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Sandra Rohrbach

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Check! ICE-Strecken bestens mit LTE versorgt

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Die Telekom hat ihr Mobilfunknetz an ICE-Strecken massiv ausgebaut. Allein im letzten Jahr wurde alle zweieinhalb Tage ein neuer Mobilfunkmast an den Bahn-Schnellverbindungen aufgebaut. Damit sind alle ICE-Wege in Deutschland jetzt fast komplett mit schnellem Mobilfunk versorgt. Es gibt nur noch sehr wenige Streckenabschnitte, an denen kein LTE zur Verfügung steht. Die Gründe dafür sind vielfältig: kommunale Interessen, Bauvorschriften, Denkmalschutz oder Naturschutz stehen der Errichtung einer Mobilfunkstation im Weg. Doch selbst wenn der Bau eines Funkmastes rechtlich oder tatsächlich kaum möglich erscheint, unsere Technik-Kollegen lassen bei der Suche nach einem neuen Standort nicht locker. Davon konnte ich mich vor Ort überzeugen.

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In einem Gespräch verrät mir Lars Ilgemann, dass er die Hoffnung bei der Suche nach einem geeigneten Standort noch nicht aufgegeben hat.

Der Check: ICE-Strecke Berlin-Hamburg

Um mir ein Bild davon zu machen, wie gut die Mobilfunkversorgung an ICE-Verkehrswegen tatsächlich ist, habe ich mich auf die Reise begeben. Es ging mit dem Zug von Berlin nach Hamburg. Das Fazit gleich vorweg: Auf 290 Kilometern gibt es noch sieben Funklöcher mit einer Länge von insgesamt 1,34 Kilometern. Sprich: Die Lücken sind vergleichsweise winzig. Dennoch sind sie zu spüren, wie beispielsweise in Aumühle im Sachsenwald vor den Toren Hamburgs. Hier befindet sich der größte nicht versorgte Streckenabschnitt mit einer Gesamtlänge von 550 Metern. Seit zwei Jahren versucht Lars Ilgemann von der Deutschen Funkturm hier einen Standort für einen neuen Masten zu finden. „Wir haben inzwischen elf verschiedene, aus unserer Sicht geeignete Standortalternativen verfolgt, um die Trasse bei Aumühle zu versorgen. Bislang blieben alle Versuche ohne Erfolg. Der S-Bahnhof ist denkmalgeschützt, der nahegelegene Park-and-Ride-Parkplatz ist nicht realisierbar, weil Baulasten und Abstandsflächen von der Kommune nicht zugesagt wurden. Auf dem Bahngelände nahe eines Bahnmuseums verhindern unterirdische Kabel das Aufstellen eines Masten“, erläutert Lars Ilgemann die Misere. Damit sind aber längst noch nicht alle Hindernisse aufgezählt.

Netzausbau braucht langen Atem

Auch an den Böschungen direkt an der Trasse kann die Telekom nicht bauen, so der Experte der Deutschen Funkturm: „Der umliegende Sachsenwald ist Naturschutzgebiet. Hier wäre eine Rodung des Waldbestandes von etwa 500m² notwendig. Da wissen wir aus Erfahrung, dass dies nicht genehmigt wird, insbesondere weil wir Wege und eine Baufläche im Wald errichten müssten.“ Die Situation erscheint aussichtslos. Was also tun? Lars Ilgemann hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Wir bleiben am Ball, sprechen nochmal mit möglichen Eigentümern geeigneter Flächen, die uns in der ersten Phase eine Absage erteilt haben. Im Optimalfall können wir uns doch noch mit einem Eigentümer einer Fläche in Aumühle einigen“.

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Technik-Kollegen lassen bei der Suche nach einem neuen Standort nicht locker – bis das Funkloch geschlossen wird.

Was in Aumühle ebenfalls deutlich wird: Es gibt keine unbegrenzten Möglichkeiten für einen geeigneten Standort. Einfach weiter weg bauen, wo es weniger Ausbau-Hindernisse gibt, ist keine Option. Robin Wulf, Mobilfunk-Kommunalbeauftragter bei der Telekom, weiß warum: „In Aumühle haben wir funktechnisch diverse Herausforderungen: Der zu versorgende Streckenabschnitt liegt in einer Schneise und erstreckt sich über eine langgezogene Kurve. Wir brauchen einen Masten, der mindesten 40 Meter hoch ist, über die umliegenden Bäume geht und bei dem die Antennen so ausgerichtet werden können, dass sie genau in die Kurve hineinsenden.“ In Aumühle kommt damit vieles zusammen, was auch sonst den Mobilfunkausbau erschweren kann. Trotz der vielfältigen Herausforderungen will auch Robin Wulf nicht aufgeben: „Wir sind sehr daran interessiert, auch diese Versorgungslücke schnellstmöglich zu schließen, um unsere Kunden perspektivisch auf der gesamten Strecke zwischen Berlin und Hamburg das beste Mobilfunknetz anbieten zu können.“

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Robin Wulf, Kommunalbeauftragter der Deutschen Telekom Technik.

Alle 2,5 Tage ein neuer Standort an ICE-Strecke

Aber nicht überall braucht man - wie in Aumühle - einen so langen Atem. An vielen Orten deutschlandweit ist der Ausbau wunderbar gelungen. Insbesondere dann, wenn alle Beteiligten gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden. Im letzten Jahr allein wurde im Schnitt alle 2,5 Tage ein neuer Mast entlang einer ICE-Strecke gebaut. Eine riesige Herausforderung ist dabei auch die Mobilfunkversorgung in Bahn-Tunneln. Techniker dürfen in Tunneln nur dann Funkanlagen einbauen, wenn es keinen regulären Zugbetrieb gibt. Sprich: erst in dem Moment, wenn größere Wartungen und Reparaturen in einem Tunnel gemacht werden und deswegen für einen längeren Zeitraum keine Züge fahren. Die gute Nachricht: Praktisch alle ICE-Tunnel in Deutschland sind inzwischen mit Mobilfunk versorgt. Da der Platz oft begrenzt ist, werden in der Regel diese Funkanlagen mit anderen Netzbetreibern gebaut und gemeinsam genutzt.

Bitte alle einsteigen!

Die Telekom hat in Deutschland sämtliche ICE-Strecken bestens mit LTE versorgt. Unser Ziel ist jetzt, auch die letzten kleinen Lücken zu schließen, auch wenn dies oft kompliziert ist. Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, sollte es gelingen, dass die Mobilfunkversorgung entlang der Verkehrswege eine 1+ mit Sternchen bekommt.

Das gesamte Video zum Netzausbau entlang der ICE-Strecke gibt es hier:

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Wandertafel Pfälzerwald

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Georg von Wagner

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Bad Dürkheim: Mobilfunk für den Pfälzerwald

Die Gemeinde Bad Dürkheim im Pfälzerwald hat sich letztes Jahr erfolgreich bei der Aktion "Wir jagen Funklöcher" beworben. Die Planung für den Bau eines Mobilfunkmasten hat begonnen und wir haben mit den ortsansäßigen Bau- und Forstamtsleitern gesprochen.

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