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Johannes Maisack

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DIGITAL2018: Cyborg sorgt für Staunen

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Tag zwei der DIGITAL2018 in Köln. Neben Diskussionen über die Anwendung Künstlicher Intelligenz und wertvollen Tipps aus der Welt der hidden Champions sorgte einer für Staunen: Der erste offizielle Cyborg, Neil Harbisson.

Cyborg Neil Harbisson sorgte für Aufsehen.

Cyborg Neil Harbisson sorgte für Aufsehen.

Ein Raunen im Publikum und ungläubige Blicke, als Neil Harbisson die Bühne betrat. Er wurde farbenblind geboren. Grün, blau, rot und gelb kannte Harbisson lange Zeit nur aus Erzählungen. Er beschloss, dies zu ändern und bediente sich der Physik. Eine Antenne, die fest in seinem Kopf verankert ist, nimmt Farben wahr und übersetzt sie in Schwingungen. Ein Chip im Kopf des Briten gibt diese ans Gehirn weiter. „Auf diese Weise höre ich Farben“, erklärte er. Mittlerweile, so Harbisson, fühle er keinen Unterschied mehr zwischen Antenne und Gehirn. „Deshalb bezeichne ich mich selbst als Cyborg.“ Über einen zweiten Chip ist er außerdem mit dem Internet verbunden. „Ich kann mich mit Raumstationen verbinden und das All erkunden, ohne dort zu sein.“ Sensonaut nennt Harbisson das. Sein Leben als Cyborg soll anderen ein Vorbild sein. „Ich hoffe, dass das Zusammenspiel von Körper und Technologie in ein paar Jahren etwas ganz Normales ist.“

Hagen Rickmann in seiner Keynote.

Hagen Rickmann in seiner Keynote.

Zuvor, bei der Eröffnung, hatte Geschäftskunden-Chef Hagen Rickmann auf den ersten Tag der DIGITAL2018 zurückgeschaut. „Wir hatten gestern rund 5.000 Besucher, allein 2.500 wollten Steve Wozniak sehen – das ist großartig. Das Feedback der Besucher ist sehr positiv“, so Rickmann.

In seiner Keynote sprach er über die digitale Transformation. „Wie wir Ware bestellen, wie wir Kunden betreuen, wie wir kommunizieren – alles ändert sich durch neue Technologien und neue Spieler.“ Rund drei Millionen Geschäftskunden betreut er mit seinem Team. Die Mehrheit davon sei in der Cloud angekommen. Aber bei der Nutzung von Technologien wie Big Data, Internet der Dinge, 3D-Druck, Robotik, Blockchain, virtuelle Realität oder Künstliche Intelligenz täte sich ein schwarzes Loch auf. „In diese neue Welt sollten wir gemeinsam einsteigen, heute. Kulturelle und fachliche Faktoren sind entscheiden. Seien Sie mutig, beschäftigen Sie sich mit diesen Technologien, hinterfragen Sie Ihr Geschäftsmodell, auch wenn es heute noch funktioniert, und machen Sie Digitalisierung zur Chefsache“, gab Rickmann den Zuhörern mit.  

Berater und ehemaliger Wirtschaftsprofessor Hermann Simon beschrieb, was sich Mittelständler von hidden Champions abschauen können. Dies sind zumeist mittelständische Weltmarktführer mit einem Umsatz von weniger als fünf Milliarden Umsatz und einem recht geringen Bekanntheitswert. Weltweit kommt fast jeder zweite hidden Champion aus Deutschland. „Hidden Champions sind unheimlich fokussiert, meist stark spezialisiert und denken global. Sie setzen voll auf Wachstum, ihre größten Stärken sind Innovationskraft und Kundennähe“, so Simon. 

Dirk Wössner spricht über Kooperationen in der digitalen Welt

Dirk Wössner spricht über Kooperationen in der digitalen Welt.

Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner ging auf Kooperationen in der digitalen Welt ein. „Wir wollen und müssen von anderen lernen, beispielsweise bei Big Data oder Künstlicher Intelligenz. Bei unserer Netzplanung arbeiten wir zusammen mit dem Fraunhofer Institut, um Oberflächen automatisiert zu erkennen. Das spart Kosten und Zeit und erhöht die Datenqualität.“ Auch der gemeinsame Ausbau von Mobilfunk- und Breitbandnetzen in der Region Stuttgart sei ein gutes Beispiel für neue Ansätze der Kooperation. „Zuhören, vertrauen, lernen – auch darum geht’s in der digitalen Welt.“ Weiteres Themenfeld: Kundenzufriedenheit. Die Telekom hat rund acht Millionen Kundenkontakte pro Monat in Deutschland. Hier gelte es ständig zu hinterfragen, wo sich Kundenfeedback schnell messen und dann sinnvoll nutzen lässt. „So können wir die Kundenzufriedenheit kontinuierlich verbessern.“ 

„Wir glauben, dass irgendwann alles vernetzt sein wird“, erklärte Thomas Ullmann, Geschäftsführer von IoT Venture. Das Unternehmen ist Teil des Techboost Programms der Telekom und verbindet elektronische Fahrräder mit dem Internet auf Basis des Narrow-Band Netzes. „Wir haben ein Modul entwickelt, das mit Motoren gängiger E-Bikes kompatibel ist.“ Es verfolgt den Standort des Fahrrads und zeichnet Fahrzeugdaten auf. Der Vorteil: „Unsere Kunden müssen zum Beispiel im Falle eines Diebstahls nicht mehr zur Polizei gehen, sondern können eine Anzeige von zu Hause aufgeben.“

Das klassische Geschäftsmodell der Banken hat ausgedient. Davon ist Erik Podzuweit, Chef von Scalable Capital, überzeugt. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine vollautomatisierte Geldanlage auf Datenbasis. „Bei uns ersparen sich die Kunden den Gang in die Bankfiliale. Wir wählen die Aktien aus und erarbeiten eine Anlagestrategie – alles datengetrieben“, so Podzuweit. Das erleichtere das Leben der Anleger enorm. „Die Kunden müssen sich nur entscheiden: Wie viel Geld investiere ich? Und wie hoch ist das Risiko, das ich gehen möchte?“ Das Unternehmen agiert europaweit bereits in fünf Ländern und hat über 30.000 Kunden. 

Sören Stamer hat Jahre im Silicon Valley gelebt. Seine Überzeugung: „Künstliche Intelligenz wird unser Leben noch grundlegender verändern als das Internet.“ Bereits heute, so der CEO der Core Media AG, nutzen die Menschen Tag für Tag KI-basierte Anwendungen. Die Technologie birgt neben zahlreichen Vorteilen auch Gefahren. „Wir müssen uns fragen: Kann KI unseren freien Willen irgendwann manipulieren? Und welche Auswirkungen hat das dann auf unsere Demokratie?“ Kern einer erfolgreichen KI-Strategie sind laut Stamer der gesunde Menschenverstand und ethische Prinzipien.

Linda Zervakis, Oliver Bierhoff (Mitte) und Wladimir Klitschko in der Diskussion.

Linda Zervakis, Oliver Bierhoff (Mitte) und Wladimir Klitschko in der Diskussion.

Moderatorin Linda Zervakis diskutierte mit Oliver Bierhoff, ehemaliger Fußballprofi und Manager der Deutschen Fußball Nationalmannschaft sowie Direktor Nationalmannschaften & Akademie und Wladimir Klitschko, ehemaliger Box-Weltmeister und heutiger Unternehmer, über das Zusammenspiel von Digitalisierung und Sport. „Daten werden im Fußball immer wichtiger. Als ich aktiv war, hat der Trainer eine Videokassette über den nächsten Gegner gezeigt, das war’s. Heute ist die Analyse deutlich komplexer und professioneller. Es gilt, die Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen und nicht jedem Trend hinterher zu laufen“, so Bierhoff. Auch im Kontakt mit den 25.000 Vereinen des DFB helfen digitale Prozesse deutlich, um schneller und individueller auf deren Bedürfnisse einzugehen. Auch Klitschko brachte es auf den Punkt. „Wer nicht digitalisiert, wird ausgeknockt.“ 

Hagen Rickmann zog noch vor den abschließenden Veranstaltungen und dem Abendkonzert der Back Eyed Peas ein positives Fazit. Und er schaute voraus: "Bitte merken Sie sich den 29. und 30. Oktober. Dort planen wir die DIGITAL2019."

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