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Hubertus Kischkewitz

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Stadt, Land, Datenfluss: Die schwierige Suche nach weiteren Mobilfunk-Standorten

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5G ist Deutschlands Rekord-Mobilfunk. Das gilt nicht nur in Sachen Datenübertragung, sondern auch beim Tempo, mit dem das neue Netz immer mehr Menschen verbindet. Nur drei Jahre nach dem Start 2019 können jetzt 94 Prozent der Haushalte in Deutschland das 5G-Netz der Telekom nutzen. Nie zuvor hat sich eine neue Mobilfunk-Generation so schnell verbreitet – und das flächendeckend, sowohl in den Städten als auch auf dem Land. Damit der Ausbau mit Volldampf weitergehen kann, braucht die Deutsche Telekom aber verstärkt Unterstützung. Denn die Suche nach weiteren Standorten ist schwierig.

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Mobilfunkstandort bei Baiersbronn im Schwarzwald

5G in Stadt und Land – der Überall-Mobilfunk

Die 5G-Anzeige oben auf dem Smartphone – sie ist für Kund*innen der Telekom überall in Deutschland mittlerweile alltäglich. Motto: Stadt, Land, Datenfluss! Die Nutzer*innen surfen mobil so schnell wie nie zuvor. 1 Gigabit pro Sekunde im Download sind keine Seltenheit mehr. Dahinter steckt eine Technik, die je nach Einsatzzweck auf den verschiedensten Frequenzen funkt. Das zeigen aktuelle Beispiele aus dem Schwarzwald.

Wo es auf absolutes Spitzentempo ankommt, zum Beispiel direkt an einem großen Gewerbegebiet in Calw, funkt die Telekom mit der aktuell schnellsten 5G-Variante im 3,6-GHz-Band. Sie ermöglicht maximale Datenraten, bietet dafür aber nur eine relativ geringe Reichweite. Und wo große Flächen zu versorgen sind, wie in der abgelegenen Idylle von Forbach-Herrenwies mit ihren nur 70 Einwohnern – dort werden niedrigere Frequenzen wie 700 MHz größere Gebiete abdecken. 5G ist also quasi der Überall- und Allzweck-Mobilfunk für die verschiedensten Einsatzzwecke.

Alle wollen Mobilfunk – keiner will Masten

Die Beispiele aus dem Schwarzwald zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten von 5G sind. Bürger*innen und Wirtschaft haben meist schon lange auf den neuen Mobilfunk gewartet, das Interesse ist enorm. Doch einem noch zügigeren Ausbau steht oft ein entscheidendes Hindernis gegenüber: In vielen Regionen fehlt es schlicht und einfach an neuen Standorten für Mobilfunkanlagen. Ingo Reinhardt und sein Kollege Daniel Eger sind die Kommunalbeauftragten der Telekom für den Mobilfunk in Baden-Württemberg – also die Ansprechpartner zu diesem Thema, an die sich die Städte und Gemeinden wenden können. Reinhardt erklärt den Ablauf so: „Wenn wir einen neuen Mobilfunkstandort suchen, wenden wir uns zuerst an die Kommunen. Im Rahmen der Kommunalabstimmung wollen wir dann gemeinsam mit den Kommunen einen neuen Standort finden.“

Die Problematik bringt er so auf den Punkt: „Wir erleben im Mobilfunkausbau eine sehr kontroverse Diskussion. Auf der einen Seite möchte jeder eine gute, zukunftssichere Versorgung haben. Auf der anderen Seite will aber niemand die dafür nötige Infrastruktur, zum Beispiel die Masten, vor der eigenen Haustür haben.“ Da beißt sich die Katze in den Schwanz, weswegen Experte Reinhardt einen großen Wunsch hat: „Um hier den Mobilfunkausbau zu beschleunigen, ist es wichtig, dass sich die Kommunen aktiv an der kommunalen Abstimmung beteiligen.“

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Ingo Reinhardt ist Kommunalbeauftragter der Telekom für den Mobilfunk in Baden-Württemberg

