Verantwortung

Alexandra Hörsch

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Der neue CR-Bericht ist da. Robert Metzke, Leiter Unternehmensverantwortung, erklärt im Interview, wie sich die Telekom in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung entwickelt hat – und warum die „Netto-Null“ erst der Anfang ist.

Robert, du bist jetzt seit Anfang des Jahres für den Bereich Group Corporate Responsibility verantwortlich. Was war für dich bisher ein persönliches Highlight?

Robert Metzke: Ganz klar der Moment, in dem wir konzernweit die Klimaneutralität im eigenen Betrieb verkündet haben. Es ist etwas Besonderes, wenn ein zunächst abstraktes Ziel Realität wird. Wir haben gezeigt, dass sich ambitionierte, wissenschaftlich fundierte Klimaziele auch tatsächlich umsetzen lassen. Viele Teams haben international über Jahre daran gearbeitet – an unseren Standorten in Deutschland, aber auch in unseren Länderbeteiligungen überall auf der Welt. Wir haben an vielen Stellschrauben gedreht, sind ständig besser geworden: bei der Beschaffung und Speicherung erneuerbarer Energien, bei Netzausbau und -modernisierung, bei IT, Gebäudemanagement und E-Mobilität. Und ganz wichtig: Auch beim Thema Kreislauffähigkeit sind wir vorangekommen. 

Der neue CR-Bericht ist voller Zahlen. Darum wieder die kleine Challenge: Wenn du dich auf eine Zahl beschränken müsstest – welche wäre es?

Robert Metzke: Die Sechs.

Warum?

Robert Metzke, Leiter Unternehmensverantwortung.

Robert Metzke, Leiter Unternehmensverantwortung. © Deutsche Telekom

Robert Metzke: Weil sie zeigt, wie stark Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenwirken. 2025 konnten Kund*innen in Deutschland mit digitalen Lösungen der Telekom rechnerisch mehr als sechsmal so viel CO₂ einsparen, wie im eigenen Betrieb der Telekom entstanden ist. Im Ergebnis entspricht das rund 23,5 Millionen Tonnen CO₂e. Das macht deutlich: Wir reduzieren nicht nur unsere eigenen Emissionen, wir ermöglichen auch anderen, nachhaltiger zu handeln.

Stichwort Technik und Innovation: Wo siehst du aktuell die größten Hebel?

Robert Metzke: Ganz klar im Netz und in der IT. Moderne Technologien – auch KI – helfen uns, Energie effizienter zu nutzen, zum Beispiel durch intelligente Steuerung im Mobilfunk oder durch besonders effiziente Rechenzentren. Gleichzeitig achten wir schon bei der Entwicklung neuer Technologien darauf, dass sie möglichst ressourcenschonend sind. Nachhaltigkeit ist also kein nachgelagerter Schritt mehr, sondern von Anfang an Teil des Designs.

Du hast Technik schon angesprochen – ein Schwerpunkt ist auch die Kreislaufwirtschaft. Was bedeutet das konkret?

Robert Metzke: Unser Ziel ist, dass bis 2030 nahezu alle von uns in Umlauf gebrachten Produkte und technischen Teile in den Kreislauf zurückgeführt werden können – von den Netzkomponenten bis zu einem großen Teil unserer Endgeräte. Dafür verlängern wir Lebenszyklen, setzen auf Wiederaufbereitung und Recycling und entwickeln neue Messgrößen wie den Telco Circularity Score. Das ist ein wichtiger Hebel, um Ressourcen zu schonen und gleichzeitig die Resilienz unseres Unternehmens zu stärken. Wir entsorgen noch immer viel zu viel wertvolle Rohstoffe und Elektronik, und importieren neue Materialien über teils instabile Lieferketten – statt klug zu nutzen, was wir bereits haben! Das müssen wir ändern!

Gab es etwas, das dich im vergangenen Jahr besonders überrascht oder gefreut hat?

Robert Metzke: Mich beeindruckt immer wieder, wie viel wir durch Technologie ermöglichen können. Unsere Lösungen helfen Kundinnen und Kunden, Emissionen in großem Maßstab zu reduzieren. Gleichzeitig sehe ich, wie stark das Engagement im Unternehmen ist – auch gesellschaftlich. Millionen Menschen profitieren von unseren Angeboten für digitale Teilhabe oder von unserem Einsatz in Krisensituationen. Das zeigt, wie breit wir Verantwortung verstehen.

Und gesellschaftlich – machen wir genug?

Robert Metzke: Wir leisten einen großen Beitrag, aber wir geben uns erst zufrieden, wenn wirklich alle dabei sind. Digitale Teilhabe ist für uns zentral: Wir wollen, dass alle Menschen Zugang zu digitalen Technologien und Kompetenzen haben. Das ist unser Kerngeschäft.

Darüber hinaus haben allein im vergangenen Jahr haben rund 41 Millionen Menschen auch direkt von unseren Aktivitäten des sozialen Engagements profitiert. Unsere Mitarbeitenden haben dabei mehr als 215.000 Freiwilligenstunden geleistet – das entspricht etwa 27.000 Arbeitstagen.

Ein Schwerpunkt liegt auf Bildung und digitaler Teilhabe – etwa mit Initiativen wie Teachtoday oder konkreten Angeboten für Schulen und Schüler*innen. Und auch in Krisensituationen sind wir da, wenn wir gebraucht werden. Gleichzeitig positionieren wir uns klar gegen Hass im Netz.

Wie geht es jetzt weiter – was sind die nächsten Schritte nach der Netto-Null?

Robert Metzke: Jetzt geht es darum, die Transformation konsequent weiterzuführen. Das bedeutet: noch tiefere Integration von Nachhaltigkeit im Kerngeschäft, mehr Fortschritte entlang der Lieferkette, weitere Effizienzgewinne im Netz und in der IT und ein klarer Fokus auf Kreislaufwirtschaft. Und das nicht aus Selbstzweck, sondern weil sich Nachhaltigkeit auszahlt - für die Menschen, die Umwelt und den Konzern. Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg gehören bei der Telekom zusammen. Das geht alle an, verbindet und gibt jede Menge Energie für unser Telekom Schwungrad.  

Mädchen hält Blumen vor die Augen.

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Informationen rund um das ökologische und soziale Engagement der Deutschen Telekom.