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Jennifer Busch

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Stadtleben: die Zukunft ist smart

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Zur Bewältigung der technologischen Veränderungen und für eine nachhaltige urbane Entwicklung benötigen Städte heutzutage intelligente Lösungen.

Der urbane Raum wächst heute schneller als jemals zuvor. So lebten 1800 nur 3 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. 1900 war die Zahl bereits auf 14 Prozent gestiegen, 1950 auf 30 Prozent, und im Jahr 2008 verteilte sich die Menschheit weltweit erstmals jeweils zur Hälfte auf städtische und ländliche Regionen. 2050, so die Schätzungen, werden beträchtliche 70 Prozent der Erdbevölkerung Stadtmenschen sein.

Doppelportrait Hofacker Nejedl

Ingo Hofacker, SVP, Internet of Things, T-Systems Digital Division und Ralf Nejedl, SVP B2B, DT Europe, sprechen über die Smart City

Angesichts dieser Entwicklung stehen die Verwaltungen vor riesigen Herausforderungen. Schrumpfende Haushalte, begrenzte Ressourcen und die Nachfrage der Bürger nach immer schnelleren und benutzerfreundlicheren Services drängen die Kommunen effizienter vorzugehen. Smart City-Lösungen nutzen Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für öffentliche Dienstleistungen und tragen so dazu bei, diese Herausforderungen zu bewältigen. Ralf Nejedl, Senior Vice President B2B bei der Deutschen Telekom Europe, und Ingo Hofacker, Senior Vice President, Internet of Things, T-Systems Digital Division, erläutern, wie das funktioniert.

Herr Nejedl, was genau ist eine Smart City und wie arbeitet die Telekom mit Städten zusammen, die "intelligenter" werden wollen?

Smart City Projekte in Europa

Die Telekom möchte der führende Anbieter von Smart City-Lösungen in Europa werden.

Ralf Nejedl: Eine Stadt wird smart, also intelligent, wenn das bereits vorhandene Ökosystem vermehrt durch IKT-basierte Lösungen zur. Digitalisierung von öffentlichen Dienstleistungen unterstützt wird.  Allerdings ist die Digitalisierung nur Mittel zum Zweck. Letztlich zielt jeder Entwurf einer Smart City natürlich darauf ab, die Lebensqualität der Bürger zu erhöhen, Besucher anzuziehen und die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.

Das heißt für uns, dass wir für die Städte ein vertrauenswürdiger, verlässlicher und langfristiger Partner auf dem Weg zur Digitalisierung sein wollen. Wir helfen den Kommunen, die ökologischen und ökonomischen Herausforderungen zu bewältigen sowie vor dem Hintergrund des anhaltend rasanten Wachstums der Städte und jüngster technologischer Fortschritte den erforderlichen urbanen Wandel zu vollziehen. In Kooperation mit innovativen Smart City-Partnern stellen wir die beste Netzanbindung und die besten IT-Lösungen zur Verfügung, die den Nutzen für Bürger und Besucher in den Mittelpunkt stellen und das städtische Alltagsleben deutlich verändern.

Welche wesentlichen Vorteile bietet eine Smart City?

Ralf Nejedl: Die Einführung intelligenter Lösungen im städtischen Raum ist gleich in zweierlei Hinsicht überzeugend: Smart City Anwendungen helfen nicht nur den kommunalen Verwaltungen, durch effizientere Gestaltung der Dienstleistungen Zeit und Kosten zu sparen, sondern auch die Endverbraucher, also in diesem Fall Bürger und Besucher, profitieren davon.

Nachhaltigkeitsmanagement ist ein gutes Beispiel: Lösungen für die Smart City tragen zur einer Reduzierung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen sowie zur Verbesserung des Abfallmanagements bei und führen so insgesamt zu einer saubereren Umwelt. Auch der öffentliche Personennahverkehr kann effizienter gestaltet werden. Im Ergebnis ist es für die Bürger einfacher, ihre Fahrten zu planen und durchzuführen. Mehr Sicherheit ist ein weiterer Aspekt. Mit intelligenten Technologien wie Videokameras oder modernen Bildanalyseverfahren können die Städte Sicherheitsprobleme zuverlässiger lokalisieren, eindämmen und diesen vorbeugen, und damit die Bürger besser schützen.

Außerdem kann eine Stadt von einem riesigen Kreativitätspotenzial profitieren, wenn sie die Bürger ermutigt, sich in die Entwicklung der Smart City einzubringen. Durch die Mitwirkung auf Kooperationsplattformen und in sozialen Medien können die Sichtweisen der Bürger und ihre Interessen berücksichtigt werden.

