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Caroline Bergmann

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Endstation Schrottplatz?

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Catena-X, Lieferketten, Datensouveränität – kurz erklärt. Am Beispiel meines Autos. 

Autorecycling

Lohnt es sich für einen Autoverwerter ein Auto zu recyceln? Die Antwort liefert Catena-X durch transparente Lieferketten. © DTAG

Die Deutschen und ihr Auto. Das ist schon eine emotionale Beziehung. Vor allem, wenn sie wie bei uns jetzt schon seit 12 Jahren besteht. Und sich noch über drei Generationen erstreckt: von der Mutter, zur Tochter, zum Enkel… Noch fährt unser Auto zuverlässig. Doch was passiert, wenn es nicht mehr fährt? Geht‘s dann zum Schrottplatz oder zum Autorecycling?

Was ist eigentlich drin, in unserem Auto?

Lohnt es sich für einen Autoverwerter unser Auto zu recyceln? Kann er mit den Ersatzteilen fürs Auto noch ein Geschäft machen? Um das zu entscheiden, müsste er genau wissen was drin ist, in unserem Auto. Und genau da liegt die Schwierigkeit. Wir haben es vor 15 Jahren liebevoll zusammengestellt. Die Farbe ausgewählt, die Motorvariante, Felgen, Sitze, Entertainmentsysteme, et cetera et cetera. Und im Laufe der Jahre kamen die Reparaturen, Verschleißteile wurden ausgetauscht, ein neues Radio eingebaut. 

Um zu entscheiden, ob sich die Autoteileverwertung noch lohnt, verlassen sich Verwerter auf selbsterstellte Listen und sammeln Informationen aus verschiedenen Datenbanken. Gäbe es die Informationen zu den verbauten Teilen auf Knopfdruck, könnten mehr KFZ-Teile recycelt werden. Besser für die Umwelt und besser für den Autoverwerter.

Transparenz auf Knopfdruck

Transparenz ist die Lösung des Problems. Transparenz darüber, welcher Lieferant welches Bauteil zugeliefert hat. Ein Blick in die IT-Systeme zeigt allerdings: jeder Lieferant nutzt eigene Prozesse, eigene Systeme, unterschiedliche Datenformate. Formate, die untereinander häufig nicht kompatibel sind. Durch das europäische Lieferkettengesetz kommt zusätzlich Bewegung in die Sache. Das Gesetz verpflichtet Unternehmen in Zukunft dazu, ihre Lieferketten nahtlos zu dokumentieren.

Die Automobilindustrie hat daher ein breit angelegtes Netzwerk ins Leben gerufen: Catena-X. Ein Netzwerk von Autobauern wie BMW, Mercedes Benz oder Volkswagen, Zulieferern, IT-Ausrüstern wie der Telekom mit ihrer Tochter T-Systems bis hin zu Forschungsunternehmen wie der Fraunhofer Gesellschaft. Ihr gemeinsames Ziel ist es, mehr Transparenz in die Lieferketten zu bringen. Durch standardisierte Daten- und Informationsflüsse entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette. Und zwar mithilfe einer neutralen, sicheren und vertrauenswürdigen Plattform. Wenn Unternehmen, die teilweise in Konkurrenz zueinanderstehen, Informationen tauschen sollen, ist Vertrauen der entscheidende Aspekt. Das Zauberwort lautet „Datensouveränität“. Auf der Plattform von Catena-X bedeutet Datensouveränität: jedes Unternehmen entscheidet für sich, mit wem und für welchen Zweck es seine Daten teilt.

Catena-X – ein Netzwerk für die Automobilindustrie

Die meisten Unternehmen sind inzwischen von den Vorteilen überzeugt, die sich durch eine Vernetzung der Lieferkette ergeben. Von Anfang bis Ende, von der Produktion bis zum Recycling. Daher hat sich auch einer der größten deutschen Autoverwerter dem Netzwerk angeschlossen. Seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beantworten die Frage, ob es sich lohnt ein Auto anzukaufen ungefähr 20.000 Mal im Jahr. Wenn also unser Auto mal nicht mehr fährt, stehen alle wichtigen Informationen vielleicht schon auf Knopfdruck zur Verfügung: Lässt sich mit den gebrauchten Autoersatzteilen noch Gewinn erzielen? Was ist mit Blick auf die enthaltenen Schadstoffe zu beachten? 

Die Voraussetzung dafür: Möglichst viele Unternehmen integrieren ihre Daten im Ökosystem von Catena-X – vom Konzern bis zum kleinen und mittelständischen Unternehmen. Nur wenn viele mitmachen kann das Netzwerk sein volles Potential entfalten und die Digitalisierung der Automobilindustrie voranbringen. Bis dahin hoffe ich auf gute Fahrt!

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Catena-X Automotive Network

Immer mehr Unternehmen beteiligen sich am Netzwerk für unternehmensübergreifenden Datenaustausch in der Automobilindustrie.

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