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"Korruption verhindert Entwicklung"

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Korruption fängt im Kleinen an, hat aber dramatische Auswirkungen. Im Interview machen das Olajobi Makinwa, die die Transparenz- und Antikorruptionsinitiativen bei der UN leitet, und Thomas Kremer, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance bei der Telekom, deutlich.

Frau Makinwa, heute ist der Antikorruptionstag der Vereinten Nationen. Warum engagieren Sie sich so sehr dafür?

Olajobi Makinwa: Korruption ist eine der größten Ungerechtigkeiten unserer Zeit. Sie verhindert Wohlstand und Entwicklung. Sie hindert Kinder daran, zur Schule zu gehen und medizinisch versorgt zu werden. Sie sorgt für schlechte Infrastruktur und unsichere Gebäude. Diese dramatischen Folgen kann man in weniger entwickelten Ländern natürlich deutlicher sehen. Korruption ist aber ein globales Phänomen. Und ihre Opfer sind meistens die schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft.

Thomas Kremer: Wenn ich das ergänzen darf: In den Medien werden zwar die großen Korruptionsfälle aufgegriffen. Welche Folgen Korruption in Gesellschaften hat, ist den meisten Menschen aber nicht bewusst. Korruption bedeutet, dass nicht der Beste einen Auftrag bekommt, sondern derjenige, der am meisten schmiert. Bei der Ausführung wird dann meistens auch nicht genau hingeschaut. Deshalb gilt für uns bei der Telekom: Null Toleranz! Das machen wir auch in der aktuellen Kampagne wieder sehr deutlich.

Wie sollten Unternehmen Korruption bekämpfen, Frau Makinwa?

Olajobi Makinwa: Die persönliche Verantwortung ist entscheidend. Und dafür müssen die Führungskräfte mit gutem Beispiel voran gehen. Zudem sollten Unternehmen mit anderen Stakeholdern im Kampf gegen Korruption zusammenarbeiten. Da sind innovative Kooperationen gefragt: Die öffentliche Hand und Unternehmen müssen gemeinsam Korruption bekämpfen.

Herr Kremer, unternimmt die Telekom genug gegen Korruption?

Thomas Kremer: Der Vorstand lebt die Prinzipien klar vor, wir sensibilisieren und schulen unsere Mitarbeiter und geben über Kanäle wie ask-me@telekom.de die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen. Zudem können die Mitarbeiter über tell-me@telekom.de Vorfälle melden – und das auch anonym im Internet. Wir haben also die Voraussetzungen geschaffen, bei Verstößen konsequent handeln zu können. Keiner kann sagen: Ich habe nicht gewusst, dass das verboten ist.

Nimmt Korruption eher zu oder ab?

Olajobi Makinwa: Fakt ist: Korruption gibt es überall und das schon sehr lange. Was sicher zugenommen hat, ist die Sensibilität der Öffentlichkeit. Korruption wird weniger toleriert und deshalb werden auch mehr Fälle bekannt. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass es auch mehr Fälle als früher gibt. Hinzu kommen teilweise sehr strenge Gesetzgebungen in Ländern wie den USA und Großbritannien. Schwellenländer wie Indien und China folgen. Korruption ist also kein akzeptiertes Geschäftsgebaren mehr – und das ist ein großer Fortschritt.

Die Deutsche Telekom engagiert sich in der UN Global Compact Arbeitsgruppe gegen Korruption und setzt sich dafür ein, dass Korruptionsbekämpfung, wie sie im 10. Prinzip der Initiative beschrieben ist, von Unternehmen umgesetzt wird.

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