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Ein Guru der Mathematik in den T-Labs

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Illusterer Besuch in den Telekom Laboratories in Berlin: Nobelpreisträger John Nash sprach über seine Arbeit an der Spieltheorie – die sich beispielsweise auch im Bereich Netzwerksicherheit anwenden lässt.

Der 81jährige Mathematiker Nash erhielt 1994 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften zusammen mit Reinhard Selten und John Harsanyi. Ausgezeichnet wurden sie für die gemeinsamen Leistungen auf dem Gebiet der Spieltheorie, die sich eben auch wirtschaftswissenschaftlich nutzen lässt. Die Tragweite ihrer Ideen geht aber weit über einzelne Fachgebiete hinaus. Von der Evolutionsbiologie bis zum Ehekrach – im Grunde lässt sich praktisch alles spieltheoretisch modellieren. Beste Strategie Denn bei der Spieltheorie geht es - äußerst verkürzt ausgedrückt - um die Betrachtung von Interaktion als rationales Spiel. Angewandt wird sie etwa auf Entscheidungssituationen, in denen der Erfolg des Einzelnen nicht nur vom eigenen Handeln, sondern auch von den Aktionen anderer abhängt. In der praktischen Anwendung wird versucht, die möglichen Optionen aller Beteiligten aus deren Blickwinkel zu bewerten und die rational beste Strategie für das eigene Tun zu ermitteln. Optimierung der Ressourcen "Zahlreiche Projekte in den T-Labs nutzen die Spieltheorie", sagte Chief Product & Innovation Officer Christopher Schläffer bei der Begrüßung des Gastes. Schläffer verwies auf die Arbeit von Professor Tansu Alpcan, der als Spezialist in Sachen Netzsicherheit und Risiko-Management bei den T-Labs arbeitet. Die Spieltheorie und speziell die Ergebnisse von Nash nutzt Alpcan unter anderem zur Optimierung der Ressourcenzuteilung. "Wo besteht die größte Gefahr und wo muss ich Zeit und Geld investieren?" fragt er. Durch eine spieltheoretische Betrachtung der Situation kann man beispielsweise die Prognose wagen, wie Hacker bevorzugt angreifen werden und welche Folgen für ein Netzwerk drohen. Geniale Arbeit Nash selbst wirkt äußerst bescheiden, wenn es um die breite Anwendbarkeit seiner Ideen geht. Zitat: Es habe ihn "sehr interessiert", als beispielsweise Managementberater anfingen, seine Gedanken für die eigene Arbeit zu nutzen. Der 81jährige Wissenschaftler erklärt die Arbeit von Jahrzehnten anhand von Powerpoint- und PDF-Dateien - fast, als blätterte er im privaten Fotoalbum: "Ach ja, das könnte Sie vielleicht interessieren", fällt ihm ein. Dann sucht er die entsprechende Stelle unter den mitgebrachten Präsentationen. Eindrucksvolle Verfilmung Erst an der Ehrfurcht, die Nash entgegengebracht wird, spürt der Laie die wahre Bedeutung dieses Gastes, dessen Leben in "A Beautiful Mind" eindrucksvoll verfilmt worden ist. Denn das, was an die Leinwand projiziert wird, übersteigt das Fassungsvermögen der meisten Nichtmathematiker. Zum Auftritt in Berlin erschienen weit mehr Menschen, als Sitzplätze vorhanden waren. Die Gästeliste wies einen Großteil davon als Hochschullehrer aus. "Mit Ihnen auf einem Podium zu sitzen ist eine fantastische Ehre", sagte Alpcan während der Veranstaltung. Stehende Ovationen am Ende des Events bewiesen, dass die versammelten Wissenschaftler ebenso beeindruckt waren.

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