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Zur Hoffnung gibt es keine Alternative. Trotz Corona-Krise, Ukraine-Krieg, Klimakrise, galoppierender Inflation, scheinbar endloser Umbrüche und Einschnitte in unser gewohntes Leben. Warum wir den Mut nicht verlieren dürfen, wie man sich krisenfest macht und weshalb Zuversicht in einer unbeständigen Welt ihren Platz hat: Ein optimistischer Blick in die Zukunft. 

Krisen kommen und gehen. Was es derzeit so kompliziert macht, ist, dass eine Krise die andere verschärft. Der Ukraine-Krieg sorgt für gekappte Gaslieferungen und das Abfackeln von überschüssigem Gas in Russland. Die Suche nach alternativen Bezugsquellen führt in Teilen der Welt zur steigenden Ausbeutung von fossilen Energieträgern. Schlecht für die ohnehin schon nicht zu bremsende Erderwärmung. Und Corona setzt mit seinen Nachwirkungen weltweit die Gesundheitssysteme unter Druck. Wir sprechen von multiplen Krisen und viele Menschen haben die Nase voll. In den Medienhäusern ging die digitale Lesequote zurück und der Umsatz bei Sachbüchern sank, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Vor zwei, drei Jahren wurden auch schlechte Nachrichten noch begierig aufgesaugt, jetzt verweigere sich ein großer Teil des Publikums. Nicht hören, nicht sehen, nicht sprechen. Die Vogel-Strauß-Taktik hat Hochkonjunktur. Das Problem: Sie bringt uns nicht weiter und führt uns in eine lethargische Passivität. 

Eine Bildmontage mit dem Schriftzug „Zuversicht“.

Warum wir den Mut nicht verlieren dürfen, wie man sich krisenfest macht und weshalb Zuversicht in einer unbeständigen Welt ihren Platz hat: Ein optimistischer Blick in die Zukunft. © Deutsche Telekom

Wer das Gefühl hat, am Abgrund zu stehen, neigt dazu, sich in eine Opferrolle hineinzusteigern. Das kann praktisch sein, weil man als Opfer der äußeren Umstände keine Verantwortung für sich und sein Leben übernehmen muss. Aber gerade die „Ich kann ja eh nichts ändern“-Haltung zementiert den Stillstand. Sie hindert uns daran zu überlegen, was zu tun ist. Statt zu handeln, warten wir, ob es vielleicht jemand anderes für uns macht. Es geht auch anders.

Wir haben es selbst in der Hand

„Nur Mut“ titelte das führende deutsche Reportage-Magazin „GEO“ in seiner Januar-Ausgabe von 2023. Und wagt mit seiner Unterzeile „Die Welt ist gut. 9 Gründe für mehr Zuversicht (trotz allem)“ einen optimistischen Blick nach vorn. Die Redakteurinnen und Redakteure bringen Beispiele voller Hoffnung, wie wir in kurzer Zeit Antworten auf Krankheiten und Pandemien gefunden haben, was wir tun können, um die wirtschaftliche Kluft zwischen Arm und Reich zu beheben, wie kluger Naturschutz die Lebensvielfalt wieder herstellen kann oder wie wir soziale Spaltung überwinden und ein würdevolles Leben im Alter führen können. Die Grundüberzeugung dabei: Wir haben vielmehr selbst in der Hand, als es den Anschein hat.

Genau darum geht es: Sorgen und Ängste gehören zwar zu unserem Leben und Angst kann unser Überleben sichern, aber sie darf nicht zur Lähmung „unseres Betriebssystems“ führen.  Neue Sichtweisen auf schwierige Situationen zu finden, hilft uns, das lähmende Gefühl des Ausgeliefertseins zu überwinden. Die Apokalypse kann warten.