Welche Lösungen für die Smart City bietet die Telekom und wo gibt es sie?

Ralf Nejedl: Wir haben mit einer Reihe von Städten in ganz Europa zusammengearbeitet und ihnen geholfen, einige ihrer zentralen Herausforderungen zu meistern, indem wir für Bürger und Besucher gleichermaßen intelligente Dienstleistungen bereitstellen. In Zusammenarbeit mit den kommunalen Verwaltungen haben wir zunächst gezielt intelligente Mobilitätslösungen sowie smarte Applikationen für die Straßenbeleuchtung und die öffentliche Sicherheit erarbeitet. So haben wir in Hamburg vor kurzem angekündigt, dass wir im Rahmen unseres innovativen Verkehrsmanagementansatzes rund 11.000 intelligente Parkplätze schaffen werden, die die Suche nach verfügbarem Parkraum in der Stadt erleichtern sollen. Ähnliche Mobilitätslösungen wurden in Budapest, Bukarest, Dubrovnik und Skopje installiert. Dort bieten wir neben dem intelligenten Parken auch andere Mobilitätslösungen, wie intelligente Fahrrad- und Busmanagementsysteme.

Im spanischen Gijón haben wir in Zusammenarbeit mit der örtlichen Stadtverwaltung ein umfassendes smartes Beleuchtungssystem aufgebaut, für das über 1.000 intelligente Straßenlaternen installiert wurden. Ähnliche Lösungen für eine Straßenbeleuchtung wurden in Monheim, in Chalkida und Patras in Griechenland und im kroatischen Dubrovnik implementiert. Darüber hinaus bieten wir auch intelligente Müllentsorgungslösungen, z.B. auf der kroatischen Insel Krk und in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Dies sind nur einige wenige Beispiele – die Möglichkeiten sind schier grenzenlos.

Die Arbeit mit dem öffentlichen Sektor verläuft nicht immer reibungslos – wo liegen die größten Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Smart City-Projekten?

Ralf Nejedl: Die größten Herausforderungen sind nach unserer Erfahrung bislang die mancherorts unzureichende Abstimmung zwischen den Abteilungen einer Stadtverwaltung, sowie Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor, die allerdings für die erfolgreiche Umsetzung eines Smart City-Projekts unerlässlich ist. Des Weiteren verfügen die Städte meistens weder über eine richtige Smart City-Strategie noch über einen schlüssigen Plan zur Digitalisierung ihrer Dienste. Ein Teil unserer Arbeit besteht erst einmal darin, gemeinsam eine langfristige Strategie zu entwickeln. Außerdem müssen wir oft innerhalb der Stadtverwaltungen Bewusstsein dafür schaffen, dass EU-Gelder zur Verfügung stehen und wie sie beantragt und genutzt werden können.

Aus technologischer Sicht brauchen Städte eine IP-basierte, offene, skalierbare und ausbaubare horizontale Architektur, an die sich jede Behörde, jeder Bürger und jeder Lieferant anbinden kann. Herstellerspezifische Protokolle und Datenformate müssen vermieden werden. Mit einer horizontalen Smart City-Managementplattform können Objekte und Applikationen über die ganze Stadt hinweg integriert werden – ähnlich den ERP-Systemen, die verschiedene Geschäftsprozessen und -ressourcen bündeln.

Herr Hofacker, da wir gerade über die technischen Aspekte sprechen: Inwiefern ist das Internet der Dinge relevant für die intelligente Stadt?

Ingo Hofacker: Das Internet der Dinge, auf Englisch Internet of Things, kurz IoT, ist ein rasant wachsender Bereich, der einen radikalen Wandel markiert, und zwar die Digitalisierung unseres täglichen Lebens. Das IoT haucht alltäglichen Gegenständen Intelligenz ein. Es wird zu einem integralen Bestandteil in jeder Branche, verändert Produktionsprozesse sowie unsere täglichen Gewohnheiten – und damit letztlich auch die Kundenerwartungen sowie das Kundenbeziehungsmanagement.

Dabei wirkt sich das IoT auch stark auf den öffentlichen Sektor aus: Es erobert und transformiert ganze Städte, die trotz bescheidener Budgets attraktiver werden wollen. Die Fähigkeit, attraktive Lösungen für Bürger und Besucher bereitzustellen und gleichzeitig erhebliche Kostensenkungen auf dem Weg in eine vernetzte Zukunft zu erzielen, ist daher der wesentliche Treiber eines erfolgreichen Smart City Konzepts.

