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Thomas Kremer

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Künstliche Intelligenz mit menschlichem Gewissen

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Ein Beitrag von Thomas Kremer, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG.

Dr. Thomas Kremer, Vorstandsmitglied Datenschutz, Recht und Compliance.

Dr. Thomas Kremer, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG, Datenschutz, Recht und Compliance.

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Strategie zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI). Kanzleramtsminister Helge Braun sagte jüngst in einer Beratungsrunde, das Problem sei heute nicht das Beschränken, sondern das Ermöglichen von KI. Das sehen wir bei der Telekom ähnlich. So haben wir uns Leitlinien zum ethischen Umgang sowie dem Einsatz und der Entwicklung von KI gegeben.

Für viele Menschen klingt KI wahrscheinlich noch wie Science-Fiction. Ist sie aber nicht. Bei der Telekom setzen wir KI bereits ein.

Beispielweise beantwortet ein Bot mittlerweile einfache Serviceanfragen von Kunden. Unsere CONNECT App weiß durch intelligentes Machine Learning, wie gut die zur Verfügung stehenden Netz-Verbindungen sind. Die App entscheidet je nach Standort, ob WLAN oder Mobilfunk die bessere Wahl ist. Auch bei der Wartung von Brücken kann KI helfen. Ein digitales Frühwarnsystem aus Sensoren für Brücken, Tunnel oder Gebäude erkennt Warnsignale lange bevor sichtbare Anzeichen auftreten. 

Sie sehen also, KI kann in den unterschiedlichsten Formen auftreten. Drei Dinge sind jedoch immer zutreffend – das sogenannte ABC der KI:

A: Algorithmen – erst die Programmierung macht die Maschine schlau.

B: Big Data –Daten sind das Futter für den Algorithmus. Erst mit den Daten kann die Maschine lernen.

C: Computing Power – Milliarden an Datensätzen zu bearbeiten und zu transportieren erfordert enorme Rechnerleistung und schnelle Netze. Hier kommen wir als Telekom wieder ins Spiel. Der neue Netzstandard 5G wird noch mehr möglich machen als bisher.

In Zukunft wird KI durch bessere Algorithmen immer schlauer, durch mehr Daten immer genauer und durch beste Netze immer schneller. Eine wahre Power-Technologie der Zukunft also. Aber eine solch kraftvolle Technologie muss an den richtigen Stellen gezügelt werden. Ihr muss sozusagen ein Gewissen und Bewusstsein für ethisches Handeln gegeben werden. Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch erlaubt sein. Jetzt, wo die Technologie Fahrt aufnimmt, ist der richtige Zeitpunkt, die Weichen zu stellen. Es gilt die Art und Weise zu gestalten, wie wir mit der Technologie umgehen wollen. 

Diese Erkenntnis setzt sich jetzt mehr und mehr durch. Der Ruf nach ethischen Rahmenbedingungen von KI ist berechtigt und wird immer lauter. Bei Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. In Deutschland, Europa und auch in den USA.

  • Der Koalitionsvertrag sieht eine Datenethik-Kommission vor. 
  • Die Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz Katarina Barley möchte gemeinsam mit IT-Firmen ethische Rahmenbedingungen für die digitale Welt ausarbeiten, also eine „Corporate Digital Responsibility“. 
  • Gestern hat Google-Chef Sundar Pichai sieben Richtlinien zum ethischen Einsatz von KI veröffentlicht.
  • Die EU-Kommission will eine "On-demand"-Plattform und ein Observatorium für KI errichten, um "den Zugang zu den jüngsten Algorithmen" zu erleichtern. Auch soll eine Ethik-Charta kommen (in 2019). 
  • Im April haben führende Wissenschaftler in einem offenen Brief die Gründung eines Europäischen Labs für KI-Systeme angeregt. 

In dem Thema steckt also eine Menge Musik drin. Bei der Telekom haben wir jetzt gehandelt. Bereits seit Anfang letzten Jahres diskutieren wir das Thema mit unseren internen KI-Experten und Spezialisten aus dem Silicon Valley. Wir haben Anfang Mai neun Leitlinien für den Umgang und Einsatz von KI bei der Telekom veröffentlicht. An diese halten wir uns ab sofort. Es beginnt mit einem klaren Bekenntnis zur Verantwortung des Menschen. Das heißt konkret: Es gibt einen Verantwortlichen für jedes KI-System im Konzern. Dieser kann jederzeit in unsere KI-Systeme eingreifen, um Schäden zu vermeiden. Und wir verpflichten uns zu Transparenz: Kunden wissen immer, ob sie mit einem Menschen oder KI kommunizieren. Wir legen offen, welche Kundendaten wir für KI-Systeme nutzen und schützen sie vor unautorisiertem, externen Zugriff. Dies sind nur einige Beispiele. Alle neun Richtlinien können Sie hier nachlesen.

Unsere Leitlinien wollen kein „Stein der Weisen“ sein – auch wenn wir sie mit all unseren Experten in Sachen KI bei der Telekom und auch mit externen KI-Spezialisten entwickelt haben. Wir möchten über unsere Leitlinien reden. Mit Ihnen, mit der Öffentlichkeit, mit der Politik und anderen Unternehmen. So habe ich die Leitlinien vor kurzem auch mit unserem Datenschutzbeirat diskutiert. Die Mitglieder haben uns darin bestätigt, wie wichtig es ist, dass ein Unternehmen sich solche Leitplanken gibt. Und dass es gute Richtlinien sind. Sie waren positiv überrascht, dass wir das Thema als eines der ersten Unternehmen so aktiv angehen. Die Diskussion war intensiv und hat uns sehr ermutigt. Ein gutes Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Lassen Sie uns gemeinsam diese Power-Technologie der Zukunft gestalten. Ich freue mich auf weiteres Feedback und eine gute Diskussion.

Thomas Kremer ist Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance der Deutschen Telekom und Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex.

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