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Adel Al-Saleh

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Pioniere für Datensouveränität

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Ein Beitrag von Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und CEO T-Systems.

Adel Al-Saleh, CEO von T-Systems, nahm an der diesjährigen EMO – Die Welt der Metallbearbeitung in Hannover teil.

Adel Al-Saleh, CEO von T-Systems, nahm an der diesjährigen EMO – Die Welt der Metallbearbeitung in Hannover teil.

In Hannover läuft in dieser Woche die weltweite Hauptmesse für Unternehmen aus der Metallverarbeitung, kurz: EMO Wer sich mit der Wertschöpfungskette beispielsweise für ein Auto beschäftigt, muss hier anfangen. Auf der EMO kommen alle zwei Jahre über 2.000 kleine und große Aussteller zusammen, für deren Geschäft die Digitalisierung mehr und mehr zum kritischen Erfolgsfaktor wird. Die meisten sind Zulieferer für andere Unternehmen, Automobilhersteller zum Beispiel. Sie leben eigentlich schon immer in Ökosystemen, wie sie in unserer ICT-Branche gerade erst modern werden. Deshalb habe ich die Einladung zu einer Keynote für die Eröffnungsfeier sehr gerne angenommen.

In meiner Rede legte ich den Fokus auf zwei Kernthemen der digitalen Wirtschaft in Deutschland:

Erstens: Ein hochleistungsfähiges Mobilfunknetz.
Zweitens: Datensouveränität.

Im Juni haben wir in Deutschland die Auktion von 5G Mobilfunkfrequenzen abgeschlossen. Die vier teilnehmenden Firmen haben für die Frequenzblöcke insgesamt 6,55 Milliarden Euro an den Staat bezahlt. Als Unternehmer stelle ich mir die Frage: Was bekommen wir für unser Geld? Oder noch wichtiger: Was bekommen Sie für unser Geld? Es ist ganz einfach: Wir wollen für Sie, die Deutsche Wirtschaft, die leistungsfähigste digitale Infrastruktur.

Denn 5G ist nicht einfach nur ein weiteres Netz, sondern wird ein wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung in einem Unternehmen. 5G ist eine Schlüsseltechnologie für Industrie 4.0. Im Vergleich zu 4G bietet 5G eine bis zu zehnfach geringere Latenz, eine zwanzigfach höhere Spitzenrate für die Datenübertragung und eine hundertfach höhere Verbindungsdichte mit bis zu einer Million Geräten pro Quadratkilometer.

Die Industrie braucht 5G für das Internet der Dinge, die Steuerung von autonomen Maschinen, die Digitalisierung von Fabriken und alles, was im Geschäft in Echtzeit passieren muss.

Anwenderkonferenz 5G in Berlin

In einem bin ich mir sicher: Wir können diese Hochleistungs-Infrastruktur nicht alleine bauen. Deshalb arbeiten wir seit über zwei Jahren mit führenden Fertigungsunternehmen in Deutschland zusammen, um deren Anforderungen an schnelle Konnektivität zu verstehen. Deshalb laden wir die deutsche Industrie am 27. September zu der Anwenderkonferenz 5G in Berlin ein, wo wir einen offenen Dialog über 5G führen wollen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Industrie der wichtigste Treiber beim Start von 5G sein wird. Und es beginnt mit so genannten „Campus-Netzen“. Campus-Netze sind ein zentrales Element für den 5G-Rollout und die frühzeitige Einführung der Technologie.

Ein Campus-Netz ist ein privates Mobilfunknetz auf einem Firmengelände. Ich verbringe viele Stunden mit unseren Kunden und ich weiß, dass einige womöglich sagen werden: „Ich habe bereits High-Speed-Ethernet in meiner Fertigung.“ Aber wir alle wissen, dass Kabel die Flexibilität einschränken. Einige werden sagen: „Das mache ich in meinem Betrieb alles mit WLAN. Aber die WLAN-Technologie kommt an ihre Grenzen. Sie ist nicht schnell genug, sie ist nicht sicher genug, sie ist nicht zuverlässig genug und sie ist nicht geeignet für eine Echtzeit-Konnektivität auf breiter Basis. Denken Sie an Echtzeitanwendungen für das Internet der Dinge, denken Sie an Augmented Reality, denken Sie an fahrerlose Transportsysteme in Ihren Betrieben. Ohne garantierte hohe Qualität werden Sie das nicht tun. Campus-Netze werden diesen Anforderungen gerecht.

