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Michaela Kühn

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Deutschlands erste KI-Fabrik für die Industrie geht in München offiziell in Betrieb

  • Eine der größten KI-Fabriken Europas stärkt Europas digitale Souveränität 
  • „Deutschland Stack“ für souveräne KI-Anwendungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung 
  • Telekom und Siemens: Deutsche Ingenieurskunst trifft souveräne KI
  • SOOFI-Projekt: Entwicklung eines souveränen, europäischen Sprachmodells auf der Industrial AI Cloud
Deutschlands erste KI-Fabrik für die Industrie

Eine der größten KI-Fabriken Europas stärkt Europas digitale Souveränität. © Deutsche Telekom AG / Cindy Albrecht

Die Deutsche Telekom nimmt heute ihre Industrial AI Cloud im Beisein von namhaften Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft offiziell in Betrieb. Die KI-Fabrik wurde in den letzten sechs Monaten gemeinsam mit NVIDIA und dem Datacenter-Partner Polarise aufgebaut. Die Telekom stellt damit Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie dem öffentlichen Sektor in Deutschland und Europa hoch performante, souveräne Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) zur Verfügung. Mit dem Aufbau der KI-Fabrik im Münchner Tucherpark entsteht ein neuer KI-Hub für Deutschland. Mehrere Unternehmen nutzen die KI-Rechenkapazitäten ab sofort. Beispielsweise kombiniert der Münchner Anbieter Agile Robots künstliche Intelligenz mit Robotik und bringt sein KI-Fundament in die Industrial AI Cloud ein. Oder PhysicsX – ein Unternehmen, dass sich auf technische Simulation spezialisiert hat, um die Entwicklungszeit von Produkten und Produktteilen verkürzen. Die KI-Fabrik ist mit den bisherigen Kunden bereits über ein Drittel ausgelastet.

„Wir reden nicht, die Telekom macht”, betont Tim Höttges, CEO Deutsche Telekom. “Wir investieren in KI, in den deutschen Standort und in Europa. Unsere KI-Fabrik in München ist die Basis für innovative Geschäftsmodelle, für die Industrie, Start-ups und den Staat – und für Souveränität. Wir beweisen hier, dass Europa KI kann.“ Bisher nutzen viele Unternehmen KI zurückhaltend, weil sie den Abfluss ihrer Daten außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums fürchten. Dadurch entgehen ihnen Kostenvorteile mit entsprechend (negativen) Auswirkungen auf Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

„Damit die Investitionsoffensive gelingt, brauchen wir beides – öffentliche und private Investitionen. Für die öffentlichen Investitionen haben wir die Voraussetzungen geschaffen und arbeiten jetzt daran, dass mit Tempo investiert wird“, sagt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. „Ich konnte mich heute in beeindruckender Weise davon überzeugen, dass auch die privaten Investitionen anlaufen. Für mich ist besonders wichtig: Technologieführerschaft muss der Kern des künftigen Geschäftsmodell Deutschlands sein. Hier wurde ein wichtiger Pflock für das deutsche und europäische KI-Ökosystem gesetzt. Davon profitieren nicht nur innovative Unternehmen, das stärkt auch die digitale Souveränität.“

In der Münchner Industrial AI Cloud stehen ab sofort Rechen- und Speicherressourcen für KI-Anwendungen zur Verfügung. Die Infrastruktur basiert auf rund 10.000 NVIDIA Blackwell GPUs, darunter NVIDIA DGX B200 Systeme und NVIDIA RTX PRO™ Server GPUs, die auf moderner NVIDIA-Technologie basieren, und eine Rechenleistung von bis zu 0,5 ExaFLOPS liefert. Damit könnten alle 450 Millionen EU Bürger*innen gleichzeitig einen KI-Assistent bzw. Chatbot nutzen. 

Die Telekom betreibt die KI-Fabrik unter strengen Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Verfügbarkeit auf deutschem Boden. 

Souveräner „Deutschland Stack“ für Wirtschaft und Verwaltung

Die KI-Fabrik ist die Basis für den sogenannten „Deutschland Stack“, den die Telekom gemeinsam mit SAP bereitstellt: Die Telekom-Tochter T-Systems verantwortet die Infrastruktur- und Plattformebene inklusive T Cloud. SAP liefert darauf aufbauend die Business Technology Platform und leistungsfähige Fach- und KI-Anwendungen. Dieser “Tech-Baukasten” stellt alle technischen Elemente bereit, die Kunden für ihre Cloud-Transformation brauchen. So lassen sich branchenspezifische Lösungen etwa für öffentliche Einrichtungen, innere Sicherheit, Industrie sowie Mittelstand schnell, sicher und regelkonform umsetzen. 

