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CSP Berater-Team

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United in Diversity – wie aus interkultureller Zusammenarbeit ein Joint Venture entsteht

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Eine langjährige strategische Partnerschaft, innovative 5G-Repeater-Technologie und ein Team Award – das sind die äußerlichen Merkmale des Joint-Venture-Projekts mit der südkoreanischen SK Telecom. Hinter den Kulissen – im Projektalltag – ging es neben den technischen Herausforderungen darum, Projektbeteiligte aus verschiedenen Kulturen zu einem eingeschworenen Team zu formen.

Das 5G-Mobilnetz ist die Voraussetzung für viele innovative und datenintensive Technologien. Autonomes Fahren, VR-Games oder IoT-Anwendungen sind nur einzelne Beispiele dafür. Der Ausbau ist inzwischen soweit fortgeschritten, dass die überwiegende Anzahl der Kund*innen der Deutschen Telekom davon profitiert. Aber: Innerhalb von Gebäuden bleibt es eine Herausforderung, den Endgeräten zuverlässig 5G zur Verfügung zu stellen. Oft muss das Funksignal dafür mehrere Wände durchdringen und wird dadurch abgeschwächt. Indoor Repeater sorgen deshalb für die Verstärkung des Signals in Innenräumen.

Südkoreanische 5G-Repeater für Europa? Gar nicht so einfach.

Tim Höttges zeigt den Joint-Venture-Vertrag während einer Videokonferenz des Teams.

Tim Höttges und das internationale Team während einer gemeinsamen Videokonferenz kurz nach der Vertragsunterzeichnung.

Von solchen Indoor Repeatern profitieren die Kund*innen der südkoreanischen SK Telecom schon seit einiger Zeit. Das Unternehmen zählt zu den 5G-Pionieren, hat bereits viel Entwicklungsarbeit geleistet und sowohl LTE- als auch 5G-Repeater erfolgreich am heimischen Markt etabliert. Die jahrelange, strategische Partnerschaft mit der Deutschen Telekom erwies sich als Schubkraft, um die Technologie weiter zu entwickeln und Märkte jenseits Südkoreas zu erschließen. Denn die an dortige Standards und Frequenzbänder angepassten Repeater können in anderen Ländern nicht ohne Weiteres eingesetzt werden. Zahlreiche technische Anpassungen und eine genaue Kenntnis der lokalen Märkte sind hierfür notwendig.

Die Deutsche Telekom kann dieses Know-how bieten und profitiert ihrerseits von der technologischen Expertise der SK Telecom. Mit der Unterstützung des CSP wurden internationale Teams gebildet, die nun gemeinsam an der Adaption des 5G-Repeaters für den europäischen Markt arbeiteten.

Nach der technischen Weiterentwicklung stand ein besonders wichtiger Meilenstein an: der Test der Kundenakzeptanz. Kund*innen der Deutschen Telekom konnten sich hierfür registrieren und erhielten den Indoor-Repeater für kostenfrei im Gegenzug für Feedback zum Produkt. Schnell zeigte sich, dass mit Hilfe des Repeaters sowohl bei der Sprach- als auch bei der Datenkommunikation signifikante Performanceverbesserungen bei 5G und LTE erzielt werden konnten.

Der Telekom Team Award für ein besseres Kundenerlebnis
Das Projekt „Customer Acceptance Test on 5G Repeater“ gewann den Telekom Team Award 2020 in der Kategorie „Team together – team apart“. Ziel des Projektes war es, den Indoor Repeater im operativen Betrieb zu testen, das Feedback der Kund*innen einzuholen, deren Bereitschaft zu prüfen, für diesen Service zu zahlen und nicht zuletzt die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Um dies möglich zu machen, arbeiteten verschiedene Unternehmensbereiche eng zusammen, wie zum Beispiel Telekom Deutschland Mobile Tribe, Field Operations der DT Technik, COM, und T-Service. CSP steuerte ein professionelles Projekt Management bei.

Interkulturelle Zusammenarbeit: mehr als nur zwei verschiedene Sprachen

Die Teammitglieder sitzen an einem langen Tisch bei einem gemeinsamen Abendessen.

Respektvolles Aufeinanderzugehen verwandelt kulturelle Unterschiede in besondere Stärken eines Projektes.

