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George-Stephen McKinney

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Internet ohne Tempolimit: Die Zukunft des Glasfaser-Anschlusses

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Auf der linken Spur der Datenautobahn ist die Deutsche Telekom längst im Gigabit-Tempo unterwegs. Wer mit maximaler Geschwindigkeit surfen will und am passenden Standort wohnt, schafft mit MagentaZuhause GIGA Downloads von bis zu einem Gigabit pro Sekunde, und lädt Daten mit bis zu 200 Megabit ins Netz. Auf der normalen Autobahn würde das wahrscheinlich schon 300 km/h entsprechen. Doch im Internet gibt es auch künftig kein Tempolimit. Die Technik, um Daten per DSL und Glasfaser noch viel schneller zu übertragen, ist längst fertig. Die neue Zauberformel lautet XGS-PON oder auch GPON 10. Damit legen die Anschlüsse um den Faktor 4 beim Download und den Faktor 8 beim Upload zu. Und das ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Wir erklären die Zukunft des Glasfaser-Anschlusses.

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Hier wird das Internet von morgen gemacht

Im „Network Innovation Center“ der Telekom in Darmstadt hat die Glasfaser-Zukunft längst begonnen. Dazu muss man wissen, dass die Kapazität auf einem Glasfaserkabel zumindest theoretisch nahezu unbegrenzt ist. Ralph Leppla ist in der „Ideen-Zentrale“ der Telekom Squad Leader. Er kann erklären, warum derzeit noch bei einem Gigabit Schluss ist: „In unserem Netz arbeiten wir aktuell mit einem sogenannten Gigabit-PON. Da bieten wir 2,5 Gigabit im Downstream und 1,25 Gigabit im Upstream. Das teilen sich in unserer Netzstruktur maximal 32 Kunden.“ Weil so viele Nutzer niemals gleichzeitig mit höchster Bandbreite ins Netz gehen, ergeben sich daraus die aktuellen 1 Gbit (Down) und 200 Mbit (Up) als Limit. Das Kürzel PON steht dabei für „Passive Optical Network“, für ein passives optisches Netzwerk. Ein Gigabit-PON oder GPON sorgt also für das aktuelle Höchsttempo. Die Zukunft beginnt, wenn aus dem GPON ein XGS-PON oder GPON 10 wird. Das römische „X“ zeigt den Sprung auf zehn Gigabit.

Der X-Faktor für die Glasfaser

Squad Leader Leppla wirft einen Blick auf die Glasfaser-Anschlüsse der nächsten Generation, die in Darmstadt bereits laufen: „In Zukunft haben wir das 10-Gigabit-System XGS-PON. Da können wir dann 10 Gigabit im Downstream und 10 Gigabit im Upstream in der gleichen Netzstruktur anbieten.“ Der Upload, um Daten zu verschicken, ist dabei also erstmals genauso schnell wie der Download. Wer große Datenmengen ins Netz schaufelt, von Grafikern über Musiker bis zu Filmschaffenden oder Arztpraxen, profitiert enorm von diesem Tempo – ebenso wie Nutzer, bei denen viele Geräte gleichzeitig im Netz sind. Und damit ist das Limit auch noch nicht erreicht, weiß Tüftler Ralph Leppla: „Um 10G-Produkte für die Kunden anbieten zu können, müssen wir die Datenrate weiter erhöhen. Die nächste Generation ist 25G. Und am Horizont sind auch schon 50G-PON-Systeme sichtbar.“

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Ralph Leppla, Squad Leader Network Innovation Center.

So funktioniert die Glasfaser-Zukunft

Im Darmstädter „Network Innovation Center“ läuft das neue Netz auf sogenannten Demonstratoren bereits. Systemtechniker Dietmar Desch schildert, welche Systeme installiert sind: „Wir haben hier eine Realtime-Datenvisualisierungs-Funktion eingebaut, mit der wir uns diese Datenraten anschauen können.“ Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie die Daten bereits jetzt mit deutlich über 8 Gigabit pro Sekunde durch den Demonstrator sausen. Wichtig dabei: Natürlich muss die Telekom für ihre nächste Temposteigerung keine neuen Glasfaserkabel quer durch Deutschland verlegen. Die Leitungen bleiben gleich, nur die Technik auf Seiten der Telekom muss angepasst werden, so Ralph Leppla: „Das Gute ist, dass wir auf einer hervorragenden Netzinfrastruktur aufsetzen. Wir müssen in den Betriebsstellen die Geräte entweder auf eine neue Software upgraden oder austauschen.“ Was dafür erforderlich ist, lässt sich in Darmstadt schon sehen. Im Einsatz sind ein besonders schneller Speed-Testserver, ein passender Router, aktualisierte Netztechnik – und ein OLT der nächsten Generation. Das Kürzel steht für „Optical Line Termination“, also für den optischen Leitungsabschluss, von dem aus das Glasfaser-Signal dann an die Nutzer verteilt wird.

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Dietmar Desch, Systemtechniker Network Innovation Center.

So kommt die X-fach-Glasfaser zu den Kunden

Den nächsten Schritt beschreibt Netzwerk-Experte Leppla so: „Die Herausforderung ist, dass wir die Dienstleistung nicht nur an ein paar Tausend Anschlüssen anbieten müssen, sondern für Millionen von Kunden.“ Auf Seiten der Telekom sind dafür viele Upgrades und neue Hardware erforderlich. Bei den Kunden soll dagegen alles so komfortabel und einfach wie nur möglich funktionieren. Bei ihnen bleiben die Hausanschlüsse im Keller und die Glasfaserleitungen in die Wohnungen gleich. Sie brauchen nur ein neues Endgerät mit integriertem Glasfasermodem und WLAN-Router, um in die Glasfaser-Zukunft starten zu können. Auf entsprechende neue Telekom-Produkte und Tarife müssen sie zwar noch etwas warten. Dass die neuen Anschlüsse im Vergleich zu konkurrierenden Zugangstechniken die Nase vorn haben werden, steht aber jetzt schon fest. Denn denen fehlt die Glasfaser auf der letzten Meile, und es müssen sich deutlich mehr Kunden die gleiche Bandbreite teilen. Die Internetzukunft heißt DSL – künftig noch mehr denn je.

Mehr zum Video gibt's hier:

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Katja Werz

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