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Martina Morawietz

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Mehr Marge und Kundenbindung im Handel: Fünf Argumente für das „digitale Preisschild“

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Der Handel ist im Umbruch: Der Kunde vergleicht heute die Preise für das gewünschte Produkt mit wenigen Klicks. Egal ob am heimischen PC oder im Laden per Smartphone. Das Internet ist Fluch und Segen zugleich. Aber wenn die Strategie stimmt, bietet der Händler dem wachstumsstarken Onlinehandel Paroli: Er passt flexibel Preise an. Er bietet blitzschnell Sonderrabatte. Er berät den Kunden persönlich und bietet Zusatzservices. So überzeugt er zum Kauf. Das „digitale Preisschild“ hilft ihm dabei.

Kleidungsständer mit Mänteln in verschiedenen Farben.

Im Wettbewerb um den Kunden müssen Händler ihre Filialen technisch aufrüsten und eine einzigartige Erlebniswelt bieten.

Preise sind dynamisch – und vom Kunden akzeptiert

Erwischt mich ein Platzregen in der Fußgängerzone, kostet der Schirm schnell 5 Euro mehr als im trockenen Sommer. Im Dezember zahle ich 10 Euro für den Jahresplaner, im Januar nur noch die Hälfte. Der Kunde kennt diese schwankenden Preise für dasselbe Produkt und akzeptiert die Preisdynamiken. Das gilt vor allem bei Saisonware und für absatzschwache Produkte. Auch Anpassungen zu bestimmten Uhrzeiten und in Onlineshops sind gang und gäbe. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung von 1.000 deutschen Konsumenten im Auftrag von PricewaterhouseCoopers (PwC). 

Warum ändern Händler überhaupt ihre Preise? Rabattaktionen steigern den Umsatz und locken neue Kunden in den Laden. Außerdem entsteht wieder Platz für die neue Kollektion im Lager. Oberstes Gebot ist, nicht teurer als der Wettbewerber zu wirken. Es gilt, mit dem Online-Handel im Internet mitzuhalten. Natürlich hofft der Händler, durch kurzfristige Erhöhungen auch höhere Gewinne zu erzielen. Im Handel sind die Margen oft gering.

Mit digitalen Preisschildern Preise in Echtzeit ändern

„Digitale Preisschilder“ machen die manuelle Änderung von Preisschildern überflüssig. Damit sind Änderungen auf Knopfdruck möglich. Sogenannte Electronic Shelf Labels (ESL, die „digitalen Preisschilder“) sind das innovative strategische Instrument für Flexibilität im Einzelhandel und Wegbereiter für neue Geschäftsmodelle. Der globale Markt für digitale Preisschilder wird bis 2025 voraussichtlich jährlich um 17 Prozent wachsen. Zu dieser Schätzung kommen die Experten einer aktuellen Gartner-Studie. 5 Fakten, die Händler vor einer Investition in diese Technologie bedenken sollten: 

