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Digital Consulting: Die Zukunft der Beraterbranche

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Digitalisierung bietet dem Consulting viele Chancen: datengestützte Entscheidungen sind fundierter, Plattformen bringen neue Geschäftsmodelle.

„Ohne Digitalisierung kein wirtschaftlicher Erfolg“ ist seit langem ein Mantra der Consulting-Branche, auch im „Center Strategic Projects“ (CSP). Damit sprechen wir unseren Kunden Telekom an und empfehlen ihm weitere Digitalisierungsschritte. Doch ich frage mich oft: Was ist mit der Beratungsbranche selbst? Wie sieht es mit unserer eigenen Digitalisierung aus? Geben wir ein gutes Beispiel?

Meiner Meinung nach gibt es hier Nachholbedarf: Einige Beratungen automatisieren nur wenig und vernachlässigen zudem andere Aspekte der Digitalisierung, etwa Datenanalysen. Zu dieser Erkenntnis kommt auch das Marktforschungsunternehmen Lünendonk. Für die Studie „Consulting 4.0“ hat es ermittelt, dass die Digitalisierung und der Einsatz von digitalen Werkzeugen und Methoden nur selten als Basis für den Beratungserfolg gesehen wird. 

Lünedonk Studie

Digitalisierung wird als Erfolgsfaktor in Beratungsprojekten geschätzt (Quelle: Lünendonk)

Doch Digitalisierung ist notwendig, Consulting-Firmen profitieren davon. Sie erkennen für ihre Kunden schneller Optionen in den Geschäftsfeldern und mögliche Veränderungen der Organisationsstruktur. Zudem beschleunigt Digitalisierung die Umsetzung von strategischen Entscheidungen.

Allerdings ist das Themenfeld recht breit, sodass eine Eingrenzung sinnvoll ist. Drei für die Praxis besonders wichtige Aspekte der Digitalisierung sind Automatisierung, Entscheidungsunterstützung und Plattformen als neues Geschäftsmodell.

Tools für die digitale Zusammenarbeit

Automatisierung macht die tägliche Arbeit in der Beratung einfacher: Teamarbeit wird leichter, Informationsaufbereitung schneller, Dokumentations- und Nachweispflichten weniger aufwendig. Aufwendig muss das nicht sein: Selbst einfache digitale Tools wie Statista erleichtern den Berateralltag deutlich. Es ergänzt das Erfahrungswissen durch aktuelle Zahlen und Fakten.

Viele digitale Werkzeuge gehen weiter und waren besonders in der Corona-Krise nützlich. Wir als der interne Berater können diese Tools besonders gut als Pioniere einsetzen und dann schnell den „Appetit“ im ganzen Konzern wecken. So konnten unsere Teams ohne lange Anpassung schnell weiterarbeiten, weil sie moderne Videokonferenz-Systeme (Zoom), Enterprise Messenger, Projektverwaltungen (Trello) und Chat-Systeme (Slack) einsetzten. Sie erlaubten die unkomplizierte Weiterarbeit trotz Homeoffice und Reisebeschränkungen. Alle Berater und Vertreter des Kunden haben damit den Zugriff auf dieselben Informationen. Dadurch wird die Kommunikation einfacher, da jeder alles jederzeit nachlesen kann.

Andere digitale Tools gehen weiter und erlauben die gemeinsame Arbeit, beispielsweise ein smarter Cloudservice wie Miro. Er überträgt bekannte Arbeitsmittel wie Magnettafeln und Moderationskärtchen in ein virtuelles Whiteboard. Das erleichtert die Teamarbeit und erlaubt auch Workshops mit Kunden. Lange Laufwege zum Büro der Team-Kollegen oder Dienstreisen sind damit weniger dringend. Durch die guten Erfahrungen mit diesen Hilfsmitteln ist klar geworden: Die digitale Zusammenarbeit ist gekommen, um zu bleiben. Gerade wir Berater, die sonst um die halbe Welt geflogen sind, haben recht schnell die digitale Anpassung vollzogen und arbeiteten weiter eng mit den Kundenteams zusammen.

Data Analytics als Basis für die Beratung

Viel weiter als diese digitalen Werkzeuge geht die Entscheidungsunterstützung mit Data Analytics. Dabei werden zahlreiche Prozessdaten erfasst und daraus eine datenbasierte Entscheidung abgeleitet. Die Ergebnisse helfen, verdeckte Zusammenhänge oder langfristige Entwicklungen sichtbar zu machen, etwa wenn alle Daten zu Kundenbeziehungen ausgewertet und zur Basis für eine bessere Kommunikation werden. Die genutzten Daten unterstützen Consultants dabei, Maßnahmen und Strategien für ihre Kunden zu entwickeln. Vereinfacht lässt sich sagen: Data Analytics ersetzt Bauchgefühl durch Empirie.

