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Wie die Generation Z arbeiten will

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Neue Werte, neue Märkte, neues Wirtschaften und neue Umwelten – diese zentralen Elemente formen den Megatrend Neo-Ökologie. Und bestimmen gleichzeitig den Zeitgeist in der jungen Mitte der Gesellschaft. Die Generation Z habe ganz andere Ansprüche an den Arbeitsmarkt und das Berufsleben, sie werde die Wirtschaft verändern, heißt es. Was an den Vorhersagen dran ist.

Sie sind mit der Digitalisierung aufgewachsen, sind Familienmenschen, umweltbewusst und politisch aktiv. Eine Optimierung des Lebenslaufs von Jugend an hat keine Priorität, Gehalt und Karriere stehen bei der Berufswahl nicht mehr an erster Stelle. Vielmehr zählen international für die jungen Mitglieder der Generation Z, der nach 1995 Geborenen, eine „sinnstiftende Tätigkeit“, Zeit für Freunde, Familie, gemeinnütziges Engagement und außerberufliche Aktivitäten. Sie wollen umweltbewusst leben, nachhaltig konsumieren, die Zukunft gestalten und sich Gehör verschaffen.

Der demografische Wandel wird in den Industrienationen immer deutlicher spürbar. So werden die Z-ler andere Arbeitsmarktbedingungen vorfinden als ihre Vorgängergenerationen. Denn die Geburtenraten der entsprechenden Jahrgänge sind niedrig. 1995 erblickten in Deutschland 765.221 Kinder das Licht der Welt. Zum Vergleich: Im Jahr 1950 waren es noch 1.116.701.

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Die Zukunft der Arbeit und die Generation Z.

Ihr Angebot bestimmt den Arbeitsmarkt

Das soll dazu führen, dass Arbeitssuchende nicht mehr als Bittsteller auftreten, sondern Unternehmen die potenziellen Arbeitskräfte umwerben. Die jungen Leute können es sich leisten, wählerisch zu sein. Bestnoten in der Schule oder das Hochschulstudium verlieren an Bedeutung, wenn es darum geht, ein ausreichendes Einkommen zu erlangen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bestimmen den Markt und die Arbeitsbedingungen. Faktoren wie Homeoffice, flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Blending, für die wir heute kämpfen, werden morgen für die Generation Z schon nicht mehr erstrebenswert sein: Für ihren Fokus aufs Private erwarten sie einen geregelten Feierabend sowie eine klare Trennung von Beruf und Freizeit.

„Was diese Leute über eure Generation denken, bestimmt, wie ihr lebt"

Aber was ist eigentlich dran an dem, was den Mitgliedern der „Generation Z“ nachgesagt wird, die zwar ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern, aber eine Beziehungsstörung zu den derzeit vorherrschenden Politiker-Generationen haben sollen?

Zunächst: Generations-Zuschreibungen sind grundsätzlich schwierig. Der Redakteur Hannes Schrader schrieb dazu in „Zeit Campus“ einen Essay an die Generation Z: „[…] ich will mein Leben zurück. Und habe deshalb entschieden, dass ihr ab heute dran seid. Mit diesem Text werdet ihr meine Generation ablösen, als die meistkommentierte aller Zeiten. Herzlichen Dank. Viel Spaß. Es wird die Hölle. […] Jetzt seid ihr dran, euch von anderen sagen zu lassen, wer ihr seid, wie ihr euch zu verhalten habt […], was diese Leute über eure Generation denken, bestimmt, wie ihr einkaufen, leben und arbeiten werdet.“

Leistungen außerhalb des Schulsystems zählen

Was heute über die Generation Z gesagt und geschrieben wird, betrifft eine Gruppe, die fast noch in den Kinderschuhen steckt. Denn während die ersten Jahrgänge inzwischen Mitte zwanzig sind, starten die Jüngeren grade auf den weiterführenden Schulen. Dennoch sagen wir bereits voraus, dass ihnen ihre schulischen Erfolge in naher Zukunft wenig wichtig sein sollen, da Menschen zunehmend aufgrund ihrer Interessen und Leistungen außerhalb des Schulsystems beurteilt werden. Und da in Berufen und Branchen wie dem Handwerk auch ohne Hochschulreife und Studium attraktive Arbeitsbedingungen und ähnliche Einkommen winken wie für Akademiker.

Mehr Sinn, weniger Wert auf Geld und Karriere?

