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Video-Interview: Tim Höttges befragt Oliver Bäte, CEO Allianz

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Erfahren Sie im Interview mehr über "gläserne Kunden" als Wunschvorstellung der Versicherungen, typisch Deutsches und wie die Reise in die Digitalisierung eine gute Reise werden kann.

Hallo, Herr Dr. Bäte! Schön, dass Sie hier bei der CeBIT sind und Digitalisierung jetzt mal intensiv auch für Unternehmen mit uns gemeinsam erschließen. Ist das für Ihr Unternehmen eher eine Chance oder eher ein Risiko, diese Transformation zu gestalten?

Ich halte das für eine Riesenchance. Weil: Erstens kriegen unsere Kunden einen Mehrwert. Alles das, was nur Geld kostet, Geld frisst - und das ist ja zum Teil viel - verschwindet. Und wir haben Zeit, uns um Beratung zu kümmern und wirklich um Risikoabsicherung und nicht um Verwaltung von Risikoabsicherung.

Das Zweite ist: Wir können ganz neue Dienstleistungen zusammenbasteln, zum Beispiel mit Ihnen gemeinsam Informationen zur Verfügung stellen. Denn wir wollen ja nicht Risiken nur bewerten und bepreisen und dann Schäden regulieren, wir wollen ja Risiken auch verhindern. Das heißt, wir können Frühwarnsysteme entwickeln. Also, es wird viel, viel spannender.

Und das Dritte ist: Unsere Mitarbeiter sind viel begeisterter, weil sie eben mehr Zeit für das eigentliche Geschäft verwenden anstatt für die Verwaltung.

Jetzt ist bei vielen Kunden ja Big Data negativ besetzt. Sie haben Angst davor, gläsern zu werden. Sie haben Angst davor, alles wird transparent. Was antworten Sie Kunden zum Thema "gläserner Kunde"? Wie definieren Sie als Konzern digitale Verantwortung mit Daten?

Ja, erst mal muss man anfangen und sagen: Ich verstehe das. Ich bin selber sehr skeptisch, weil ich selber rausgekriegt habe, was wissen alle möglichen Unternehmen - von Facebook bis Google - über mich, ohne dass ich weiß, was die über mich wissen? Das muss sich in Zukunft ändern. Das gilt nicht nur für Versicherungen, das gilt eigentlich für alle großen Spieler. Deswegen verstehe ich die Sorgen unserer Bürger: Was passiert da eigentlich?

Wir haben eine ganz besondere Aufgabe; denn uns vertrauen die Menschen. In Deutschland ist fast jeder vierte Bürger unser Kunde. Die müssen sich darauf verlassen können, dass wir mit ihren Daten nur das anfangen, was wir auch tun dürfen und was sie gerne wollen. Das heißt, unser Primat ist: Wir machen mit Kundendaten nur das, was Kunden uns explizit - im Rahmen eines gesetzlichen oder persönlichen Auftrages - erlauben zu tun, und das wird auch so bleiben.

Eine letzte Frage: Unternehmenslenker wie Sie, wie ich - was sind die drei Hauptthemen in der Digitalisierung, die wir unseren Mitarbeitern, aber auch den Kunden vermitteln müssen? Welche Verantwortung haben wir da zu adressieren?

Das Erste ist, zu sagen: Es ist keine Bedrohung, sondern es ist eine Chance. Viele Leute haben hier erst einmal Angst. Ich glaube, das ist typisch deutsches Phänomen, wenn ich es mal so sagen darf: Wir machen uns erst einmal Sorgen, und dann sehen wir die Chancen.

Das Zweite ist: Wir müssen in Know-how investieren. Viele Leute wissen gar nicht, wenn sie Digitalisierung in den Mund nehmen: Was heißt das? - Auch bei mir selber fängt das an. Man muss sich ständig weiterbilden.

Und das Dritte ist: Man muss es praktisch machen, das heißt, an einfachen, simplen Themen beweisen, hinterher ist besser als vorher. Wenn man das schafft, kriegt man schon eine gute Reise hin.

Vielen Dank, dass Sie heute bei uns auf der CeBIT waren.

Sehr gerne, ein Riesenvergnügen!

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Digitale Verantwortung

Experten diskutieren über die Zukunft der Digitalisierung.

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