Ein besonderes Merkmal des gesamten Projektes war die Zusammenarbeit der doch teilweise sehr verschiedenen Kulturen. Hier war Fingerspitzengefühl bei den Beteiligten gefragt, damit keine Missverständnisse entstehen. Die asiatische Höflichkeit ist berühmt und höchst angenehm, doch musste es im Projektalltag auch gelingen, verschiedene fachliche Ansätze zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen. Das gemeinsame Ziel und Streben nach der besten Lösung förderten den Diskurs – was aber wenn komplizierte Sachverhalte auf Englisch dargestellt werden mussten und unterschiedliche Landes- und Geschäftskulturen aufeinandertrafen? Wie umgehen mit unterschiedlichen Interessen, die es zu verhandeln gilt?

Das Bewusstsein um die kulturellen Unterschiede, der gegenseitige Respekt und die passende Zusammensetzung der Teams waren die Schlüssel zum Erfolg. So war der Projektverantwortliche seitens der Deutschen Telekom selbst Koreaner, der bereits seit längerem in Deutschland arbeitete. Einige Teammitglieder des CSP, die das Projekt unterstützten, hatten Südkorea und seine Kultur zuvor durch Studienaufenthalte kennengelernt. Neben den regelmäßigen Video-Telkos zur Abstimmung, wurden interaktive Workshops organisiert, die vor Ort in Seoul und Bonn stattfanden. So entstand mehr Raum für Diskussionen und zugleich mehr Nähe, um sich besser kennen und verstehen zu lernen.

Jede Mentalität hat ihre Besonderheiten
Die asiatische Geschäftskultur ist geprägt von einer besonderen Höflichkeit. Dies kann zu Missverständnissen führen, wenn deutsche Projektpartner Aussagen als uneindeutig empfinden oder fehlinterpretieren. Drei Tipps für mehr interkulturelles Verständnis:

Unterschiedliche Entscheidungshierarchien beachten
Die koreanische Unternehmenskultur ist stark getrieben durch Managemententscheidungen. Das beschleunigt den Innovationsprozess und macht Projektvereinbarungen besonders valide. Die deutsche Kultur erscheint dagegen eher dialogorientiert, Entscheidungen werden häufig länger diskutiert, auch mal revidiert oder angepasst. Das Bewusstsein für diese Unterschiede, gegenseitiges Vertrauen und eine transparente Kommunikation in einem gut abgestimmten Projekt-Kernteam sind wichtig.

Zwischen den Zeilen lesen
Die asiatische Höflichkeit gebietet es, auch Kritik und Ablehnung höchst wohlwollend zu formulieren. Dem steht die deutsche Direktheit gegenüber, die bisweilen mit vagen Aussagen wenig anfangen kann oder gar als zu scharf (etwa bei Kritik) empfunden wird. Der goldene Mittelweg: über Einzelheiten reden, versuchen, auch Nicht-Gesagtes zu verstehen und Missverständnisse gemeinsam ausräumen.

Pragmatisch und flexibel sein
Internationale Projekte sind stets geprägt von zusätzlichem Organisationsaufwand, Zeit- und Terminverschiebungen und häufigeren Planänderungen – erst recht, wenn der Geschäftspartner sowohl geografisch als auch kulturell weit entfernt liegt. Es ist hilfreich, wenn von Beginn an mehr Zeit für die Projektkoordinierung eingeplant wird und flexible Umstellungen ermöglicht werden.
 

Die Zukunft des Joint Ventures

Das Technologie-Joint Venture Techmaker ist 2021 gestartet und unterstützt im Wesentlichen den Product Launch des Indoor Repeaters in Q4 2021 in Deutschland. Beide Partner halten jeweils 50 Prozent an dem neuen Unternehmen und teilen sich das Management. Weitere Projektpläne gibt es bereits: Zum einen wird der Indoor Repeater anderen Telco-Unternehmen präsentiert, um die innovative Lösung in Europa zu verbreiten. Zum anderen  werden die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bei anderen 5G Services, wie zum Beispiel  Augmented Reality und Virtual Reality evaluiert, damit Synergien bei der Entwicklungsarbeit ebenfalls bei anderen Innovationen genutzt werden können.