  1. Effizientere Prozesse: Aufwändige Handarbeit fällt weg
    Nach der letzten Rabattaktion müssen sämtliche Preisschilder noch vor Ladenöffnung ausgewechselt sein. Für eine große Handelskette bedeutet dies einen enormen logistischen Aufwand für fehleranfällige manuelle Tätigkeiten. Beim digitalen Preisschild kann ein Mitarbeiter zentral aus dem Marketing alle Preisschilder ändern. In Echtzeit und überall. Das spart Personalkosten und Diskussionen an der Kasse über fehlerhaft ausgezeichnete Ware.
  2. Einzigartiges Einkaufserlebnis begeistert den Kunden
    Muss der Verkäufer seine Zeit nicht mit Umetikettieren verbringen, hat er mehr Zeit für den Kunden. Er kann die Trümpfe des stationären Handels ausspielen: Der Kunde erhält eine persönliche Beratung. Er kann die Ware anfassen und Varianten sehen. Vielleicht gibt es ergänzende Produkte, wie das passende Oberteil zum Rock. Über digitale Verortung per digitalem Preisschild ist selbst jener Pullover auffindbar, den ein unentschlossener Kunde sorgsam im Hosenstapel versteckt hat.
  3. Das Beste aus zwei Welten vereint
    Der Kunde ist anspruchsvoller geworden: Als Online-Käufer schätzt er die Fülle und Tiefe von Informationen im Netz: Pflegehinweise zum Pullover, Bewertungen oder Anleitungen. Diese Informationen lassen sich über QR-Codes im digitalen Preisschild hinterlegen. Der Verkäufer ruft Lagerbestände oder die Verfügbarkeit in anderen Filialen ab. Der Kunde reserviert sein Wunschprodukt. Er ordert andere Farbvarianten in die Filiale oder nach Hause. Der stationäre Handel wird interaktiv und bietet die gleichen Infos wie das Netz. Aber nur der stationäre Handel verfügt über den einzigartigen, persönlichen Kundenservice. Mit seiner digitalen Identität untermauert der Händler sein Image: Hier werden Kundenwünsche erfüllt. Auch morgen noch. Das ist Smart Retail.
  4. Wenn’s etwas mehr sein darf: Neue Geschäftsmodelle binden den Kunden
    In der digitalisierten Filiale lassen sich verschiedene Technologien verknüpfen. Nutzt der Kunde die App seines Händlers, wird auch das Bezahlen einfacher: Der Kunde zahlt am digitalen Preisschild. Er spart das Warten in der Schlange an der Kasse. Der Kassenbon ist digital im Handy abgebildet. Abhängig vom gekauften Produkt erhält er einen persönlichen Rabattcode für den nächsten Einkauf in seine App. Dazu gibt es Punkte in seinem Kundenbonus-System. Viele Kunden suchen im Internet nach Produkten und bestellen diese online. Über die Ortungsfunktion der digitalen Preisschilder findet der Verkäufer ohne langes Suchen das entsprechende Produkt schnell in der Filiale. In der Mittagspause oder auf dem Weg nach Hause holt der Kunde die bestellte Ware ab: „Kaufen und Abholen“ – oder auch „Click & Collect“ genannt. Das digitale Preisschild ebnet den Weg für solche Zusatz-Angebote. Studien belegen übrigens, dass Kunden durch Kaufen und Abholen im Durchschnitt mehr ausgeben, als wenn sie nur im Laden oder ausschließlich online kaufen würden.
  5. Die Investition macht sich bezahlt
    Klar, technisch aufzurüsten kostet Geld. Die Einführung bindet Ressourcen. Das ist oft der viel beschäftigte Chef. Dem gegenüber steht der gute erste Eindruck. Der erste Eindruck lässt sich nicht wiederholen und beeinflusst den Kunden. Er entsteht schon an der Regalkante beim Blick auf das digitale Preisschild. Das ist unbezahlbar und funktioniert ohne Zutun eines Mitarbeiters.

    Eine Amortisation erfolgt schnell: Die Automatisierung spart Prozesskosten. Der Verkäufer hat mehr Zeit für Beratung und fährt mehr Umsatz ein. Die Inventur erfolgt automatisch durch Verknüpfung mit dem Warenwirtschaftssystem. Dadurch wird die Lagerhaltung schlanker. Nicht zu vergessen die Chancen höherer Gewinne durch dynamische Preisgestaltung. 36 Prozent der Händler nutzen bereits die elektronischen Preisschilder. Weitere neun Prozent wollen diese Technologie in Kürze nutzen. Das sind Erkenntnisse der Studie „IT-Trends im Handel 2019“ des EHI Retail Institutes.

Zum Schluss ein wenig Technik 

Digitale Preisschilder können an der Ware befestigt sein. Genauso platziert der Händler sie am Regal. Die Labels werden über eine Knopfbatterie gespeist. Die Batterielaufzeit umfasst etwa 500 Preisänderungen. Ein eigenes WLAN steuert die Tags. Dieses ist über ein LAN-Netzwerk sicher mit der Cloud verbunden. Von dort erfolgt die Verknüpfung mit den Systemen für Warenwirtschaft. Der Händler kann Filiale und Web-Shop einheitlich halten. Er begeistert den Kunden über alle Verkaufskanäle hinweg und sichert sich dessen Loyalität.
 

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