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Markus Jodl

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Die Sendung mit dem Haus: Glasfaser für Bauherren

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Wie wird ein Haus Schritt für Schritt gebaut? Und wie kommen die Bewohner dann zu ihrem schnellen Internet? In der „Sendung mit dem Haus“ würde man das so erklären: Erst werden die Baugrube und der Keller ausgehoben. Dann wird das Haus draufgesetzt. Und irgendwann ganz am Ende kommen die Männer und Frauen von der Telekom und verlegen den Glasfaseranschluss. So war das früher jedenfalls.

Ein Kabel steht aus einem Erdloch heraus.

Noch vor dem Hausbau werden die Glasfaserkabel im Neubaugebiet verlegt.

Aber bei ihrer neuen und cleveren Anschlussmethode dreht die Deutsche Telekom die Reihenfolge komplett um: Der Glasfaseranschluss liegt schon neben dem Haus, bevor es das Haus gibt, und bevor die Bauarbeiten überhaupt begonnen haben.

Wir verraten, warum das für die Telekom-Kund*innen große Vorteile bringt. Und wir erklären, welche Rolle eine geheimnisvolle schwarze Trommel dabei spielt, die sogenannte „G-Box“ (sprich: „Dschi-Box“).

Der intelligente Netzausbau

Tim Schielke ist Fachexperte im Bereich Design Engineering Access bei der Telekom. Er verrät, welche enorme Bedeutung Neubaugebiete in Deutschland für das Unternehmen haben: „Wir als Telekom bauen jährlich circa 2.000 Neubaugebiete mit etwa 170.000 Haushalten aus und schließen diese mit Glasfaser an.“ Während Schielke das erklärt, steht er am Rand eines Neubaugebiets mit künftig 20 von der Telekom versorgten Häusern, auf dem die Bauarbeiten noch gar nicht begonnen haben. Nur die Glasfaser – die ist schon da.

Der Telekom-Experte schildert, woran das liegt: „In dieser Art von Bauweise müssen wir schon vor dem Hausbau beginnen, um das Kundenerlebnis an dieser Stelle zu verbessern. Das sieht vor, die komplette Telekommunikationslinie vor Einzug, vor Beginn des Hausbaus des Kunden abzuschließen. So können wir gewährleisten, dass das Ganze buchbar ist, bevor der Kunde kommt. Er kauft quasi den Anschluss mit.“

Wenn dann endlich der Einzug ansteht, müssen sich der stolze Bauherr oder die stolze Bauherrin nicht mehr ums Internet kümmern, das bereits läuft. Schließlich haben sie gerade zu dieser Zeit viele andere Dinge zu erledigen.

Der Glasfaseranschluss ist vor dem Haus da

Das Motto bei dieser cleveren Art des Netzausbaus lautet: Wer anderen eine Grube gräbt – der versorgt sie mit Glasfaser. Die Telekom-Techniker legen also bereits frühzeitig die Glasfaserleitungen auf die einzelnen Grundstücke, die zuvor mit der Kommune abgestimmt wurden. Vom Netzverteiler (NVt), dem bekannten grauen Kasten am Straßenrand, führt jeweils ein Leerrohr auf eine Parzelle. In diese sieben Millimeter breiten Speednet-Röhrchen werden dann mit einem Kompressor die haarfeinen Glasfasern eingeblasen, quasi per Internet-Pustefix.

Speednet-Rohrverbund in einem Netzverteilerkasten.

Fein säuberlich vorbereitete Speednet-Rohre verbinden die zu bebauenden Grundstücke bereits mit Glasfaserkabeln.

„Der Vorteil hier ist“, so Tim Schielke, „dass wir mehrere Einblasungen parallel vornehmen können“. Statt später je nach Baufortschritt ein Haus nach dem anderen abzuklappern und Glasfaser zu verlegen, wird alles gleich zu Beginn in einem Aufwasch erledigt. Experte Schielke beschreibt eine Win-Win-Situation, von der sowohl Kund*innen als auch die Telekom profitieren so: „Das Besondere in diesem Fall ist, dass wir nicht mit Kunden Einzeltermine ausmachen müssen, weil einfach noch gar keine Kunden da sind – die Grundstücke sind leer.“ So funktioniert der Anschluss eines ganzen Neubaugebiets je nach Größe an einem einzigen Tag, oder zumindest an einigen wenigen Tagen.

Der G-Boxenstopp

Auf dem Grundstück endet das Glasfaserkabel in der bereits erwähnten G-Box. Das ist eine schwarze Kunststofftrommel etwa in der Größe eines kleinen Bierfasses mit einer Art Gullydeckel obendrauf. Bei der Montage des Anschlusses versenken die Telekom-Mitarbeiter die G-Box in der Erde, bis nur noch der Deckel zu sehen ist. Durch ihn bleibt der Anschluss auch dann zugänglich, wenn später rundum Rasen oder Steinplatten liegen.

Tim Schielke erklärt, welche Funktion das „Fässchen“ hat, und wie Kund*innen davon profitieren: „Dieses Gehäuse ist der Schutz gegenüber dem Erdreich. Innen drin verbirgt sich quasi nochmal ein Inlay mit einer Tauchglocken-Funktion.“ Die „Tauchglocke“ ist ein kleinerer transparenter Kunststoffzylinder, der den Wasserstand bei Regen ausgleicht und damit die empfindliche Technik schützt, so Experte Schielke: „Nach starkem Regen steigt das Wasser bis zu einem Level an, das das Innengehäuse normalerweise fluten würde. Durch die Funktion der Tauchglocke haben wir dieses Problem nicht mehr, da sich das Wasser an jeder Position sammeln kann und nicht bis nach innen fließt.“

Und das ist nicht die einzige clevere Funktion der G-Box. Zweites Beispiel: Wenn sich der Bauherr oder die Baudame dazu entschließt, im Bereich der Box Rasen oder Platten zu verlegen, lässt sich die Höhe des Deckels in einem Bereich von bis zu 20 Zentimetern stufenlos verstellen – damit er immer bündig mit der Oberfläche abschließt.

Telekom Mitarbeiter knien vor einer G-Box.

Fachexperte Tim Schielke erläutert die Funktionen der G-Box.

Strippenzieher fürs Internet

Das einzige Stück Technik, das am Ende noch aus der G-Box hervorlugt, ist ein Standard-Glasfaserstecker. Wenn die neuen Bewohner dann irgendwann in ihr Haus einziehen, haben sie von der Telekom bereits ein vorbereitetes Anschluss-Set bekommen, den Glasfaser-Schnellstart-Kit. Damit, so Tim Schielke, „kann sich der Kunde ganz bequem und einfach anstecken“.

Wobei er sich nicht selbst ansteckt, sondern natürlich seinen Router. Dafür legt er, quasi als Strippenzieher, ein simples Kabel vom Router durch eine Mauerdurchführung bis zur G-Box und stöpselt alles an. Was dann passiert, erklärt Experte Schielke in drei schlichten Worten: „Der Anschluss läuft.“ Gut einen Tag später können die stolzen Neubaubesitzer dann schon mit Glasfasergeschwindigkeit im Internet surfen.

Wenn es die „Sendung mit dem Haus“ wirklich gäbe, müsste sie jetzt also ihren ganzen Film neu drehen.

Das ganze Interview gibt's im Video:

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Bauarbeiter bei der Ausübung des Keyhole Verfahrens

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Hubertus Kischkewitz

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