Konzern

Kerstin Günther - MINT-Talente stehen weltweit im Rampenlicht

  • Teilen
    2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen.
  • Drucken
  • Text vorlesen

Kerstin Günther, Managing Director Deutsche Telekom Pan-Net und Senior Vice President Technik Europa, arbeitet seit 1991 im Konzern Deutsche Telekom. Sie ist sie verantwortlich für Technik, IT und den Technischen Service in den zwölf europäischen Telekom-Ländern.

Kerstin Günther

Ihre Aufgabe: Eine integrierte, zentralisierte, virtualisierte und Cloud-basierte Produktionsinfrastruktur für alle Dienste- und Serviceplattformen aufbauen. Die Zukunft für MINT-Absolventen sieht sie rosig: „Ich kenne niemanden, der seine Karriere zuerst mit Finanzen begonnen und dann zur Technik gewechselt hat – aber viele, die erst eine technische Ausbildung beendet und sich dann später für ein Studium in einem ganz anderen Fachbereich entschieden haben“.

Die Welt wird täglich digitaler
Fakt ist, dass MINT-Ausbildungen – also Ausbildungen in Berufen, die mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik zu tun haben - Basis für weitere und breite Entwicklungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Forschung sind. Gerade die MINT-Fächer stehen weltweit im Rampenlicht: Die Welt wird täglich digitaler. Gefragt ist ein generelles Technikverständnis.

Technisches Wissen wird weltweit gebraucht
Kerstin Günther ist überzeugt, dass eine Ausbildung in einem MINT-Beruf ein gutes und breites Fundament für eine berufliche Zukunft bildet. Technisches Wissen wird weltweit gebraucht. Günther: „Ich sehe das etwa in den Ländern wie Ungarn oder Kroatien, die heute schon gezielt und intensiv viele Ausbildungen in den MINT-Zweigen fördern“.

„Über den Tellerrand schauen“
Sie selbst ist Ingenieurin für Elektrotechnik mit MBA-Abschluss im Bereich Finanzen. Lange Zeit war sie bei der Telekom in verantwortlichen Positionen in Ungarn und der Slowakei tätig. Im Rückblick beurteilt Günther diese Zeit so: „Für mich ist Karriere ohne Auslandserfahrung undenkbar. Denn über den Tellerrand zu schauen, ist meiner Meinung nach Bestandteil einer erfolgreichen Karriere. Auslandserfahrungen waren für mich daher der beste Teil meiner Entwicklung überhaupt“. Gerade die ersten zehn Jahren ihres Berufslebens, in der Günther im Ausland arbeitete, sieht sie sehr positiv: „In dieser Zeit lernte ich extrem viel – ich saugte alles auf.“

„Viel gelernt“
In Ungarn arbeitete sie an einem Joint Venture, das die Telekom mit einem amerikanischen Unternehmen gemeinsam ins Leben gerufen hatte. Drei Nationen trafen dort aufeinander. Dabei war es sehr wichtig, sich mit unterschiedlichen Kulturen auseinanderzusetzen, zu streiten und vor allem gemeinsame Lösungen zu finden. Als Technikerin lernte sie viel von den Amerikanern. Die Stärken amerikanischer Unternehmen sieht sie vor allem im Finanzbereich; beispielsweise bei Bilanzen und Vorbereitung eines Börsengangs sowie im Marketing. Von den Ungarn, so Günther, habe sie politische Verhaltensweisen gelernt. Diese zeichne es aus, alternative Lösungen zu finden, Themen anders anzugehen. Dazu kommt ihre Flexibilität und das Nutzen von Netzwerken.

Pragmatische Lösungen
Sie selbst sieht sich als europäische Managerin und ist stolz auf ihre ostdeutschen Wurzeln. Das Aufwachsen in der DDR kam ihr auch immer wieder bei der Arbeit in Zentral- und Osteuropa zugute: Sei es bei den Sprachen, der Emotionalität und Kultur bis zu dem immerwährendem Suchen nach pragmatischen Lösungen.

Lebenslang lernen
Den idealen Mitarbeiter in der Zukunft sieht sie als offenen Mitarbeiter, der Mut hat, neue Dinge auszuprobieren und bereit ist, lebenslang zu lernen. Vor allem muss er eine große Bandbreite von unterschiedlichen Themen verstehen und sich ein breitgefächertes Wissen aneignen.

„Mehr paneuropäische Regeln sind nötig“
Ihr Ziel: Eine Europäisierung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes im Telekommunikationsbereich. Die Gründe: In den USA werden 300 Millionen Menschen durch vier Netzbetreiber bedient. In China werden sogar eineinhalb Milliarden Menschen von vier Netzbetreibern versorgt. In Europa dagegen gibt es mindestens 200 Betreiber für gut 500 Millionen Menschen. Um effizienter produzieren zu können und global wettbewerbsfähig zu sein sind Vereinheitlichung und mehr paneuropäische Regeln nötig.

„Wir müssen uns wieder auf unsere Stärken besinnen“
Ihre Forderung: „Wir brauchen eine sichere und starke paneuropäische Telekommunikationsinfrastruktur. Und wir müssen uns wieder auf unsere Stärken besinnen: Technik, Innovation und Kreativität. Nur so können wir innerhalb Europas bestehen und weltweit führend sein. Wenn wir eigene Innovationsimpulse geben wollen, ob nun in Berlin, Krakau, oder Budapest, brauchen wir Rahmenbedingungen, um zu investieren und um die richtigen Mitarbeiter in Europa binden zu können.“

FAQ