Mit 5G noch näher am Kunden

Die Suche wird dadurch erschwert, dass Standorte irgendwo draußen am Waldrand, die eine ganze Gemeinde versorgen, bei 5G oft nicht mehr ausreichen. Ihre Netzabdeckung ist für modernen und zukunftssicheren Mobilfunk in aller Regel zu gering. Denn gerade bei 5G ist es wichtig, dass die Netzbetreiber immer weiter in die Kommunen hineinrücken. Daniel Eger, einer der beiden Telekom-Kommunalbeauftragten in Baden-Württemberg, erklärt, warum das so ist: „Wir möchten möglichst hohe Bandbreiten zur Verfügung stellen, mit einem guten Signal im Innen- und Außenbereich. Dafür ist es wichtig, dass wir die Distanz zwischen Standort und Kunden so gering wie möglich halten.“

Hier geht es schlichtweg um Physik: Je höher die genutzte Frequenz bei der 5G-Versorgung ist, desto schneller fließen die Daten – aber desto geringer ist die Reichweite des Signals. 5G in Gigabit-Geschwindigkeit und mit praktisch verzögerungsfreier Live-Datenübertragung, das sich viele Nutzer*innen wünschen, muss also möglichst zentral ausgestrahlt werden. Daniel Eger von der Telekom hat dabei bereits den Mobilfunk von morgen im Blick. Denn auch 5G wird sich weiterentwickeln: „Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir jetzt schon für die Zukunft planen und die Standorte so wählen, dass sie nicht nur für die nächsten zwei, drei Jahre taugen, in den Frequenzbändern, mit denen wir aktuell arbeiten – sondern auch später, für 10, 15 Jahre.“

100 Standorte gesucht – allein in diesem Teil des Schwarzwalds

Ingo Reinhardt und Daniel Eger hoffen, dass „ihre“ Kommunen nun gemeinsam mit der Telekom die Standortsuche schnell voranbringen. Denn, so Experte Eger: „Je mehr Frequenzen und Dienste wir in der Luft haben, desto mehr Kapazität und Bandbreite können wir zur Verfügung stellen.“ Sein Kollege Ingo Reinhardt nennt konkrete Zahlen: „Im Landkreis Calw, Freudenstadt und im Ortenaukreis suchen wir in den nächsten Jahren ungefähr 100 neue Standorte.“ Dass sich der 5G-Ausbau für Städte und Gemeinden, für die Bürger*innen und die Wirtschaft vor Ort auszahlt – daran hat Gregor Bühler keinen Zweifel. Er ist Bürgermeister von Sasbach, einer schnell wachsenden Gemeinde im Ortenaukreis im Regierungsbezirk Freiburg.

Der Bedarf an mobilen Datenverbindungen steigt

Hier existiert bereits ein Gewerbegebiet, und es entstehen Neubaugebiete – mit oft jungen Bürger*innen und Familien, für die eine schnelle Mobilfunkversorgung eine Selbstverständlichkeit ist. Deshalb hat Bürgermeister Bühler die 5G-Versorgung in Sasbach zuletzt gemeinsam mit der Deutschen Telekom deutlich vorangebracht. Er ist überzeugt: „Unabhängig davon, ob Stadt oder Land, steigt der Bedarf an mobilen Datenverbindungen immer mehr. Für unsere Gemeinde bedeutet das auch, dass das Thema Mobilfunk genauso zur Infrastruktur gehört wie Straßen, Wasser, Abwasser oder der Glasfaserausbau, den wir von der Gemeinde aus organisieren.“ Kein Zweifel – mit weiteren Gregor Bühlers überall in Deutschland könnte der 5G-Ausbau noch mehr Fahrt aufnehmen.

Beim Mobilfunkausbau helfen können aber auch viele Privateigentümer: Wer eine Fläche für einen Dach oder Mast-Standort vermieten möchte, kann sich an die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm wenden.

Mehr zum Thema gibt's in diesem Video:

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Katja Kunicke

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