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"Wir vermeiden Datenstaus im Internet"

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat Anja Feldmann am 16. März mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis, eine der begehrtesten Auszeichnungen im Forschungsbereich, ausgezeichnet. Die Hochschulprofessorin und Teamleiterin bei den T-Labs in Berlin erläutert im Interview, woran sie arbeitet.

Frau Prof. Dr. Feldmann, welche Bedeutung hat die Auszeichnung für Sie? Ich war wirklich überrascht, als ich von dieser Entscheidung gehört habe. Der Leibniz-Preis ist eine der wichtigsten deutschen Forschungspreise und mit immerhin 2,5 Millionen Euro dotiert. Dieser Betrag eröffnet uns für unsere Forschung einen noch größeren Freiheitsgrad und gibt uns die Chance, unsere internationale Ausrichtung voranzutreiben. Wenn ich "uns" sage, so ist damit mein Team bei den T-Labs gemeint, bei dem ich mich an dieser Stelle für die tolle Unterstützung und Zusammenarbeit bedanken möchte. Mit welcher Forschungsarbeit sind Sie beschäftigt? Ich leite an der Technischen Universität Berlin das Fachgebiet "Intelligent Networks and Management of Distributed Systems", das auch mein Forschungsschwerpunkt in den T-Labs ist. Grundsätzlich wollen wir mit diesem Ansatz das Internet schneller und sicherer machen. Dazu entwerfen wir unter dem Stichwort "Clean Slate Design" eine neue Architektur des Internets. Das Web ist bisher ja in einem fort um neue Nutzungsmöglichkeiten erweitert worden, ohne dass beim Datentransfer die Priorität bestimmter Nutzungen berücksichtigt wurde. Wir arbeiten deshalb daran, das Netz in unterschiedliche Bereiche aufzuteilen, um den Ansprüchen und Bedürfnissen der Nutzer besser gerecht werden. Welche Auswirkungen hat das für die "normalen" Internet-Nutzer? Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen Film herunterladen und gleichzeitig über das Internet telefonieren. Bisher führte das häufig zu Verbindungsstörungen und Qualitätseinbußen. Durch eine virtuelle Aufteilung des Internets und deren intelligente Steuerung hätte in Zukunft der Transfer von Sprachdaten Priorität - denn es ist wohl davon auszugehen, dass dem Nutzer eine einwandfreie Qualität des Telefongesprächs wichtiger ist, als ein möglichst schneller Download. Das ist nur eins von vielen Beispielen, wie wir mit einer neuen Architektur des Internets möglichen Datenstau vermeiden möchten. Wie hat man sich Ihre konkrete Arbeit in den T-Labs vorzustellen? Bestimmt nicht als Laborarbeit im stillen Kämmerlein. Zum Beispiel haben wir auf dem Campus der TU Berlin auf fast allen Dächern Sendeanlagen für den drahtlosen Internetempfang installiert - 46 insgesamt. Dieses "Berlin Open Wireless Lab" können alle Mitarbeiter und Studierenden der Technischen Universität kostenlos nutzen. Wir wiederum erproben damit einzelne Schritte unserer Forschungen unter den realistischen Bedingungen der massenhaften Anwendung. Diese Möglichkeit veranschaulicht auch einen der großen Vorteile der T-Labs, die als privatrechtlich organisierte Einrichtung der Uni angeschlossen sind: die bestmögliche Verzahnung von technologischer Entwicklung, wirtschaftlicher Nutzung und praktischer Anwendung.

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