Verantwortung

"Kein Grund zur Panik"

  • Teilen
    2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen.
  • Drucken
  • Text vorlesen

Die Telekom hat den neuen Bericht "Sicherheit im Internet" veröffentlicht. Im Interview erläutert Thomas Tschersich, Leiter IT-Sicherheit bei der Telekom, die aktuelle Bedrohungslage - und wie das Unternehmen darauf reagiert.

Sie haben jetzt den neuen Bericht "Sicherheit im Internet" veröffentlicht. Wie hat sich die Bedrohungslage verändert? Thomas Tschersich: Die Bedrohungslage im Internet hat sich insgesamt deutlich verschärft. Über die Aktionen von Hacker-Gruppen wie Anonymous und staatlich motivierte Cyberangriffe mit Programmen wie Stuxnet und Flame haben die Medien breit berichtet. Nicht so bekannt ist, dass es inzwischen täglich rund 100.000 neue Varianten von Schadsoftware gibt. Das entspricht einer Verdoppelung innerhalb eines Jahres. Das klingt so, als sollte man einen Bogen um das Internet machen ... Thomas Tschersich: Für Panik gibt es keinen Grund. Über vernünftig gewartete, aktualisierte Systeme können 90 Prozent der Angriffe erfolgreich abgewehrt werden. Das liegt zum einen in der Verantwortung der Unternehmen und Diensteanbieter. Zum anderen aber auch bei den Verbrauchern. Sie müssen sich nicht nur im realen Leben vor Risiken schützen, sondern sollten auch dafür sorgen, dass sie nicht ungeschützt im Internet unterwegs sind - beispielsweise mit einem Virenschutz, der immer auf dem aktuellen Stand ist. Und wie reagiert die Telekom auf die Bedrohungslage? Thomas Tschersich: Für die Telekom ist Sicherheit im Internet entscheidend - unsere neuen Geschäftsfelder wie die Cloud und die intelligenten Netze etwa für Bereiche wie Energie und Medizin basieren darauf. Deshalb setzen wir verstärkt auf Analyse: Mit einem Frühwarnsystem erkennen wir neue Quellen und Formen von Angriffen, analysieren das Verhalten von Angreifern und identifizieren neue Trends. Wie machen Sie das konkret? Thomas Tschersich: Wir beobachten kontinuierlich die Gefahrenlage im Netz, zum Beispiel mit unseren so genannten Honeypots. Wir haben weltweit mehr als 55 dieser Systeme im Einsatz, um Angriffe auf Systeme anzulocken, die isoliert von unserer eigentlichen Infrastruktur sind. Täglich registrieren wir darüber bis zu 400.000 Angriffe. Und was machen Sie mit den Erkenntnissen? Thomas Tschersich: Wir nutzen sie, um die Sicherheit unserer Systeme zu verbessern - und damit die Sicherheit unserer Kunden. Wir bekommen zum Teil auch Hinweise, dass Rechner unserer Kunden infiziert sind. Darüber informieren wir sie selbstverständlich. Und schließlich tauschen wir die Erkenntnisse über die Gefahrenlage mit öffentlichen und privaten Stellen aus. So informieren wir beispielsweise die Anti-Virus-Anbieter über neue Schadprogramme. Der Informationsaustausch ist entscheidend, um der Cyberkriminalität Paroli bieten zu können. Um das weiter voranzutreiben, haben wir gemeinsam mit der Münchner Sicherheitskonferenz Top-Manager der deutschen Wirtschaft und Vertreter der Politik im September nach Bonn ein. Wir brauchen mehr Zusammenarbeit, um maximale Sicherheit zu erreichen.

FAQ

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die Nutzung der Website {js_accept}akzeptieren{js_accept} Sie die Verwendung von Cookies. Weitere Informationen finden Sie hier.