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Kathrin Langkamp

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Höttges auf Hannover Messe: „Wo KI und Souveränität zusammenkommen, entsteht Fortschritt“

  • Telekom bietet alle Ebenen der Souveränität für Rechenzentren
  • Telekom unterstreicht Investitionswillen in Deutschlands digitale Infrastruktur
  • Europa stärken: Unternehmen als Kunden für europäische Plattformen
Tim Höttges auf der Bühne der Hauptversammlung 2026.

Tim Höttges präsentiert auf der Bühne der Hauptversammlung 2026 ein Modell der KI-Fabrik in München. © Deutsche Telekom

Tim Höttges (CEO Deutsche Telekom) hat zum Auftakt der Hannover Messe die Investitionsbereitschaft in Künstliche Intelligenz für den Standort Deutschland bekräftigt. „Die ganze Welt spricht über KI. Aber ohne Infrastruktur ist selbst KI sprachlos. Darum investieren wir in sichere Netze, souveräne Rechenzentren und KI-Rechenpower.“ In seiner Keynote gab Höttges zudem einen Ausblick auf den kommenden Mobilfunkstandard 6G, der gerade für industrielle Anwendungen neue Möglichkeiten eröffnen soll.

Deutschland und Europa brächten alle Voraussetzungen mit, um in der physischen KI, also der Anwendung von KI im industriellen Umfeld, eine führende Rolle einzunehmen, sagte Höttges. Alle Unternehmen seien nun aufgefordert, die neuen Möglichkeiten auch zu nutzen. Viele bestehende Herausforderungen ließen sich mit KI besser lösen. Dies erfordere jedoch nicht nur die passenden Anwendungen, sondern auch, Prozesse in Unternehmen neu zu gestalten und auf KI vorzubereiten. Zugleich forderte Höttges die Verantwortlichen in der Industrie auf, im Blick zu behalten, welche Auswirkungen KI auf Menschen hat.

„Wo KI und Souveränität zusammenkommen, entsteht Fortschritt“, sagte Höttges weiter. „Deutschland hat alle Voraussetzungen dafür: eine starke industrielle Basis, Ingenieurskunst und die Fähigkeit, Produktion mit neuesten Technologien zu verbinden. Wenn wir das konsequent tun, wird Deutschland nicht nur mit den anderen mithalten. Wir werden vorne mitspielen.“

Telekom bietet alle Ebenen der Souveränität

Höttges verwies zudem auf die Erfahrung der Telekom im Bereich Rechenzentren und KI. Die Telekom biete „alles, was Unternehmen brauchen“ und verfüge über herausragende Kundenzugänge. Beim Thema Souveränität seien verschiedene Ebenen zu unterscheiden und je nach Anwendung sinnvoll.

In der Praxis benötigt nicht jede Anwendung das höchste Souveränitätsniveau. Unternehmen sollten je nach Sensibilität ihrer Daten und Prozesse die passende Kombination aus drei Stufen wählen und diese mit Anwendungen verschiedener Partner nach Bedarf kombinieren. 

Auf der ersten Stufe steht die Datensouveränität. Unternehmen und Behörden behalten dabei die Hoheit über ihre Daten. So ist sichergestellt, dass diese nach europäischen Regeln verarbeitet werden. Mit Angeboten wie der T Cloud Public betreibt die Telekom Dateninfrastrukturen in Europa, die den Anforderungen etwa der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) entsprechen. Gerade für sensible Bereiche ist das eine zentrale Voraussetzung für die Digitalisierung.

Darauf aufbauend sorgt die Telekom für Betriebssouveränität. Eigene Rechenzentren in Europa, klar geregelte Zugänge und zertifizierte Prozesse stellen sicher, dass kritische Systeme zuverlässig laufen und unter eigener Kontrolle bleiben. So lassen sich auch zentrale Geschäftsprozesse unabhängig und stabil betreiben.

Die dritte Ebene ist die Technologiesouveränität. Hier geht es darum, Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern zu verringern und Alternativen zu schaffen. Die Telekom setzt auf offene Standards, die eigene T Cloud Public, Multi-Cloud-Ansätze und europäische Initiativen wie 8ra. So können Unternehmen verschiedene Anbieter kombinieren und flexibel nutzen.

KI-Fabrik München: 50 Prozent mehr KI-Rechenpower für Deutschland 

Bereits Anfang Februar hat die Deutsche Telekom eine KI-Fabrik in München eröffnet. Damit hat das Unternehmen zusammen mit Partnern wie Nvidia, SAP und Siemens in nur sechs Monaten eine der leistungsfähigsten Plattformen für industrielle KI in Europa geschaffen. Die KI-Infrastruktur in München (Industrial AI Cloud) ist speziell auf die Bedürfnisse von Industrie, Mittelstand und öffentlicher Hand ausgerichtet und wird ausschließlich nach europäischen Standards betrieben.

Dabei setzt die Deutsche Telekom in der KI-Fabrik gezielt auf einen KI-Stack, der Abhängigkeiten reduziert und in ein europäisches Ökosystem eingebettet ist. Ein KI-Stack bezeichnet die gesamte technologische Grundlage einer KI-Lösung – also alle Bausteine, die nötig sind, damit KI-Anwendungen entwickelt, betrieben und in Produkte oder Prozesse integriert werden können. Dazu zählen Daten, Modelle, Software und Infrastruktur.

Glasfaser, Mobilfunk und 6G

Die Deutsche Telekom investiert jährlich rund sechs Milliarden Euro allein in Deutschland; vor allem in Glasfaser, Mobilfunk und Rechenzentren. Gleichzeitig arbeitet sie an der Weiterentwicklung der Technologie. Im 6G Innovation Hub erforscht die Telekom zum Beispiel neue 6G-Technologien, bei denen KI von Anfang an in die Netzarchitektur eingebunden ist und die Systeme Abläufe im Netz weitgehend selbstständig steuern können.

Über die Deutsche Telekom: Deutsche Telekom Konzernprofil