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René Bresgen

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  • Human AI Art Award 2026 geht an Christopher Kulendran Thomas
  • Pionierarbeit im Spannungsfeld von Kunst und Technologie ausgezeichnet
  • Immersive Installation im Human AI Art Space vor dem Kunstmuseum Bonn
Christopher Kulendran Thomas adaptiert seine Arbeit Peace Core zu einer immersiven Installation.

Christopher Kulendran Thomas adaptiert seine Arbeit Peace Core zu einer immersiven Installation. © Maris Hutchinson

Die Deutsche Telekom und das Kunstmuseum Bonn verleihen zum dritten Mal den Human AI Art Award. Diesjähriger Preisträger ist der Künstler tamilischer Abstammung Christopher Kulendran Thomas. Mit der Preisverleihung am 24. Juni 2026 wird auch die knapp dreimonatige Ausstellung im Human AI Art Space vor dem Kunstmuseum Bonn eröffnet. Sie wird Kulendran Thomas‘ ortsspezifische immersive Installation Peace Core (surround), 2026, zeigen. Der Human AI Art Award würdigt seit 2024 jährlich Künstler*innen, die im Spannungsfeld von Bildender Kunst und modernster Technologie, insbesondere Künstlicher Intelligenz, arbeiten und hier Pionierarbeit leisten.

Christopher Kulendran Thomas: „Die Unterscheidung zwischen den dualen Fiktionen ‚Mensch‘ und ‚KI‘ ist etwas, das meine Arbeit der letzten zehn Jahre durchgehend beschäftigt hat; ich danke der Jury sowie der Deutschen Telekom und dem Kunstmuseum Bonn für die Möglichkeit, eine meiner Installationen räumlich neu zu denken und diesen Sommer in Bonn der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen.“

Ausstellung im Human AI Art Space

Für den Human AI Art Award 2026 hat Christopher Kulendran Thomas seine Videoinstallation Peace Core für den Human AI Art Space neu konzipiert. Peace Core (surround) ist eine immersive Videoinstallation von unendlicher Dauer, die auf mehreren Bildschirmen US-amerikanische Fernsehsendungen zeigt, die in den letzten Momenten vor den Ereignissen des 11. September 2001 ausgestrahlt wurden. Dieses Material wird in Echtzeit von einem KI-Algorithmus endlos neu gemischt und bearbeitet, der auf Vaporwave-Ästhetiken und dem Stil früherer TikTok-Corecore-Videos trainiert ist.

Peace Core (surround) taucht den Raum in ein warmes Licht und dehnt die „Illusion von Unschuld“ vor den weltverändernden Ereignissen und den daraus folgenden geopolitischen Verschiebungen aus, die auch in Tamil Eelam spürbar wurden, dem Heimatland der Familie von Kulendran Thomas. 

Die Ausstellung wird am 24. Juni um 19 Uhr im speziell für den Preis entworfenen Human AI Art Space vor dem Kunstmuseum Bonn eröffnet. Zur Preisverleihung und Eröffnung wird der Preisträger Christopher Kulendran Thomas anwesend sein. 

Außergewöhnliche Künstlerposition

Die Deutsche Telekom und das Kunstmuseum Bonn setzen ihre erfolgreiche Kooperation mit dieser außergewöhnlichen Künstlerposition fort. „Als Deutsche Telekom legen wir großen Wert auf einen verantwortungsvollen und ethisch reflektierten Umgang mit modernen Technologien. Dabei setzen wir uns bewusst mit ihren gesellschaftlichen Auswirkungen auseinander“, sagt Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. „Vor diesem Hintergrund fördern wir ausdrücklich die künstlerische Betrachtung von Künstlicher Intelligenz als Brücke zwischen Technologie und Alltag. Kunst kann abstrakte Entwicklungen emotional erlebbar machen. Zugleich eröffnet sie Räume für Reflexion und Dialog. Vor allem darin liegt ihre Stärke und ihr gesellschaftlicher Wert.“

Fragile Balance zwischen Herkunft und Zukunft

Dr. Claudia Emmert, Intendantin des Kunstmuseums Bonn und Jurymitglied, reflektiert die Entscheidung der Jury: „Christopher Kulendran Thomas setzt sich in seinem Werk mit der fragilen Balance zwischen Herkunft und Zukunft auseinander – mit der Frage, wie moderne Technologien und algorithmische Prozesse Traditionen nicht nur verändern, sondern aktiv überschreiben. Vor dem Hintergrund seiner tamilischen Herkunft und der systematischen Zerstörung der Kultur Tamil Eelams im Jahr 2009, gewinnt diese Untersuchung eine existenzielle Tiefe. Kulendran Thomas macht in seinen Installationen die KI zum Dirigenten der kulturellen Evolution. Damit führt er den Besucher*innen sowohl die schöpferische Kraft als auch das manipulative Potenzial algorithmischer Intelligenz vor Augen. Seine Kunst verortet sich meisterhaft im Spannungsfeld zwischen freier Inspiration und technologischer Determination und stellt die Frage, wer in einer vernetzten Welt die Deutungshoheit über unsere Geschichte behält.“

Für die dritte Ausgabe des Human AI Art Awards wurden 33 internationale Künstler*innen von einer renommierten Nominierungsjury vorgeschlagen, 28 davon haben sich für den Preis beworben. Christopher Kulendran Thomas wurde gleich zweimal nominiert. 

Seit fast einem Jahrzehnt arbeitet Christopher Kulendran Thomas mit künstlicher Intelligenz, um die Mythen des westlichen Individualismus zu hinterfragen. Er verbrachte seine prägenden Jahre in London, nachdem seine Familie, die den Tamilen angehört, Sri Lanka angesichts zunehmender ethnischer Unterdrückung verlassen hatte. Heute arbeitet der Künstler interdisziplinär mit KI-Technologien kooperiert mit Architekt*innen, Autor*innen, Technolog*innen und Musiker*innen aus aller Welt. Kulendran Thomas’ Werke sind in bedeutenden Sammlungen vertreten, wie in der des Museum of Modern Art in New York. 

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