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Leben und arbeiten

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Ungestört im Arbeitszimmer sitzen, während die lieben Kleinen im Westflügel toben? Das gibt nicht jeder Grundriss her.  Die meisten von uns dürften deutlich beengter hausen. Nicht gerade ideal für das mobile Arbeiten, das uns auch nach der Krise erhalten bleiben wird. Über die Zukunft des Wohnens.

Corona hat die persönlichen Spannweiten grundlegend verändert: Zuhause rücken wir zwangsläufig zusammen, während anderorts Abstand geboten ist. „Unser persönlicher Raum wächst um 1,5 Meter. Müssen jetzt unsere Gebäude mit uns wachsen?“, fragen die Architekten niederländischen Büros MVRDV.  Das wird kaum möglich sein. Denn schon jetzt platzen Städte aus allen Nähten, ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Größere Häuser? Dafür fehlt es an Platz und Geld. Um Arbeit und Privatleben unter einem Dach erträglich zu machen, sind künftig kreativere Lösungen gefragt. 

Grundriss der „Elastischen“ Wohnung. Büro im Gartenhaus.

Grundriss der „Elastischen“ Wohnung. Büro im Gartenhaus. (PPAG architects. Richard John Andrews, Chris Snook)

Aus dem Schlafzimmer wird tagsüber das Home-Office

Eine Idee ist, Räume im Tagesverlauf „mit unterschiedlichen Funktionen zu belegen“, wie es der Architekturjournalist Anh-Linh Ngo vorschlägt. Schlafräume mit Klappbetten könnten so zum Beispiel tagsüber in Wohn- oder Arbeitszimmer verwandelt werden. Die Wiener Architekten Popelka und Poduschka haben schon vor Corona eine komplett „elastische Wohnung“ entworfen: Dort sind um einen zentralen Raum sieben quadratische Zimmer angeordnet, die flexibel genutzt und mit Trennelementen vergrößert oder verkleinert werden können.

In den eigenen vier Wänden fällt Abgrenzung schwer

In der deutschen Durchschnittswohnung dürfte Elastizität jedoch eher eine Illusion sein. Bereiche im Paravent-Stil mit Schiebewänden oder Vorhängen zu trennen hält der Münchner Architekt Lukas Völker nicht für alltagstauglich. „Das sind Flexibilitätsmodelle, die der heutigen Realität nicht mehr gerecht werden. Wer zuhause telefoniert oder an einer Videokonferenz teilnimmt, will nicht im Hintergrund die Waschmaschine hören.“ In den eigenen vier Wänden falle die Abgrenzung grundsätzlich schwer, sagt der Vater eines Kleinkindes auch aus der Erfahrung der vergangenen Monate. Er plädiert deshalb dafür, Wohnen und Arbeiten deutlich zu trennen. Ein Modell seien Wohnungsbauten mit separaten Räumen, in denen man flexibel arbeiten kann. „Hier ist das Konzept, dass man eine Wohnung kauft und anteilig ein Stück Büro.“ Nach diesem Prinzip entstanden genossenschaftliche Wohnbauprojekte in Großstädten wie München, Berlin oder Zürich. Neben den privaten Wohnungen gibt es hier Gemeinschaftsflächen, die flexibel zum Beispiel als Coworking Spaces oder Kinderhorte genutzt werden können. 

Schöner arbeiten

Für Hausbesitzer in den Speckgürteln hingegen lohnt sich ein Blick in die Architektur- und Designzeitschrift Dezeen. Als praktische Sofortlösung für heimische Platzprobleme präsentierte sie zwölf Büro-Gartenhäuschen. Die Bewohner sind zu beneiden: Die Waschmaschine ist in ihrem kleinen Idyll garantiert nicht zu hören.
 

Unsere Arbeitswelt nach der Pandemie eine andere sein. Nun geht es darum, sie erfolgreich zu gestalten.

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