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Video-Interview mit Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group, Hamburg

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"Wenn es das Internet nicht gäbe, müsste man es erfinden."

Interview-Michael-Otto


Herr Otto, Sie haben den Schritt in die Digitalisierung sehr gut gemeistert und sind neben Amazon der weltweit größte Onlinehändler. Wie haben Sie es geschafft, Ihre Kunden mitzunehmen in die Onlinewelt?

Michael Otto: Wir sind schon sehr früh ins Internet gegangen, nämlich 1995 - also gut 20 Jahre her -, hatten damit natürlich die Möglichkeit, dass wir schrittweise Know-how aufbauen konnten, dass wir Kunden ansprechen konnten. Denn damals waren vielleicht 0,5 oder 1 Prozent unserer Kunden interessiert am Internet. Das hat natürlich eine gewaltige Dynamik gewonnen in den letzten zehn Jahren durch die ganzen Mobilgeräte, die auf den Markt gekommen sind, durch die Verbesserung der Infrastruktur. Und das hat für uns bedeutet, dass wir die Digitalisierung in unserer Kultur deutlich voranbringen mussten. Und da sind wir, glaube ich, auf einem guten Wege.

Kennen Sie denn heute Ihre Kunden besser?

Michael Otto: Ja, wir haben heute sehr viel mehr Informationen über unsere Kundinnen und Kunden; denn wir können genau verfolgen, was Sie kaufen, wie - wie man heute so schön sagt - die Customer’s Journey ist, das heißt, was sie sich angeschaut haben, wofür sie sich interessieren. Und die Kunden geben auch sehr gerne von sich aus Informationen, wenn sie wissen, dass wir ihnen dann die Dinge anbieten, die sie auch wirklich interessieren, sodass sie sagen, wo ihre Vorlieben sind, welche Farben sie mögen oder welche Form sie mögen. Und dadurch können wir natürlich viel besser unsere Angebote individualisieren. Das wird überhaupt die Zukunft sein.

Und wie sehen Sie die Chancen und auch die Herausforderungen bei der Digitalisierung, besonders für die Otto Group?

Michael Otto: Wir waren ja schon immer Distanzhändler, und ich habe immer gesagt: Wenn es das Internet nicht gäbe, müsste man es erfinden; denn das ist die moderne Form des Distanzhandels. Da sehe ich natürlich ein großes Potenzial. Für uns ist heute der ganze Onlinebereich natürlich der dominierende Bereich. Wenn ich die Einzelgesellschaft Otto nehmen: Da machen wir heute 93 Prozent unseres Umsatzes schon online, nur noch 10 Prozent über die Kataloge. Der Katalog ist heute eigentlich mehr ein Marketinginstrument, um die Kunden zu animieren, zu inspirieren, dann letzten Endes auf unsere Homepage zu kommen. Deshalb haben wir kürzere Anstöße, monatliche Anstöße mit neuer Mode, mit neuer Technik. Von der Seite ist das also der Weg, um in Zukunft noch stärker in die Onlinewelt und die Digitalisierung hineinzugehen.

Jetzt interessiert mich noch zum Schluss: Wann kann ich mit der Otto-Drohne rechnen, die mir mein Paket bringt?

Michael Otto: Also, ich bin von der Drohne nicht überzeugt, dass sie generell Pakete bringen wird. Für spezielle Situationen - beispielsweise Medikamente auf eine Hallig zu bringen - macht eine Drohne Sinn, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Millionen von Paketen mit Drohnen durch die Städte wirbeln. Nein, aber was wir im Augenblick jetzt testen werden, ist eine fahrbare Paketbox, die dann auf Bürgersteigen fährt und zu den einzelnen Kunden hinfahren wird, die dann über entsprechende digitalisierte Nummern diese öffnen können, ihr Paket entnehmen können. Das ist ein Weg, den wir jetzt in Kürze testen werden.

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Experten diskutieren über die Zukunft der Digitalisierung.

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