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"Mehr als Ausstieg aus der Atomenergie"

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Die Digitalisierung der Energiewelt ist eines der größten IT-Projekte aller Zeiten. Sie zwingt zu milliardenschweren Investitionen in Anlagen und Systeme, die Stromerzeugung mit schwankendem Energieverbrauch in Einklang bringen.

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"Die Digitalisierung der Energiewelt ist sicherlich eines der größten IT-Projekte aller Zeiten. Denn die Energiewende ist weitaus mehr als der Ausstieg aus der Atomenergie", Frank Schmidt.

Über die Digitalisierung der Energiewelt, den Ausstieg aus der Atomenergie und die daraus folgende Energiewende als größtes IT-Projekt aller Zeiten sprachen wir mit Frank Schmidt, Leiter des Konzerngeschäftsfeldes Energie der Deutschen Telekom.

Man sagt, die Energiewende wäre das größte IT-Projekt aller Zeiten? Stimmen sie dem zu?

Frank Schmidt: Die Digitalisierung der Energiewelt ist sicherlich eines der größten IT-Projekte aller Zeiten. Denn die Energiewende ist weitaus mehr als der Ausstieg aus der Atomenergie. Sie zwingt zu milliardenschweren Investitionen in Anlagen und Systeme, die wind- und sonnenabhängige, aber auch klassische Stromerzeugung mit schwankendem Energieverbrauch in Einklang bringen. Und gleichzeitig muss sie die Nähe zum Kunden herstellen, denn die Wechselbereitschaft der Kunden steigt und der Preiskampf nimmt zu. Die Kunden möchten nicht nur Verträge rasch und unkompliziert abschließen, sondern auch elektronisch kommunizieren. Die Internetaffine Generation schaut heute häufiger in das E-Mail-Postfach als in den Briefkasten. Das Smartphone wird zum bevorzugten Endgerät für die Kommunikation. Deshalb strukturieren, optimieren, automatisieren und digitalisieren die Energieversorger einen Großteil ihrer Geschäftsprozesse neu. Sie müssen Energiegewinnung, -logistik und -nutzung intelligent aufeinander abstimmen – dies funktioniert nur mit IT und schnelle, intelligente Netze.

Verkauft die Telekom künftig auch Stromanschlüsse?

Frank Schmidt: Mein Geschäftsbereich konzentriert sich auf Lösungen für die Energiewirtschaft: vom sicheren Übertragen der Verbrauchsdaten aus intelligenten Zählern bis zu IT-Systemen, die branchentypische Prozesse digital abbilden. Die Telekom verarbeitet schon heute täglich 100 Millionen Datensätze in den eigenen Rechenzentren in Deutschland für den Betrieb des Mobilfunknetzes und erstellt 40 Millionen Telekommunikationsrechnungen pro Monat. Dies sind Aufgaben, die in vergleichbarer Form auf die Energiewirtschaft zukommen, wenn es um den Betrieb eines Smart Grid oder um das Abrechnen last-variabler Tarife geht.

Datensicherheit und Datenschutz sind wichtige Themen. Auch in der Energiebranche?

Frank Schmidt: Auf jeden Fall! Smart Metering ist der Aufbruch in die Welt der Massendaten. Bei 50 Millionen Zählern in Gewerbe, Industrie und Erzeugungsanlagen erneuerbarer Energie könnten künftig 4,8 Milliarden Daten pro Tag neu entstehen. Diese Auslesewerte werden zu verschlüsselten Datenpaketen mit Zeitstempel. Zählerdaten sind bundesweit als personenbezogene Informationen zu betrachten und dementsprechend zu schützen. Die Telekom kennt sich mit der Verwaltung und Verarbeitung von Massendaten aus. Für die Sicherheit und den Schutz der Daten sorgen dabei mehr als 600 Telekom-Mitarbeiter. Das Telekom Trust Center hat in über 20 Jahren bereits rund 100 Millionen Zertifikate im deutschen Markt ausgestellt. Zudem verfügen wir mit unseren hochsicheren Rechenzentren über die erforderliche Infrastruktur.

Mit welchen Lösungen will sich die Telekom im Energiemarkt platzieren?

Frank Schmidt: Wir möchten die Energieunternehmen mit unseren IT-Lösungen unterstützen, ihre Geschäftsprozesse zu digitalisieren und neue Dienste zu realisieren. Lassen Sie mich anhand von 3 Beispielen unsere IT-Kompetenz erläutern: So sollen bis 2022 knapp zwölf Millionen intelligente Messsysteme die Transparenz über Verbrauch und Einspeisung herstellen. Wir können mit unseren Gateway- Administrations-Services dieses Projekt in allen Phasen unterstützen - vom Einbau der Zähler und Smart-Meter-Gateways über den Datentransport, die Ver- und Entschlüsselung, die Zertifikate aus einer eigenen Zertifizierungsstelle bis zum Aufbereiten der Zählerdaten für die nachgelagerten IT-Systeme. Dabei berücksichtigen alle Dienste die Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Die Digitalisierung der Energiewelt bietet neben vielen Vorteilen auch mehr Angriffsfläche. Um sowohl die Stromversorgung sicherzustellen als auch die Privatsphäre zu garantieren, schreibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik deshalb das Verschlüsseln und Signieren der Daten sowie die Authentifizierung der Kommunikationspartner und den besonderen Schutz der IT-Infrastruktur vor. Die Telekom bietet dafür alle notwendigen Bausteine an: von den digitalen Zertifikaten zum Absichern der Kommunikation über den sicheren Rechenzentrumsbetrieb gemäß IT-Grundschutz oder ISO 27001 bis zu Beratungsdienstleitungen für diese Sicherheitszertifizierungen.

Die Automatisierung und Vernetzung des Hauses mit seiner Umwelt ist der nächste Schritt in die Digitalisierung unserer Lebenswelten. Gemeinsam mit BMW zeigen wir aktuell, wie Autofahrer künftig Raumtemperatur oder Beleuchtung Zuhause bequem von unterwegs regulieren und unterschiedlichste Geräte ein- oder ausschalten können – hunderte Kilometer entfernt von daheim. Nie wieder muss man sich auf der Fahrt in den Urlaub den Kopf zerbrechen, ob man das Licht im Flur versehentlich angelassen hat. Fahrer erhalten zudem eine Warnmeldung, wenn zum Beispiel ein Fenster oder eine Terrassentür in seiner Abwesenheit geöffnet oder ein Alarm über einen Rauch-, Bewegungs- oder Wassermelder abgegeben wird. Mehr als 30 Partnerunternehmen haben sich bereits der offenen und herstellerübergreifenden Smart Home- Plattform QIVICON angeschlossen – unter anderem für die Vermarktung ihrer eigenen Angebote an Endkunden.

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