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Wie Digitalisierung die Landwirtschaft verbessert

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Die Kommunikation zwischen Maschinen beschränkt sich nicht nur auf Fabrikhallen. Auch in der Landwirtschaft vereinfachen M2M-Lösungen Arbeitsabläufe und verschlanken Prozesse, etwa bei der Bewirtschaftung der Felder oder der Tierhaltung.

Um sich im harten wirtschaftlichen Wettbewerb zu behaupten und der weltweit steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln gerecht zu werden, folgen auch landwirtschaftliche Betriebe dem Trend und setzen auf Machine-to-Machine-Kommunikation, kurz M2M. Der automatisierte Austausch von Daten verschlankt Prozesse und vereinfacht Arbeitsabläufe.

Jeder fünfte Betrieb nutzt digitale Anwendungen
Bereits heute nutzt nahezu jeder fünfte Landwirtschaftsbetrieb digitale Anwendungen, bei Betrieben ab 100 Mitarbeitern ist es sogar jedes dritte Unternehmen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Durch den Einsatz digitaler Anwendungen in der Landwirtschaft erwartet der Verband in den nächsten zehn Jahren ein zusätzliches Wertschöpfungspotenzial von drei Milliarden Euro.

Einige Landwirte stehen die Digitalisierung trotz aller Vorteile noch kritisch gegenüber. „Gerade kleine Betriebe haben sicherlich oft die Sorge, dass sie Investitionen in digitale Landmaschinen nicht stemmen können“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Es gibt aber bereits viele Fälle, in denen Landwirte miteinander kooperieren, um sich beispielsweise einen Hightech-Traktor anzuschaffen und so die Chancen der Vernetzung zu nutzen.“

Intelligenter Mähdrescher
So ist es dem Landmaschinenhersteller Claas gelungen, den Ernteprozess durch den Einsatz eines intelligenten Mähdreschers deutlich zu verbessern. Traktoren und Erntemaschinen werden mit der Telekom Cloud verbunden, um einen schnellen Informationsaustausch zwischen den Geräten zu ermöglichen.
Sobald der Korntank des Mähdreschers voll ist, wird automatisch der Traktor zur Abholung des Getreides gerufen. Leerläufe, die aufgrund einer kostspieligen Miete der Erntemaschinen wirtschaftliche Einbußen nach sich ziehen, werden auf diese Weise vermieden. Das kann sich lohnen: Eine Unterbrechung der Logistikkette kann Landwirte bei Mähdrescherpreisen von bis zu einer halben Million Euro schnell 1000 Euro pro Stunde kosten.

Elektronische Arbeitszeiterfassung
Die Zukunft der Landwirtschaft ist auch in anderen Bereichen vernetzt. Im nordrhein-westfälischen Lohmar, unweit von Köln, nutzt der Krewelshof die elektronische Arbeitszeiterfassung des Unternehmens MobilZeit. Der landwirtschaftliche Betrieb senkt damit den Verwaltungsaufwand, der sich durch die gesetzlichen Vorgaben zum Mindestlohn erheblich vergrößert hat.

Mithilfe der Zeiterfassung gelingt es dem Hof, seinen Aufzeichnungspflichten nachzukommen. Zudem ergeben sich betriebswirtschaftliche Vorteile, indem die Arbeitszeit im System verschiedenen Bereichen zugeordnet werden kann. Arbeitszeiten im Hofladen und Erntemengen auf Feldern können so zum Beispiel genau erfasst und betriebswirtschaftlich eingeordnet werden. Dazu tragen die Mitarbeiter des Betriebs einen RFID-Transponder am Schlüsselbund, der optisch einem Einkaufswagenchip ähnelt. RFID steht für Radiofrequenz-Identifikation, also die Identifizierung per Funk, und ermöglicht die kontaktlose Datenerfassung.

Intelligente Dosierung von Wasser und Dünger
Bei der Bewirtschaftung von Feldern unterstützen M2M-Lösungen Landwirte dabei, Wasser- und Düngermengen genau zu dosieren. Mithilfe von Sensoren werden Parameter wie die Temperatur, der pH-Wert oder die Bodenfeuchtigkeit erfasst. Die Automatisierung der Ventile des Bewässerungssystems senkt dabei den Wasserverbrauch durchschnittlich um 30 bis 50 Prozent. Die ausgebrachte Menge Düngemittel lässt sich ebenfalls um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Stall- und Siloklima immer im Blick
Durch den Einsatz von M2M-Lösungen haben Landwirte das Klima in Stall und Silo stets im Blick. Klimabedingte Erkrankungen der Tiere, die bereits durch kurzfristige Temperaturschwankungen hervorgerufen werden können, werden so verhindert. Eine digitale Siloüberwachung kontrolliert mittels Sensoren den Füllstand des Silos und bestellt bei Bedarf automatisch Nachschub. Erweitert werden kann die Lösung zudem um Temperatur- und Luftfeuchtigkeits¬sensoren, die das Verderben der Siloinhalte abwenden. Gibt es Unregelmäßigkeiten oder überschreiten Temperatur und Feuchtigkeit bestimmte Grenzwerte, werden die Landwirte dank solcher Lösungen per SMS oder E-Mail informiert.

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