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Adel Al-Saleh

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Gesundheitskarte: Die Frist läuft

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Ein Beitrag von Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und CEO T-Systems, zur Digitalisierung des Gesundheitssystems.

Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und CEO T-Systems.

Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und CEO T-Systems.

Alle reden über Digitalisierung. Die Digitalisierung ist keine Modeerscheinung, sie geht auch nicht mehr weg, sondern ist in den meisten Lebensbereichen der Menschen in Deutschland angekommen. Im Gesundheitssystem hinkt die Digitalisierung in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern hinterher. In Skandinavien, in Großbritannien, den Niederlanden oder den USA ist man deutlich weiter. Aber das wird sich nun rasch ändern. In diesem Jahr wird die Telematikinfrastruktur (TI) ausgerollt. Sozusagen die Autobahn für einen sicheren Datenaustausch zwischen Ärzten, Ambulanzen, Krankenhäusern und Krankenkassen. Wir, die Deutsche Telekom, setzen alle Hebel in Bewegung, um Ärzte noch im ersten Halbjahr anzuschließen. In weiteren Schritten werden unter anderem Apotheken oder auch Psychotherapeuten folgen.

Damit wird die Basis für ein vernetztes Gesundheitssystem gelegt. Anwendungen wie die Elektronische Patientenakte, das elektronische Rezept, Telemedizin und viele mehr werden in naher Zukunft keine Ausnahme oder lokal begrenzte Insellösungen mehr sein. Befunde und Behandlungsdaten, die ein Arzt erhoben hat, können digital geteilt werden. Davon profitieren die Patienten – sowohl bei der Behandlung als auch bei allen anderen Prozessen.

Alle Daten digital abrufbar

Wenn zum Beispiel ein Patient vom Hausarzt zum Facharzt geht und alle Daten dabei hat, weil diese digital abrufbar sind. Oder beim elektronischen Rezept: Kein Papier, das ein Patient zur Apotheke bringen muss. Sondern das die Apotheke schon hat, weil der Arzt direkt überträgt. Oder bei der Überprüfung von Medikamenten-Interaktionen. Oder bei der Verfügbarkeit der Blutgruppe. Viele Menschen in Deutschland kennen ihre Blutgruppe nicht. Das kann im Notfall, wenn es um Minuten geht, tödlich sein. In einer digitalen Welt können und sollen Ärzte direkt auf diese Daten zugreifen. Das kann Leben retten.

Große Herausforderung für alle Beteiligten

Diese Entwicklung ist wirklich aufregend und sie fängt in Deutschland gerade erst an. Damit wir dabei vorankommen, müssen wir aber auch noch ganz viel Aufklärungsarbeit betreiben. Wenn wir als Deutsche Telekom zum Beispiel die Datenautobahn, sprich die TI, in den Praxen installieren, sind viele Ärzte abwartend. Sie fragen sich: Wozu brauche ich das jetzt? Klar zu machen, wo der Nutzen liegt und, dass die Risiken beherrschbar sind, ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten.

Big Bang wird es nicht geben

Die gute Nachricht: Es geht voran. Und zwar im Vergleich zu den vergangenen 15 Jahren in großen Schritten. Einen Big Bang, eine Digitalisierung des kompletten Gesundheitssystems in Deutschland über Nacht, wird es aber dennoch nicht geben. Dafür sind nicht nur die Strukturen – sowohl die IT als auch die Institutionen - zu heterogen. Versicherer nutzen unterschiedliche Datenplattformen. Ähnlich sieht es bei Krankenhäusern, Ärzten und Apotheken aus. Auch die Gesetzgebung spielt eine Rolle. Ein Beispiel: Die Nutzung der Cloud, also die Nutzung von Daten und Diensten außerhalb des eigenen Rechners, im Gesundheitswesen ist erst vor Kurzem erlaubt worden. Der Gesetzgeber ist sehr zögerlich, wenn es um Datenschutz geht. Für uns ist Datenschutz eminent wichtig. Datensicherheit und Schutz des Individuums gehören zu den Kernpunkten der Philosophie der Deutschen Telekom. Wir müssen Daten sicher teilen können und gleichzeitig komfortabel verfügbar machen. Zum Beispiel auch auf dem Smartphone

Leben leichter machen

Allerdings wird es keine technische Lösung für alles auf einen Schlag geben. Die wäre zu groß und zu komplex. Und das Risiko ist zu hoch, falls diese scheitert. Wir müssen die Digitalisierung in kleine, leichter verdauliche Blöcke aufteilen. Die Einführung eines elektronischen Rezeptes wäre zum Beispiel ein erster großer Schritt. Deutschland ist eines der wenigen Industrieländer, in denen es dieses noch nicht gibt. In den USA gab es schon vor zehn Jahren kein Stück Papier mehr. 

Wir müssen die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen. Die sichere Datenautobahn ist bald fertig. Jetzt geht es darum, die Dienste zu schaffen, die allen Beteiligten das Leben leichter machen – Patienten, Ärzten, Pflegekräften und Kassen.

Adel Al-Saleh

Adel Al-Saleh

Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG, T-Systems

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