Konzern

IFRS 16: Neue Bilanzierung von Leasingverträgen

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  • Deutsche Telekom folgt den geltenden Rechnungslegungsstandards und bietet maximale Transparenz in ihrer Finanzberichterstattung
  • Rating-Agenturen berücksichtigen bereits heute schon sämtliche Miet- und Leasingverpflichtungen bei der Einstufung der Kreditwürdigkeit

Das International Accounting Standards Board (IASB), der Standardsetzer für internationale Rechnungslegung, hat am 13. Januar 2016 eine neue Vorschrift für die Bilanzierung von Leasing-verhältnissen veröffentlicht. Welche Auswirkungen die neue Regel auf die Deutsche Telekom haben wird und ob sich wichtige Finanzkennzahlen verändern, möchten wir Ihnen an dieser Stelle beantworten.

Was ändert sich durch die neue Bilanzierungsvorschrift?
Die Deutsche Telekom ist vorwiegend Leasingnehmer. Der Großteil der Leasingverträge im Konzern entfällt auf die Anmietung von Mobilfunkstandorten. Neben Immobilien werden hierbei beispielsweise Technikflächen auf Gebäuden für die Installation von Mobilfunkantennen gemietet. Der Rechnungslegungsstandard IFRS 16, in dem die Leasingbilanzierung nun neu geregelt ist, erlaubt dem Leasingnehmer künftig nicht mehr bestimmte Leasingverträge außerhalb der Bilanz zu zeigen. Stattdessen müssen alle langfristigen Leasingverhältnisse in Form eines Vermögenswertes (für das Nutzungsrecht) und einer Finanzschuld (für die Zahlungsverpflichtung) erfasst werden. Somit wird jedes Leasing- und Mietverhältnis in der Telekom-Bilanz abgebildet. Ausgenommen von der Bilanzierungspflicht sind Leasing- oder Mietverträge mit bis zu zwölf Monaten Laufzeit und Verträge mit einem wertmäßig geringen Volumen.

In der Vergangenheit war in einzelnen Medien von "versteckten Schulden" die Rede. Kennen Analysten und Rating-Agenturen diese zusätzlichen Schulden?
Im Sinne der Informationen an die einzelnen Interessensgruppen des Unternehmens ändert sich nichts. Von „versteckten Schulden“ kann keine Rede sein, denn die bisher nicht in der Bilanz erfassten Miet- und Leasingverpflichtungen werden heute schon im Anhang des Geschäftsberichtes angegeben. Demnach beträgt der nicht abgezinste Verpflichtungsumfang per 31.12.2014 für die kommenden Jahre 18,9 Milliarden Euro. Analysten beziehen diese Verpflichtungen in ihre Modelle ein und führen ihre Unternehmensbewertungen auf dieser Basis durch - unabhängig davon, ob die Verpflichtungen in der Bilanz stehen oder als Anhangsangabe im Geschäftsbericht genannt werden. Gleiches gilt für die Rating-Agenturen. Auch sie berücksichtigen bereits sämtliche Miet- und Leasingverpflichtungen bei der Einstufung der Kreditwürdigkeit der Telekom. Die zukünftige Regelung sieht die Telekom positiv, da statt der heute vereinfachten Berechnungen der Rating-Agenturen, die tatsächlich erwarteten zukünftigen Cashflows sowohl der Höhe nach als auch vom Zeitpunkt genau in der Bilanz berücksichtigt werden.

Werden sich wichtige Finanzkennzahlen verändern?
Bilanziell wird künftig nicht mehr unterschieden, ob ein Vermögenswert geleast oder kreditfinanziert gekauft wird. Die neue Vorschrift führt in der Konzern-Bilanz zu einer Zunahme der Sachanlagen, gleichzeitig werden aber auch die Finanzverbindlichkeiten steigen. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Leasingverhältnisse einkaufseitig künftig als Investition (Capex) und nicht mehr als betrieblicher Aufwand erfasst. Dadurch wird unter sonst gleichen Bedingungen der operative Aufwand verringert, während die Abschreibungen und der Zinsaufwand steigen. Dies führt zu einer Verbesserung des EBITDA. Das EBITDA verbessert sich aber nicht in gleichem Maße wie sich die Finanzverbindlichkeiten erhöhen. Dies hat zur Folge, dass sich eine der wichtigsten Bilanzkennzahlen, das Verhältnis von Netto-Finanzverbindlichkeiten zu bereinigten EBITDA (relativer Verschuldungsgrad), rechnerisch verschlechtern wird, obwohl wirtschaftlich keine Veränderung eintritt.

Ab welchen Zeitpunkt tritt die Neuregelung in Kraft?
Die Neuregelung ist erstmals voraussichtlich für das Geschäftsjahr 2019 anzuwenden, einschließlich der Anpassung der Vorjahre.

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