Auf einem Arbeitsmarkt, in dem die Nachfrage nach Fachkräften größer ist als die Zahl der Jobsuchenden, wird der sinnstiftende Aspekt der Tätigkeit in den Mittelpunkt rücken. Er soll sogar zum ausschlaggebenden Kriterium für die Wahl von Beruf und Arbeitgeber werden. Schon die Vorgänger aus der Generation Y vermissen „Sinnstiftendes“ in ihrem Job, so die Studie „Working Better Together“ von Peakon. Gleichzeitig wünschen sie sich aber sehr wohl auch höhere Gehälter. Nicht überraschend, da sie steigende Lebenshaltungskosten und explodierende Mieten bestreiten müssen und angesichts niedriger Zinsen nur wenig gewinnbringend sparen können.

So dürfte der sinnstiftende Aspekt bei der Wahl von Job und Unternehmen auch in der Generation Z vor allem für diejenigen Fachkräfte zum Auswahlkriterium werden, die mit einem ausreichenden Einkommen rechnen können. Außerdem zeigt eine Umfrage des Personalberaters Robert Half, dass Karrieremöglichkeiten bei den jungen Leuten sehr wohl nach wie vor hoch im Kurs stehen. Für 64 Prozent der Befragten liegen sie auf Platz 1 der Prioritäten im Job. Zum Vergleich: Den Wunsch, mit der eigenen Arbeit einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen, nannten 40 Prozent. Und dass das Gehalt auch für die Generation Z eine Rolle spielt, zeigt eine amerikanische Studie: 62 Prozent erwarten in ihrem ersten Job eine erste Gehaltserhöhung nach neun Monaten.

Trotz positiver Aussichten für den Arbeitsmarkt belegt zudem eine Telekom-Umfrage, dass sich rund 54 Prozent der jungen Menschen durchaus Sorgen bezüglich ihrer beruflichen Perspektiven machen. Insgesamt blicken sogar 59 Prozent der 16- bis 26-Jährigen sorgenvoll in die Zukunft. Ein Gefühl, dass die Corona-Pandemie noch verstärkt hat. Denn sie hat unter anderem deutlich gemacht, wie sehr auch die Generation Z von den Entwicklungen in einzelnen Branchen und Arbeitsmärkten abhängig ist. Denn die Krise hat unter randerem dazu geführt, dass die Jugendarbeitslosenquote in Europa 2020 stark angestiegen ist. Dabei bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten. EU-weit am höchsten lag sie mit 40,7 Prozent in Spanien, wo viele junge Erwerbstätige im Tourismussektor tätig sind. Am niedrigsten mit 6,1 Prozent in Deutschland mit einem deutlich diversifizierteren Arbeitsmarkt.

Episodisch loyal

Die Generation Z legt Wert auf einen ehrlichen, integren Chef. Visionäre sind wenig gefragt. Nicht einmal jeder Zehnte wünscht sich laut Robert-Half-Befragung einen Chef, der Visionen entwirft. So ist auch das Interesse an der Mitarbeit in Startups gering, ebenso der Anteil der Z-ler, die planen sich selbständig zu machen. Vielmehr zieht es sie in den Mittelstand (41 Prozent) oder in internationale Konzerne (38 Prozent). Die Loyalität der jungen Arbeitnehmer einem Unternehmen gegenüber gilt allerdings als sehr kurzlebig: Es fällt ihnen schwer, sich längerfristig an einen Betrieb zu binden, rund zwei Drittel der Generation sind bereit zu kündigen, wenn sie nicht regelmäßig in kurzen Abständen Feedback von ihren Führungskräften erhalten.

Geschlechtsspezifische Berufsbilder und Karrierepläne schwinden. So schlagen immer mehr Frauen technisch-naturwissenschaftliche Laufbahnen ein. Dabei prägen sie neue Vorstellungen von Organisation und Führung in Unternehmen. Sie legen Wert auf die Arbeit im Team und lehnen starre Hierarchien ab. In ihrer Eltern-Generation haben die Z-ler erlebt, was Burnout bedeutet, wie sich Stress und Arbeitssucht bemerkbar machen. Daher schlagen sie andere Wege ein, die sich positiver auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken: Sie werden zum neuen Maßstab – nicht nur in der Arbeits-, sondern auch in der Umwelt, bei Ernährung und Konsum.

IS-Furureproof

#We are futureproof

Das Projekt Futureproof unterstützt die Generation Z dabei ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen.

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