Vertrauen unter Druck

Sicherlich werden die meisten Menschen grundsätzlich der These zustimmen, dass Verzagen kein Ansatz ist, um Probleme zu lösen. Dennoch gibt es bei vielen so etwas wie Zukunftsangst. Das äußerst sich unter anderem in einem Verlust an Vertrauen, vor allem wenn es um den Staat und seine Institutionen geht. Zu diesem Ergebnis kommt das Edelman Trust Barometer 2023. Weltweit wurden über 30.000 Menschen befragt. Interessant dabei: Dem eigenen Arbeitgeber vertrauen die Menschen am meisten. Gleichwohl sorgen Schlagzeilen über den drastischen Arbeitsplatzabbau in der Tech-Branche für neue Sorgen. Für die Beteiligten ein schwacher Trost: Die hohen Zahlen gehen insbesondere darauf zurück, dass die Konzerne im Corona-Boom für ihr Geschäft rasant die Belegschaften ausbauten. Sie werden nach den Streichungen immer noch deutlich mehr Beschäftigte haben als vor der Pandemie. Auslöser der Sparmaßnahmen sind vor allem die hohe Inflation und die schwächelnde Wirtschaft, die sie je nach Geschäftsmodell unterschiedlich treffen.

Mitfühlende Führung

Fehlende Transparenz, unklare Botschaften, schlechte Kommunikation – schon geht das Vertrauen und damit die Zuversicht auf Talfahrt. Deshalb ist nicht nur das „Was“ (ist unsere Aufgabe, unser Ziel) für die Menschen in Organisationen so wichtig, sondern auch das „Wie“. Wie gehen wir miteinander um, wie treffen wir Entscheidungen? Auch schwierige und unangenehme. „Wir müssen respektvoll miteinander umgehen. Kurzum: Wir müssen füreinander da sein und zusammenhalten. Aktuell mehr denn je“, sagt Telekom Personalvorständin Birgit Bohle und macht deutlich, welche Art von Führung erforderlich ist, um Menschen im Wandel zu führen: „Mit dem in unseren neuen Leadership Anchors formulierten Anspruch „Ich bin die Magenta-Führungskraft, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertrauen und für die sie arbeiten wollen. Talente ziehe ich an“ räumen wir diesem Aspekt hohe Priorität ein. Ganz im Sinne unserer Leitlinie ‚Ich bin die Telekom. Auf mich ist Verlass‘. Nicht nur auf dem Papier: „Wir arbeiten intensiv mit unseren Führungskräften, um eine hohe Vertrauenskultur in unsrem Unternehmen zu festigen. Das kann man nicht verordnen, das ist ein Prozess“.

„Compassionate Leadership“, also mitfühlende Führung, nennt der dänische Organisationsexperte Rasmus Hougaard das. Auf dem Telekom Management Meeting erklärte Rasmus den Teilnehmenden, wie man auf menschliche Art und Weise durch schwierige Zeiten führt, wenn die Welt Kopf steht: Mit Wissen und Sorgfalt. „Gute Führungskräfte müssen in der Lage sein, Mitgefühl und Weitblick zu zeigen”, so Rasmus. Eine Strategie ist nicht genug. Das Zielbild heiße „Caring Performance“. Also: Leistung anfachen und sich gleichzeitig um die Menschen kümmern. Dabei appelliert Hougaard an unsere Psyche: Im Westen, sagt er, werden wir nicht darauf trainiert, unseren Verstand zu schulen. Als Kindern werde uns beigebracht, wie man rechnet oder Sprachen spricht, aber es werde uns nicht beigebracht, wie unser Geist funktioniert und wie wir bewusster mit unserem Leben umgehen können.
 

Ein Herde Elefanten auf dem Bild, einer von ihnen hat eine Zebrahaut und setzt sich damit vom Rest ab.

Das Ich und das Wir

Personalisierte Produkte, individuelle Bildungs- und Karrierewege, immer mehr Single-Haushalte: Das Ich steht im Mittelpunkt, Einzigartigkeit wird ein wichtiger Trend unserer Zeit. Besonders in westlich geprägten Wohlstandsgesellschaften wächst der Drang, sich abzuheben und die eigenen Unterschiede zu anderen Menschen zu betonen. Verlieren wir vor lauter Selbstbezogenheit das Wir aus dem Blick?

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