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Ein Netz im Kornfeld

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Bauer Jürgens blickt in den Himmel. Kein Wölkchen trübt die Sonne. Entspannt wählt der Landwirt im Cockpit seines Mähdreschers die Funktion „Minimaler Kraftstoffeinsatz“. Dann legt er los. Ab jetzt läuft die Ernte auf dem 20 Hektar großen Weizenfeld fast wie von selbst: Farming 4.0.

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Schneise für Schneise rasiert das Schneidwerk zentimetergenau durch das reife Korn. Im Schlepptau die Traktoren, die den Weizen während der Fahrt aufnehmen und in die Silos fahren.

Der gewaltige Claas Mähdrescher "Lexion" ist mit Sensoren und einer Software ausgestattet, die helfen, den Erntevorgang intelligent zu unterstützen. Sie steuern das Zusammenspiel von bis zu 50 Einstellparametern – von der Haspel bis zum Häcksler. Doch das reicht Claas nicht. Das Landtechnik-Unternehmen will den Erntevorgang weiter optimieren und zusätzliche externe Parameter wie den optimalen Überladezeitpunkt und aktuell Wetterdaten in die Steuerung seiner Maschinen integrieren.

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Die LTE-basierte Industrie 4.0-Lösung für die Landwirtschaft optimiert das Zusammenspiel der erntebeteiligten Geräte, Fahrzeuge, Menschen.

Wenn die Logistik stockt

In einem Pilotprojekt mit der Deutschen Telekom testet Claas den nächsten Schritt, die Orchestrierung der Logistik auf dem Feld. Bevor der Korntank des Mähdreschers gefüllt ist und er seine Arbeit einstellen müsste, informiert die Software das nächste Überladefahrzeug. Dieses weiß dank der übermittelten GPS-Daten genau, wo es hinfahren muss und vermeidet seinerseits unnötige Leerfahrten. Das kann sich lohnen, denn wenn der Abtransport der Ernte ins Silo nicht reibungslos funktioniert, stockt die Logistikkette und kann den Landwirt bei Mähdrescherpreisen von bis zu einer halben Million schnell 1000 Euro pro Stunde kosten.

Schlaue Maschinen

Der Mähdrescher Claas Lexion weiß also in Zukunft, wann sein Korntank voll sein wird und ruft automatisch über das LTE-Netz der Deutschen Telekom den Traktor mit Überladewagen. Dieser kennt das Gelände, alle Maschinenstandorte und sucht sich den besten Weg zum Mähdrescher, um die Ladung abzuholen. M2M erspart dem Landwirt demnächst Zeit, Geld und schont seine Nerven. Getreidemenge und Qualitätsdaten sendet der Claas Lexion an das Silo-Management, sobald sich wieder ein mit Ernte beladener Traktor auf den Heimweg macht. Zeitgleich empfängt der Mähdrescher neue Wetterdaten und "weiß": In drei Stunden wird es regnen. Seinem Fahrer schlägt er deshalb vor, ab jetzt mit maximalem Tempo statt minimalem Spritverbrauch zu arbeiten.

Produktion, die sich selbst organisiert

Bald wird also eine noch größere Anzahl an Sensoren, Aktoren und eingebetteten Systemen in den Maschinen Überwachungs-, Steuerungs- und Regelfunktionen ausüben. Eine wichtige technische Grundlage für Industrie 4.0 ist die sog. Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M). Denn mittels M2M werden die Daten erhoben, in komplexen Algorithmen verarbeitet und an große zentrale Rechenanlagen weitergeleitet. M2M ermöglicht auf dem gleichen Wege auch den Empfang von Daten aus Hochleistungsrechnernetzen, Datenbanken oder anderen Systemen. Die empfangenen Daten werden mit den eigenen in Beziehung gesetzt, weiter verarbeitet und dann Aufgaben angepasst. So ergibt sich die Vision von Industrie 4.0 mit adaptiven, sich selbst konfigurierenden und teilweise selbst organisierenden, flexiblen Produktionsanlagen. Und führt letztlich zu einer kostengünstigeren und nach Kundenwünschen flexibleren Produktion.

Farming 4.0 ausgezeichnet

Mit Farming 4.0 haben die Telekom und der Landmaschinenhersteller Claas die Hightech-Strategie der Bundesregierung in die Landwirtschaft übersetzt. Auf der Cebit 2015 wurde das Pilotprojekt vorgestellt und im Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen 2014“ prämiert.

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