Ein gutes Beispiel dafür ist eine Frage, die sich die Telekom vor einiger Zeit selbst gestellt hat: Verbessert die Zusammenarbeit mit Smartphone-Herstellern die Performance der Mobilgeräte in ihrem Netzwerk? Die Hoffnung bei diesem Partnerprogramm: Über ausführliche Tests und Zertifizierungen wird sichergestellt, dass für unsere Kunden die Verbindungsqualität im Telekom-Netz immer optimal ist.

Der Erfolg der technischen Zusammenarbeit wurde bisher lediglich geschätzt. Denn auf den ersten Blick ist es sinnvoll, die Hardware der Smartphones abzustimmen, um den Kunden jederzeit das beste Netz zu bieten. Letztlich könnte die Anzahl der Support-Tickets sinken, sowohl bei der Telekom als auch bei den Herstellern. Doch bislang hatte niemand den Erfolg gemessen, obwohl das Partnerprogramm ein Kostenfaktor ist.

Händeschütteln über Tisch mit Laptop und Blatt Papier mit Graphen Artikel-Bild 2: XXX

Beratung setzt in Zukunft stark auf digitale Tools und datengetriebene Entscheidungen, um Mehrwert für den Kunden zu generieren.

Data Driven Consulting in der Praxis

Das CSP hat die Aufgabe übernommen, den Erfolg des Partnerprogramms zu messen und bei der Entscheidung über das weitere Vorgehen zu helfen. Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie Digital Consulting mit Data Analytics funktioniert. Entscheidend ist dafür ein Grundstock an Datenquellen. Denn für empirische Aussagen relevante Daten sind oft weit verstreut. Zunächst einmal müssen die Berater festlegen, welche Daten relevant sind und wo sie sich befinden. Der nächste Schritt ist dann der Zugang über ihre Besitzer und das Auslesen der Daten.

Die Daten aus dem Telekom-Projekt wurden in eine Analytics-Anwendung eingespeist, auf Korrelationen untersucht und in einem Dashboard aufbereitet. Das Ergebnis sind Benchmarks, etwa die Zuverlässigkeit der Netzverbindung bei Mitgliedern des Partnerprogramms und bei Nichtmitgliedern. Der Hauptvorteil für die Telekom: Sie besitzt jetzt eine objektive, qualifizierte Begründung für ihre Entscheidung.

Dieses Beispiel zeigt, dass durch Digitalisierung die Arbeit von Consultants präziser und einfacher wird. Sie gelangen damit zu Erkenntnissen, die ohne digitale Technologien wie Data Analytics gar nicht möglich wären. Denn viele Daten werden niemals analysiert, weil es manuell nicht möglich ist. Doch darin stecken oft Hinweise auf neue Umsatzchancen, Effizienzgewinne und Möglichkeiten zur Optimierung der Produkte.

Digitale Geschäftsmodelle für Beratungsunternehmen

Eine Ergänzung des Data Driven Consulting sind rein digitale Geschäftsmodelle in der Beratung. Vor allem in der Plattform-Ökonomie entstehen neue Möglichkeiten. Eine Plattform ist in erster Linie ein Cloudservice, der unterschiedliche Akteure zusammenbringt und dadurch für jeden einen Mehrwert erreicht.

Ein Beispiel ist eine Plattform für Experten, die bei Bedarf zu bestimmten Projekten hinzugezogen werden. Es gibt sie in zwei Varianten. Sie kann als Beschaffungsplattform für Consulting-Services dienen oder als zweiseitiger Markt für die Öffentlichkeit: Spezialisten treffen sich in der Cloud und werden anhand ihres Skillsets an Beratungen weitervermittelt. Ein ähnliches Modell wäre zum Beispiel eine Plattform für die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Beratungsunternehmen im weltweiten Geschäft.

Diesen einfachen Beispielen zeigt sich, dass digitalisierte Prozesse das Potenzial haben, die Beratungstätigkeit auf ein neues Level zu heben. Die Alltagsarbeit ändert sich bereits heute, dieser Trend wird sich fortsetzen. Auf lange Sicht wird die Digitalisierung die gesamte Beratungsbranche ändern. Auch in Zukunft wird die persönliche Beratung ein Schwerpunkt von Consulting sein. Data Driven Consulting wird jedoch als Ergänzung und Erweiterung einen großen Raum einnehmen.

Klappt die Zusammenarbeit im Home-Office? Bleiben die Netze stabil und unsere Kunden liquide? Und wird die Digitalisierung langfristig zum Katalysator für die Digitalisierung unserer Arbeit und Bildung? In dieser dreiteiligen Serie beschreiben wir, wie sich die Pandemie auswirkt –auf die Deutsche Telekom (Teil 1)die Telekommunikationsbranche (Teil 2) und unsere Gesellschaft (Teil 3).