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Neue Bausteine für die digitale Gesellschaft

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Ein Gastbeitrag von Telekom-Chef René Obermann in der Tageszeitung "Die Welt".

Smart Phone, Smart Home und Smart Grid; E-Business, E-Health und E-Publishing; Cloud Computing, Mobile Computing und Tablet Computer - das ist nur eine Auswahl der Themen aus der IT- und Telekommunikationswelt, die die diesjährige CeBIT in Hannover bestimmen werden. Die Liste, die sich fast beliebig erweitern ließe, zeigt, wie stark die Digitalisierung unseres Lebens und Arbeitens zugenommen hat. Alles was sich sinnvoll digitalisieren lässt, wird digitalisiert, über das Internet versendet und mit Freunden oder Kollegen geteilt. Vom Kleincomputer in der Aktentasche bis zum Stromzähler im Keller, immer mehr Geräte sind über das Internet miteinander verbunden. Beispiel Energiewirtschaft: Der Umbau von fossilen auf erneuerbare Energien sowie die Kombination von zentraler und dezentraler Erzeugung stellt das Stromnetz in Deutschland vor neue Herausforderungen. Ziel ist ein intelligentes Netz, eben ein "Smart Grid", das automatisch mit diesen Anforderungen umgehen kann. Voraussetzung dafür ist das Wissen, welche Energiemenge wann und wo eingespeist oder entnommen wird. Elektronische Zähler in den Haushalten liefern diese Datenbasis über intelligente Informations- und Kommunikationstechnik. Das Messen von Strom mit so genannten Smart Metern verursacht pro Jahr und Haushalt rund 35.000 Datensätze. Daten, die gesteuert und verarbeitet werden müssen. Wichtige Schritte in Richtung intelligenter Stromnetze wurden gerade in diesen Tagen getan. Für ein führendes Unternehmen aus dem Messstellenbetrieb wird die Deutsche Telekom in rheinland-pfälzischen und saarländischen Haushalten bis zu 100.000 intelligente Stromzähler einbauen und die Messdaten im Viertelstundentakt an den Betreiber übermitteln. Unlängst hat die Telekom zudem die Lösung "Stromboxx" vorgestellt. Diese Smart Phone-Applikation ermöglicht das Steuern von funkbasierten Heizungsthermostaten. Im Internet können Verbraucher sich damit Einsparmöglichkeiten anzeigen lassen oder auch Zeit- und Temperaturprofile für einzelne Räume anlegen. Das erlaubt ihnen, die Zimmer immer nur dann zu heizen, wenn die Wärme tatsächlich benötigt wird. Schließlich hält auch das Cloud Computing Einzug in die Energiewirtschaft. Die Telekom bietet erstmals ein Komplettpaket als Mietsoftware aus dem Netz: vom Auslesen der Zähler, über Datenbanken-Leistungen bis hin zum Abrechnen. Die gesamte Prozesskette mit über 1600 Einzelbausteinen kommt damit aus der "Wolke" des Internets. Die Verlagerung von Rechnerleistung und Intelligenz ins Internet ist derzeit eines der beherrschenden Themen der ITK-Wirtschaft. Und es ist folgerichtig auch das Leitthema der CeBIT 2011. So präsentiert beispielsweise der Branchenverband Bitkom auf der Messe eine Sonderausstellung zum Thema Cloud Computing. Die Zahlen sprechen für sich: Allein in Europa wächst der Markt für Cloud Computing um 30 Prozent pro Jahr. Immer mehr Kunden beziehen und bezahlen ihre IT-Leistung flexibel nach Bedarf. Und das ist nicht nur ein Thema für Großkunden. Auch Privatkunden nutzen Dienste aus der „Wolke“, oft ohne es zu wissen: etwa bei der Nutzung eines webbasierten Mailservice oder beim Betrieb einer privaten Homepage. So sind Cloud-Dienste auch ein Treiber für einen weiteren, noch vergleichsweise jungen Trend unserer Branche: den Siegeszug der Tablet-Computer. Allein Apple hat im vergangenen Jahr rund 15 Millionen iPads verkauft. Inzwischen ziehen so gut wie alle Hersteller mit eigenen Produkten nach. Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas und der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona haben es in den vergangenen Wochen gezeigt, die CeBIT wird es bestätigen: 2011 ist das Jahr der Tablets. Sie läuten eine neue Runde der mobilen Internet-Revolution ein. Immer mehr Menschen wollen auf den ständigen Zugang zum Internet nicht mehr verzichten. Auf dem MWC 2010 waren noch so gut wie keine Tablets zu sehen, in diesem Jahr gleich Dutzende. Ein weiteres Indiz für die Rasanz, mit der sich das mobile Internet verbreitet: Die Zahl der ausstellenden App-Entwickler stieg um ein Drittel. Die App-Revolution der Smart Phones erhält mit den komfortableren Tablets zusätzlichen Schwung. Inzwischen zählen wir weit mehr als eine halbe Million Apps für Smart Phones und Tablet-Computer - und es werden jeden Tag mehr. Die CeBIT wird interessante Beispiele zeigen, wie die "XL-Mobilität" auch in den Arbeitsalltag integriert werden kann, da sich auch Geschäftsprozesse mit Apps mobilisieren lassen. Was indes auf den mobilen Geräten noch fehlt, ist ein einfacher und offener Zugang zu Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Sozusagen ein virtueller Kiosk, in dem die Leser wie in der realen Welt Publikationen für jedes Interesse und jeden Geschmack einfach mobil abrufen können. Zwar gibt es eine Reihe von vielversprechenden Ansätzen der Verlage, ihre Inhalte über Tablets zu verkaufen. Zuletzt machte etwa der Medienunternehmer und Großverleger Rupert Murdoch Schlagzeilen, als er erstmals ein Magazin exklusiv für das iPad auf den Markt brachte. Doch bislang hat eben noch jede Zeitung und jede Zeitschrift ihre eigene Seite oder Applikation. Und oft sind sie zudem an die Betriebssysteme einzelner Hersteller gebunden. Eine offene Internet-Plattform - eben einen solchen virtuellen Kiosk, in dem die relevanten Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage zu finden sind, gab es in Deutschland bislang nicht. Die Telekom wird deshalb zur CeBIT ihren Online-Kiosk "PagePlace" vorstellen. Sie bietet damit allen interessierten Verlagen die Möglichkeit, mit ihren starken Marken und Inhalten neue Geschäftsfelder und neue Kunden zu erobern. Die Telekom versteht sich dabei als Partner der Medien und entwickelt gemeinsam mit den Verlagen attraktive Kooperationsmodelle zum Vertrieb und zur sicheren Abrechnung von Premium-Inhalten. Zudem profitieren die Verlage von der Netzqualität und der Vermarktungsreichweite der Telekom. Ein virtueller Kiosk kann dabei das Angebot eines realen Kiosks nicht ersetzen, aber gut ergänzen. Er schafft neue, zusätzliche Möglichkeiten des Lesens, damit immer mobilere Menschen überall auf ihre Inhalte zugreifen können. Ohne Zweifel werden auch in einigen Jahren noch echte Zeitungen aus Papier und Druckerschwärze gelesen. Aber die Zahl derer, die den neuesten Krimibestseller oder die aktuellen Nachrichten auf ihrem Tablet-Computer lesen, steigt rasant. Das ist ein weiterer Baustein im Digitalisierungsprozess unserer Gesellschaft.

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