smarte Brillen. Die werden in der Lage sein, solche Infos in Echtzeit anzubieten, weil die nötige Rechenleistung nicht auf dem Gerät, also der Brille, stattfindet, sondern im Netz. Besonders interessant wird das natürlich auch für Arbeiter, die die Hände frei haben müssen. Zum Beispiel, wenn sie ein Gerät reparieren und die nötigen Anleitungen dafür direkt auf die Brille kommen.

Natürlich werde 5G auch in anderen Bereichen schnell einziehen, so Lautz. Zum Beispiel im Straßenverkehr oder in der industriellen Fertigung. Interessant war dabei seine Beobachtung, dass die asiatischen Länder zwar in der privaten Nutzung den Europäern voraus seien. Aber beim Thema Industrie 4.0 schaue Asien auf Europa, sagte er.

Video-Netzgeschichten

Im industriellen Umfeld bewegt sich das Start-up Visualix, dessen Geschäftsführer Darius Pajouh den Zuhörern erläuterte, warum 5G für sein Geschäft wichtig ist. Visualix nutzt eine Augmented-Reality-Lösung, um große Flächen zu vermessen und lokalisieren. So können Unternehmen virtuelle Inhalte zentimetergenau in reale Umgebungen projizieren. Ganze Arbeitsprozesse wie etwa die korrekte Bedienung einer Maschine können so virtuell in einer Fertigungshalle hinterlegt werden, und zwar exakt an der richtigen Maschine. Das kann Arbeitern beim Bedienen dieser Maschinen helfen. 5G ist laut Pajouh dabei wichtig, weil die Anwendung große Datenmengen bewegt.

Eine Herausforderung beim Aufbau des 5G-Netzes sprach Alexander Lautz an. Es sei schwierig, genügend geeignete Antennenstandorte zu finden – und Genehmigungen zu bekommen. Andere Länder seien da weiter – etwa in dem sie staatliche Gebäude für den Antennenaufbau zur Verfügung stellten. Oder mit dramatisch kürzeren Genehmigungsverfahren. In den USA werde ein Antrag binnen 60 Tagen bearbeitet. Bei uns könne eine Genehmigung auch mal 18 Monate dauern.

Die komplette Veranstaltung zum Anschauen binden wir wie immer hier im Beitrag an. Und in den Netzgeschichten auf YouTube lassen wir Alexander Lautz auch noch einmal zu Wort kommen – mit interessanten Fakten zu 5G.

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5G

Was ist 5G?

Das unterscheidet den neuen Kommunikationsstandard von vorherigen Mobilfunkgenerationen.

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