Eine wichtige Entwicklung im Bereich IoT ist die neue Schmalband-Funktechnik Narrowband IoT, kurz NB-IoT, denn sie ist ideal für eine ganze Reihe von innovativen Smart City Anwendungen. Die Telekom baut diese Technik in Deutschland und sieben weiteren Märkten in Europa aus und hat bereits die ersten Smart City-Lösungen auf Grundlage von NB-IoT realisiert. Die Technologie bietet eine Menge Vorteile gegenüber den hergebrachten Möglichkeiten der Vernetzung. Geringere Kosten, niedrigerer Stromverbrauch und eine bessere Durchdringung von Gebäuden machen kundenseitige Anwendungen möglich, die von vorhandenen Netzen und Technologien nicht effizient unterstützt werden. Mit internationalen Einsatzmöglichkeiten in lizenziertem Spektrum erhalten unseren Kunden darüber hinaus eine zukunftsorientierte, sichere und zuverlässige Technologie.

Welche Plattformstrategie verfolgt die Telekom im Bereich Smart City?

Ingo Hofacker: Der Konnektivitätsansatz der Telekom für die Smart City ist fest verankert in den vier Säulen unserer Konzernstrategie: integrierte IP-Netze, Kunden begeistern, mit Partnern gewinnen und führend bei Geschäftskunden. Unsere Smart City-Lösungen werden die Telekom Multi IoT Service Platform (MISP) nutzen, die verschiedene Plattformen und Produkte umfasst, wie Cloud-Lösungen, IoT-Produkte und Telekom-Lösungen.

Wir arbeiten außerdem mit erstklassigen und branchenführenden Partnern zusammen und bauen so die Leistungsfähigkeit sowie die Services der Plattform weiter aus. Unsere Bemühungen werden durch regionale Partnerschaften und Angebote ergänzt, die Vielfalt schaffen und das Plattform-Ökosystem für die Smart City mit kombinierbaren Lösungen und Mehrwertdiensten erweitern. Dieser Ansatz ermöglicht Preisvorteile durch Skaleneffekte, Sicherheit, operativen Einsatzmöglichkeiten und Entwicklung von Services. Die Telekom fördert Standards und Standardisierung und beteiligt sich aktiv an EU-Programmen und wichtigen Normungsprojekten, wie z.B. OneM2M und DIN.

Wie schützt die Telekom Smart Cities vor Cyberangriffen?

Ingo Hofacker:

Digitalisierung ohne Sicherheit funktioniert nicht. Deshalb müssen auch  kritische Netzinfrastrukturen einer intelligenten Stadt  wie zum Beispiel die Energie- und Wasserversorgung, vor Cyberangriffen gut geschützt werden. Das ist derzeit nicht immer der Fall. Um Kunden und Städte bestmögliche Sicherheitsprodukte zu bieten, hat die Telekom im Januar dieses Jahres dieKompetenzen von 1.200 Mitarbeitern im Unternehmen in einem neuen Geschäftssegment gebündelt, der Telekom Security.

Wir haben Erfahrung mit dem Schutz unseres eigenen Netzes und arbeiten intensiv an der Erkennung nicht nur bekannter, sondern auch neuer Angriffsmuster und der effektiven Verbesserung der Verteidigungssysteme. Durch sogenannte Honeypots – augenscheinlich ungesicherter virtueller Stellen im Netz, die potenzielle Angreifer anlocken sollen – erfassen wir mehrere Millionen Angriffe täglich.

Welche wesentlichen Entwicklungen für die Smart City erwarten Sie 2017 und danach?

Ingo Hofacker: In den kommenden Jahren erwarten wir die größten Entwicklungen für die Smart City in mehreren wesentlichen Bereichen: intelligente Mobilitätslösungen, wie smartes Parken und Elektromobilität, smarte Beleuchtungssysteme und intelligente Sicherheitslösungen in der Öffentlichkeit. Diese Bereiche sind für die kommunalen Verwaltungen von hoher Wichtigkeit und bieten den Bürgern in ihrem Alltag den größten Nutzen. Sie tragen zur Verbesserung der urbanen Mobilität bei, z.B. durch die Verringerung von Verkehrsstaus, und führen zu einem niedrigeren Energieverbrauch. Außerdem verbessern sie die Luftqualität und Sicherheit in den Städten. Die Telekom bietet für diese Herausforderungen schon heute attraktive Lösungen an und wird auch künftig an der fortlaufenden Optimierung dieser Angebote arbeiten.

Futuristische Skyline

Smart City

So unterstützt die Deutsche Telekom Städte bei der digitalen Transformation. Und das europaweit.

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