Mit dieser Partnerschaft decken Telekom und SAP von der physischen Infrastruktur bis zur Software alles ab, was Unternehmen für moderne KI-Anwendungen brauchen – Experten sprechen von einem Stack. Damit können über die reine Rechenleistung hinaus Beratung entlang der konkreten Bedürfnisse der Kunden erfolgen.

Deutsche Ingenieurswesen trifft souveräne KI

Die Partnerschaft von Siemens und Telekom verbindet Ingenieurswesen mit sicherer, souveräner IT, Konnektivität und KI-Rechenleistung. Siemens’ Industrieexpertise und die Integration des Simulations-Portfolios SIMCenter auf der Industrial AI Cloud bilden die Basis für neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und mehr Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Die Software-Suite für hochpräzise Simulationen und digitale Zwillinge ermöglicht Unternehmen ihre Produkte virtuell zu entwickeln, zu testen und sehr viel schneller zur Marktreife zu bringen und spart damit erheblich Kosten ein Großindustrielle Lösungen wie der Digital Twin Composer, GPU-basierte Simulationen und KI-Copiloten werden über die KI-Fabrik für Unternehmen nutzbar gemacht. 

„Gemeinsam mit der Telekom bringen wir unsere Software in eine GPU-beschleunigte, souveräne Cloud – und können damit die Simulationszeiten unserer Kunden drastisch verkürzen. Davon profitieren auch kleine und mittlere Unternehmen. Das ist kein Zukunftsversprechen“, betont Cedrik Neike CEO von Digital Industries und Mitglied des Vorstands der Siemens AG. „In München, in einer der größten KI-Fabriken Europas, ist es bereits Realität. Und für künftige KI-Gigafactories wird die Telekom als eine der ersten unsere Blaupausen für die Rechenzentren der Zukunft testen – um neue Zentren noch schneller, effizienter und günstiger zu entwickeln.“

Maximale Rechenleistung bei minimalem CO₂-Fußabdruck

Für die KI-Fabrik wurde im Rahmen der laufenden Revitalisierung des Tucherparks, eines der größten europäischen Stadtentwicklungsprojekte ein ehemaliges Rechenzentrum mit einer Fläche von etwa 10.700 qm entkernt und grundlegend modernisiert. Ausgestattet mit leistungsstarker Glasfaseranbindung und modernster Technik.

Das Rechenzentrum wird vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben. Es ist auf höchste Energieeffizienz ausgelegt. Die Abwärme wird in Zukunft das gesamte Quartier Tucherpark mit Wärme versorgen. Ein modernes Kühlkonzept setzt auf Kühlung des Rechenzentrums durch Wasser des nahegelegenen Eisbaches. Die Industrial AI Cloud fügt sich damit in die Nachhaltigkeitsstrategie der Telekom ein.

Partnerökosystem aus Industrie, Forschung und Start-ups

Rund um die Industrial AI Cloud wächst ein breites Ökosystem aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups. Industriepartner können beispielsweise digitale Zwillinge von Fabriken und Anlagen aufbauen, Fertigungsprozesse simulieren oder Robotik- und Qualitätsprüfungsanwendungen entwickeln. Start-ups nutzen die NVIDIA-KI-Plattform, um die Bereitstellung neuer KI-Dienstleistungen auf den Markt zu beschleunigen. Forschungseinrichtungen erhalten Zugang zu souveräner Hochleistungsrechenpower für ihre Projekte. 

Die Industrial AI Cloud steht ab sofort Kunden aus Industrie, Start-ups, Forschung und öffentlichem Sektor zur Verfügung. Unternehmen können Rechenleistung und Plattformdienste flexibel nach Bedarf buchen – von Pilotprojekten bis hin zu unternehmenskritischen Produktionssystemen. 

Europäische Souveränität: SOOFI-Projekt auf der Industrial AI Cloud

Zu den ersten Großprojekten auf der Industrial AI Cloud gehört das Forschungsprojekt SOOFI (Sovereign Open Source Foundation Models). Die Leibniz Universität Hannover hat der Telekom einen Auftrag erteilt, um die technische Infrastruktur für die Entwicklung eines neuen europäischen Large Language Models (LLM) bereitzustellen.

