Studien beweisen: Frauen bewirken etwas!

Drei Kollegen im Büro, Frau im Vordergrund.

Die Förderung von Frauen in Unternehmen ist längst nicht mehr nur eine Frage der Fairness. Eine Gleichstellung der Geschlechter steigert Produktivität, Profitabilität und Gewinn.

Ein hoher Frauenanteil in Führungspositionen bringt ökonomische Vorteile für Unternehmen. Das belegen seit Jahren immer wieder internationale Studien – die auch weitere Pluspunkte aufzeigen.

Die Förderung von Frauen in Unternehmen ist längst nicht mehr nur eine Frage der Fairness. Eine Gleichstellung der Geschlechter steigert Produktivität, Profitabilität und Gewinn – zu diesem Ergebnis kam schon 2003 die Agentur NUTEK, die 14.000 Unternehmen in Schweden analysierte. Die Catalyst-Studie "The Bottom Line: Connecting Corporate Performance and Gender Diversity" entdeckte bei 353 Unternehmen aus dem Fortune 500 Index 2004 einen ähnlichen Zusammenhang: Firmen mit einem starken Frauenanteil im Top-Management erzielten zwischen 1996 und 2000 höhere Aktien- und Eigenkapitalrenditen. Eine McKinsey-Analyse von Catalyst-Unternehmensdaten bestätigte diese Beziehung 2007 erneut: Die deutlich besten Resultate erzielten Firmen mit drei oder mehr weiblichen Vorständen. Schon 2001 hatte Roy D. Adler von der Pepperdine Universität in Malibu bei 215 Unternehmen der Fortune 500 einen Zusammenhang zwischen der Anzahl weiblicher Führungskräfte und einer überdurchschnittlichen Rentabilität beobachtet.

"Weibliche" Führungsstile
Neben den rein ökonomischen Vorteilen haben Untersuchungen zum Diversity Management weitere positive Auswirkungen festgestellt: Laut McKinsey zum Beispiel sind in Sachen Führungsstil künftig "weibliche" Eigenschaften stärker gefragt. Die Unternehmensberatung identifizierte in ihrer Studie "Women Matter 2" (2008) vier Verhaltensweisen, mit denen Führungskräfte in Zukunft effektiv auf globalen Herausforderungen reagieren sollten. Frauen und Männer setzten dabei gleichermaßen auf "intellektuelle Anregung". Weibliche Führungskräfte hingegen vertrauen zudem häufiger als Männer auf Führungseigenschaften wie "Inspiration", "partizipative Entscheidungsfindung" sowie "Erwartungen und Belohnungen".

Vielfalt im Einklang
Unternehmen mit einem "Diversity Image" und einer heterogenen Führungsriege haben auch einen höheren Firmenwert als andere. Das stellten 2006 die amerikanische Cornell University und die Georgia State University in ihrer Analyse der Fortune 500 Unternehmen für den Zeitraum von 1998 bis 2003 fest. Ein solches Image würden Investoren als positives Signal für die künftige Unternehmensentwicklung deuten, da Risiken in Folge von Klagen und Schadensersatzforderungen geringer ausfielen. Und auch heterogene Projektgruppen haben einen wesentlichen Vorteil für Unternehmen: Sie sind kreativer. Bereits vor zehn Jahren ergaben Experimente der niederländischen Universität Tilburg, dass Gruppen, die aus Frauen und Männern bestehen, bei der Arbeit mehr Ideen, Perspektiven und Zusammenhänge finden als homogene Teams.

Übrigens: 5,4 Prozent der Aktien der Deutschen Telekom sind in Nachhaltigkeitsfonds angelegt, zu deren Kriterien unter anderem die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern zählt (Stand 2009).

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