„Kunst darf irritieren“

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Die Kunstsammlung „Art Collection Telekom" ist um ein Kunstwerk reicher. Die Installation „ONCE INFORMATION HAS PASSED INTO PROTEIN“ der polnischen Künstlerin Iza Tarasewicz ist im Foyer der Telekom-Zentrale zu bestaunen. Markenchef Hans-Christian Schwingen ordnet in seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums die Kunstambitionen des Konzerns ein.

„ONCE INFORMATION HAS PASSED INTO PROTEIN“

Die Installation „ONCE INFORMATION HAS PASSED INTO PROTEIN“ der polnischen Künstlerin Iza Tarasewicz gibt im Eingangsbereich der Telekom-Zentrale ein starkes Statement ab.

Hans-Christian Schwingen, Markenchef Deutsche Telekom.

Hans-Christian Schwingen, Markenchef Deutsche Telekom und Vorsitzender des Kuratoriums.

Herr Schwingen, warum hat sich die Telekom entschlossen, eine Kunstsammlung aufzubauen?

Zunächst einmal muss man wissen, dass die Telekom schon in den Neunziger und Zweitausendnuller Jahren Kunstwerke erstanden hatte. Dabei handelte es sich aber nicht um eine wirkliche Sammlung, die durch kunsthistorische Kriterien einen inneren Zusammenhalt aufwies. Vielfach dienten die Werke der Ausstattung von Büros und wurden über die Jahre ohne stringente Konzeption von verschiedenen Stellen im Unternehmen erworben. 2010 stand man dann vor der Frage, ob man diesen Wildwuchs quasi sich selbst überlassen oder einen Neuanfang machen wollte. Daraufhin haben einige freiwillige Kunstinteressierte im Unternehmen mit dem Einverständnis des Vorstands ein Kunstkuratorium ins Leben gerufen, das zusätzlich von zwei professionellen externen Kuratoren beraten wird. Denn wir fanden, dass für einen Konzern, der Kommunikation als sein Geschäftsfeld versteht, es naheliegend ist, gesellschaftlich relevante Dinge in seine Kommunikationswelt zu integrieren. Die heute mit 200 Kunstwerken kleine, aber feine Sammlung sorgt mittlerweile für eine hohe Akzeptanz sowohl in Fachkreisen als auch in der kunstinteressierten Öffentlichkeit. Beachtlich hierbei ist, dass sich der Wert der Sammlung seit Start um 25 Prozent gesteigert hat.

Was steckt hinter dem Begriff „Art Collection Telekom“?

Eine Art Zäsur, wenn man so will. Der Fokus der Sammlung liegt nun auf der Förderung von insbesondere jungen Künstlerinnen und Künstlern im Kulturraum Ost- und Südosteuropa, also den Regionen, in denen die Telekom nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auch ihren geschäftlichen Schwerpunkt hat. In kultureller Hinsicht sind diese Länder besonders spannend, weil ihre Kunstgeschichte abseits der offiziellen sozialistischen Geschichtsschreibung erst seit einigen Jahren recherchiert und neu geschrieben wird. Tatsächlich gibt es bisher nur wenige Sammlungen mit dieser inhaltlichen Ausrichtung und kaum Unterstützung für die zeitgenössische Kunst in den Ländern. Übrigens finanziert sich die Art Collection Telekom selbst, indem Erlöse aus dem Verkauf alter Kunstbestände in ihren Aufbau einfließen. Ziel ist es, die Sammlung von anderen zu differenzieren und damit eine neue, eigenständige Relevanz zu schaffen.

Die neue, hängende Kunstinstallation im Foyer der Zentrale gibt ein sichtbares und starkes Statement ab. Welche Bedeutung hat das Kunstwerk?

Moderne Kunst ist in der Regel nicht selbsterklärend. Oft hilft es, mehr über den Kontext zu wissen. In diesem Fall beispielsweise, dass der Titel des Werks von Francis Crick stammt, der 1958 diese zentrale Aussage der Molekularbiologie formulierte. Die hexagonale Gitterstruktur mit einer kaum wahrnehmbaren Bewegung soll auf aktuelle Forschungen zur Speicherung und Übertragung von digitaler Information in Proteinen verweisen. Der mehrdimensionale Rahmen ändert sich permanent, abhängig von der jeweiligen Sichtweise. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass selbst unsere alltäglichen Erinnerungen und Erlebnisse in unserem Gehirn als chemische Substanzen gespeichert werden, dann finden wir, dass die Künstlerin Iza Tarasewicz hier einen schönen interpretatorischen Bogen zu unserem Selbstverständnis schlägt: Mit der Telekom erleben, was verbindet.

Wie gefällt Ihnen das Werk?

Ich persönlich finde die Arbeit herausragend. Ansonsten darf moderne Kunst natürlich auch irritieren und zuweilen polarisieren, sie soll es sogar. Nur so schafft sie Aufmerksamkeit und eröffnet neue Perspektiven. Deshalb muss Kunst nicht grundsätzlich gefallen. Widerspruch und Protest sind nicht nur legitim, sondern ein Zeichen lebendiger Streitkultur. Die mutige Entscheidung des Kuratoriums, Iza Tarasewicz mit der Arbeit zu beauftragen, basierte auf den erfolgreichen Projekten der Künstlerin. Sie hat Polen 2016 auf der Sao Paulo Biennale und der Gwangju Biennale in Korea vertreten, dieses Jahr gestaltet sie den polnischen Pavillon auf der Architektur-Biennale in Venedig. In ihren Werken verbindet die Künstlerin oftmals Technik, Biologie, Physik und Forschung mit Intuitivem und Organischem.

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Bis wann wird die Installation im Eingangsbereich zu sehen sein?

Es ist angedacht, dass die Installation wandert, also bei entsprechenden räumlichen Gegebenheiten beispielsweise auch in europäischen Telekom Niederlassungen oder interessierten Museen ausgestellt wird. Für uns ist wichtig, dass Kunst für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist. Aus diesem Grunde haben wir beispielsweise das Foyer der Telekom-Zentrale umgestaltet. Einige Werke befinden sich zudem als Leihgaben in Museen und Ausstellungen. Und wir initiieren mit Partnern eigene Kunstaustellungen. So zeigen wir ab 19. Januar die Ausstellung „I Am The Mouth“ im Museum of Contemporary Art Zagreb. Darüber hinaus ist die Sammlung im Internet und per kostenloser Art Collection Telekom App für Android und IOS komplett zugänglich.

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