Ziel von SOOFI ist ein souveränes Open-Source-Sprachmodell mit rund 100 Milliarden Parametern, das vollständig in Europa trainiert und betrieben wird und europäische Sprachen fokussiert. Damit entsteht eine der wichtigsten europäischen KI-Initiativen für vertrauenswürdige, souveräne Sprachmodelle. Im Fokus sind europäische Sprachen und industrielle Anwendungen. 

Weitere Stimmen

Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister Bayern 

„Bayern ist nach installierter Leistung bereits heute der zweitgrößte Rechenzentrumsstandort in Deutschland. Wir haben eine starke Industrie, exzellente Forschung und beste Vernetzung – das sind ideale Voraussetzungen für industrielle KI. Mit dem Bayerischen Aktionsplan sorgen wir dafür, dass sich Rechenzentren weiterhin gern in Bayern ansiedeln. Mit der ‚Kontaktstelle Datacenter Bayern‘, koordinierten Netzanschlüssen, schnelleren Verfahren und praxistauglichen Energieeffizienzvorgaben, setzen wir uns dafür ein, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und Arbeitsplätze im Freistaat zu schaffen.“

Thomas Saueressig, Mitglied des Vorstands der SAP SE Customer Services & Delivery  

„Mit der Industrial AI Cloud schaffen Telekom, SAP und weitere Partner ein souveränes Technologiefundament für skalierbare industrielle KI in Deutschland: Unsere Business Technology Platform und AI Foundation verankern KI sicher in Geschäftsprozessen, schützen Daten in Deutschland und ermöglichen produktive Innovationen. Es ist Zeit, das Narrativ vom Risiko zur Chance zu verschieben.“ 

Rev Lebaredian, Vice President für Omniverse und Simulationstechnologie bei NVIDIA

"Die Konvergenz von künstlicher Intelligenz und der physischen Welt löst eine industrielle Revolution aus, die die Art und Weise, wie Produkte entworfen, hergestellt und betrieben werden, grundlegend verändern wird", sagte Rev Lebaredian, Vice President für Omniverse und Simulationstechnologie bei NVIDIA. "Die Industrial AI Cloud bietet die souveräne, leistungsstarke KI-Infrastruktur, die Europa braucht, um diese Chance zu nutzen und die nächste Ära der industriellen Innovation anzuführen."

Antonio Krüger, CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI)

Die Eröffnung der KI-Fabrik der Telekom ist eine gute Nachricht für Deutschland und Europa. Erfolgreiche KI-Anwendung erfordert Rechenpower. Die europäische Industrie hat einen großen Vorteil: ihren Schatz an Daten. Bislang werden diese Daten aber nur begrenzt für KI genutzt. Jetzt entsteht die entsprechende Infrastruktur, um dieses Potenzial besser zu erschließen. Dass Unternehmen dabei auf einen europäischen Anbieter zurückgreifen können, stärkt die technologische Souveränität.

Jörg Bienert (Geschäftsführer KI Bundesverband)

"Im Projekt Soofi erstellen wir mit sieben Forschungseinrichtungen und zwei Startups ein Open-Source Foundation Modell als Basis für vielfältige Anwendung in Wirtschaft und Verwaltung. Das Training erfolgt auf der Industrial AI Cloud der Telekom, die sich in einer internationalen Ausschreibung aufgrund der State-of-the Art Infrastruktur und des hervorragenden Services durchgesetzt hat. Wir freuen uns über gemeinsame Gestaltung eines wichtigen Elements einer souveränen, offenen und sicheren KI-Infrastruktur“.

Glossar
Stack
: Als Stack wird im IT-Umfeld eine hierarchische Grundstruktur bezeichnet, bei der mehrere einzelne Funktionskomponenten logisch übereinandergestapelt sind. Die Stacks bestehen aus unterschiedlichen Softwareelementen wie Betriebssystemen, Serversoftware, Datenbanken, Laufzeitumgebungen oder Programmiersprachen, die jeweils spezifische Aufgaben zur Bereitstellung einer Lösung erfüllen.

Deutschland Stack: Das ist eine nationale Initiative der deutschen Regierung einen souveränen Tech-Baukasten mit offenen Standards zu schaffen, um Behörden-IT unabhängig von ausländischen Anbietern zu digitalisieren und Interoperabilität zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu gewährleisten.

Über die Deutsche Telekom: Deutsche Telekom Konzernprofil

Tim Höttges bei der Pressekonferenz

Europas erste KI Fabrik

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