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Die Feldhamster und das Rechenzentrum

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Bis vor sechs Jahren hat manch einer bestimmt gedacht, „Biere“ sei der Plural von „Bier“. Dann eröffnete die Telekom in dem 2500-Seelen-Ort eines der größten Rechenzentren Deutschlands. „Ein Bild und seine Geschichte“ berichtet über die grüne Wiese, auf der alles anfing.

Rechenzentrum Biere

Das "Daten-Fort-Knox" der Telekom in Biere. 

„Als die Bau-Überlegungen in Sachen Rechenzentrum intensiver wurden, war die Vorgabe ganz klar: Das System sollte auf Twin-Core-Basis laufen. Das bedeutet, dass zwei Rechenzentren als Zwilling arbeiten, um eine permanente Datenverfügbarkeit zu gewährleisten. So sind wir 20 Kilometer vom schon bestehenden Datencenter in Magdeburg auf der grünen Wiese von Biere gelandet, wo wir im Juli 2014 die Geburt des Zwillings gefeiert haben“, erzählt Johannes Krafczyk. 

Er gehörte zu den Projektmanagern vor Ort, die damals den Bau des jetzt 85.000 Quadratmeter großen Campus „Fort Knox für Daten“ mit begleitet hatten. „Mein Kollege und ich hatten für das gesamte Vorhaben eine Generalvollmacht. Denn wenn du in der Baustelle stehst und plötzlich liegt da eine Gasleitung, die nirgendwo verzeichnet war, kannst du nicht erst durch die höheren Gremien in Bonn touren, um zu fragen, was jetzt zu tun ist.“ Denn zu tun gab es eine Menge: Allein 11.000 Lkw-Ladungen an Erde mussten bewegt werden, damit das Gebäude errichtet werden konnte. „Wir waren damals auch viel mit Netzwerkarbeit beschäftigt. Zum Beispiel mussten wir Umweltverbände auf unsere Seite bringen, was uns durch die vorbildliche Umsiedlung mehrerer Feldhamsterkolonien bestens gelang“, erinnert sich Johannes Krafczyk.

Dabei ist Biere mittlerweile nicht nur das größte Cloud-Rechenzentrum der Telekom, sondern auch eines der größten und energieeffizientesten in Europa und mit dem LEED-Standard (Leadership in Energy and Environmental Design) in Gold zertifiziert. Das Datencenter selbst ist quasi personenfrei konzipiert. Das bedeutet, vor Ort befassen sich nur rund zehn Personen mit der Installation und Wartung der Server, von denen der Hochsicherheitstrakt mehr als 100.000 Stück fassen kann. Dazu kommen noch etwa 30 Personen, die den Wachdienst und technischen Service für Strom, Klimatechnik und die Diesel- Aggregate übernehmen. 

Rund 18 Monate reine Bauzeit brauchte es, den Campus zu errichten. „Dazu kam dann eine Komplextestphase von 100 Tagen, in der wir den Betriebsablauf und das Zusammenspiel der Komponenten intensiv getestet haben“, erzählt der Biere-Experte.  Für die große Eröffnungsfeier hatte das Projektteam schon zehn Monate vorher an die Tür des Bundeskanzleramts geklopft „Wir hatten sogar die Zusage von Angela Merkel – doch hat uns dann die Griechenland-Krise einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber wir hatten auch mit ihrem Vertreter Sigmar Gabriel einen schönen Tag“, schmunzelt er. 

Postreform II: Urkunde vom 20.12.1994 über die Umwandlung der Deutschen Bundespost in die Deutschen Telekom AG. Postreform II.

Eine Urkunde, die für Hektik sorgte

Daran, dass wir dieses Jahr 25 Jahre AG-Bestehen feiern können, hat Sabine Bornkessel großen Anteil. Sie gehörte damals zur "Koordinierungsstelle Deutsche Telekom AG" und holte in den Ministerien eigenhändig die fehlenden Unterschriften für den Eintrag ins Handelsregister ein.

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