Deutschland kann ein 5G-Pionier sein

Wir haben gerade eine Partnerschaft mit Ericsson, einem führenden europäischen 5G-Technologieunternehmen, geschlossen, um unseren Kunden Campus-Netz-Lösungen zu bieten. Kleine, mittlere und große. 5G ist eine riesige Chance für unsere Industrie. Deutschland kann ein 5G-Pionier für industrielle Anwendungen sein!

Es gibt einen Bereich, in dem Deutschland und Europa leider nicht zu den Pionieren gehören. Die Rede ist vom Cloud Computing.

Amazon, Microsoft, Alibaba und Google dominieren diesen Markt. Und um ehrlich zu sein: Auch wir, die Telekom, können mit diesen sogenannten „Hyperscalern“ nicht mithalten.

In den letzten Jahren hat sich die geopolitische Landschaft jedoch verändert. Technologie und digitale Souveränität sind sehr wichtige Themen geworden.

Ich bin in einer Wirtschaftswelt groß geworden, in der Global Economy, Global Innovation, Global Collaboration das Erfolgsrezept war. Technologieunternehmen setzten auf Innovation und Skalierung, weltweite Skalierung. Das ändert sich jedoch gerade.

Die Angst vor Abhängigkeit von anderen wächst

Datenschutz und Datensicherheit sind ein Thema, das in den letzten Jahren kräftig für Schlagzeilen gesorgt hat. Und obwohl Europa bei den Datenschutzgesetzen eine Vorreiterrolle eingenommen hat, wird das Thema mit der Ausweitung der Datennutzung in Unternehmens- und Verbraucheranwendungen nun zu einem globalen Thema.

Die politische Landschaft verändert sich, viele Länder sprechen von ihrer Abhängigkeit von anderen und ihrer Datensouveränität. Das globale Unternehmen und die globale Skalierung, wie wir sie kennen, verändern sich für immer. Die Angst vor Abhängigkeit von anderen wächst.

Die deutsche Bundesregierung arbeitet daher an einer alternativen europäischen Dateninfrastruktur: Gaia-X. Für uns bei T-System und der Deutschen Telekom hat diese Initiative eine herausragende Bedeutung. Wir brauchen ein digitales Ökosystem, in dem Daten vertrauensvoll geteilt und innovative Anwendungen entwickelt werden können. Gaia-X soll die individuellen Datenpools der deutschen Unternehmen verbinden und vor ungewolltem Zugriff schützen.

Ich halte es für eine gute Idee, gar nicht erst zu versuchen, einen Hyperscaler nachzubauen. Die Hyperscaler sind nach zehn Jahren mit milliardenschweren Investitionen leider schwer zu kopieren. Wir müssen anders denken, wir müssen die souveräne Cloud und den Datenaustausch in Europa in Zusammenarbeit mit Hyperscalern aufbauen, wo es sinnvoll ist. Unsere Lösung muss verschiedene Technologien umfassen, und unsere Lösung muss uns die Unabhängigkeit bieten, nach der wir suchen.

Engagement für Datensouveränität

Wir, die T-Systems, sind ein Experte für solche Multicloud-Umgebungen. T-Systems betreibt die größte OpenStack Public Cloud in Europa, die Open Telekom Cloud. Zudem investieren wir massiv in Hyperscaler-Technologie. Wir tun dies, weil die Geschäftsumgebungen nie homogen sein werden.

Aus zahlreichen Kundengesprächen weiß ich, dass wir mit unserem Engagement für Datensouveränität richtig liegen. Ein gutes Beispiel für sicheren Datenaustausch und Souveränität ist die universelle Werkzeugmaschinenschnittstelle umati (Universal Machine Tool Interface), die auf der EMO 2017 aus der Taufe gehoben wurde. Die Deutsche Telekom ist heute einer von 20 Partnern, die an diesem Projekt beteiligt sind. Wir haben unseren Data Intelligence Hub in dieses Projekt eingebracht.

Unser Data Intelligence Hub ist ein sicherer Marktplatz für den Austausch von Daten. In einem Pilotprojekt für die EMO 2019 sind über 100 Maschinen von 70 unterschiedlicher Herstellern auf dem gesamten Messegelände miteinander verbunden.

Ja, Europa wird von globalen Akteuren herausgefordert. Die gute Nachricht ist, dass Innovation und Fortschritt nie aufhören! Und deshalb: Wir nehmen die Herausforderung an!

Adel Al-Saleh

Adel Al-Saleh

Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG, T-Systems

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