Doktor KI – bitte übernehmen Sie

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Der Bereich, mit dem fast die größten Hoffnungen beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) verbunden sind, ist die Medizin. Der Traum der Menschheit, Heilmittel für Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer zu finden, scheint nahe. Die Analyse von Gesundheitsdaten mithilfe von Algorithmen kann ganz neue Erkenntnisse über Krankheiten und deren Heilung bringen. Aber auch aus einer sehr persönlichen Perspektive, aus der Brille der Patienten heraus sorgt KI für Veränderungen. Über diesen Aspekt haben wir mit dem bekannten Mediziner und Komiker Dr. Eckart von Hirschhausen gesprochen.

KI erkennt Hautkrebs zuverlässiger als Hautärzte

Eine Stärke der KI ist insbesondere die Bilderkennung. Dieses Erkennen von Mustern kann zum Beispiel bei der Diagnose von Hautkrebs eine große Unterstützung für den behandelnden Arzt darstellen. So haben Forscher der Universität Heidelberg herausgefunden, dass KI bei der Früherkennung des gefährlichen schwarzen Hautkrebses besser ist als der Mensch. 

Geschult an 100.000 Bildern, die gefährliche oder unbedenkliche Hautveränderungen zeigten, trat die KI gegen 58 Hautärzte aus verschiedenen Ländern an. Der Algorithmus ordnete 95 Prozent der gefährlichen Hautveränderungen richtig ein und ließ damit die Hautärzte weit hinter sich. Diese hingegen waren effektiver beim Erkennen von nichtbösartigen Muttermalen – was eine nicht weniger wichtige Qualität ist, denn sie vermeidet unnötige Operationen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Mensch und Maschine im Team am besten arbeiten. Wenn die KI die erste Bildanalyse übernimmt und der Arzt das Ergebnis überprüft, gewinnt er Zeit. Damit ist er entlastet und hat mehr Zeit für den Patienten: „Die Zeit am Patienten ist das, was zählt. Wenn mir digitale Lösungen dabei helfen, mehr Zeit in Zuwendung, in Gespräche, in Erklären zu verwenden, wunderbar!“, findet der Eckart von Hirschhausen.

Auch bei unerwarteten Todesfällen von Frühchen auf der Intensivstation hilft KI. Die Auswertung großer Datenmengen zu den Vitalfunktionen von Frühgeborenen ergab, dass jeweils etwa 24 Stunden vor dem Ausbruch von lebensbedrohenden Infekten alle Vitalfunktionen der Babys plötzlich äußerst stabil waren. Diesen typischen und gefährlichen Verlauf erkannte erst die KI. So können Mediziner nun rechtzeitig handeln und vertrauen nicht auf diese scheinbare Stabilisierung der Säuglinge. 

Der Patient als Arzt 

Eher kritisch sieht Eckart von Hirschhausen hingegen die Möglichkeit der „Selbstdiagnose“ im Netz. Eine Internet-Suche nach Krankheiten, Symptomen oder Behandlungsmöglichkeiten beispielsweise ergibt unendlich viele Treffer. Doch welche Seiten bieten wirklich seriöse Inhalte und medizinisch fundierten Rat? „Wovor ich Sorge habe, ist, dass undurchschaubare Algorithmen darüber entscheiden, was als relevant gilt und was nicht. Wenn ich bei Google ernsthafte Gesundheitsthemen in die Suchanfrage gebe, erscheinen da Treffer. Was aber nicht klar ist, ist: Führt das auf Seiten, die evidenzbasierte wissenschaftlich fundierte Medizin sind, ist das totale Außenseitermeinung, steckt da Werbung dahinter, ist da jemand interessiert daran, mir ein Medikament zu verkaufen? All das muss transparent sein. Und das ist es im Moment nicht.“

Für den Umgang mit der Technik muss daher ein Rahmen abgesteckt werden – und es braucht Regeln und verlässliche Empfehlungen. 

Sehen Sie noch weitere Aspekte im Video-Interview mit von Hirschhausen. Er spricht darüber, dass das Internet die Welt nicht klüger, sondern dümmer gemacht hat. Über die Macht der Patienten und über eigene Verantwortung und natürlich über Humor, den er als letzte Domäne des Menschen gegenüber noch so intelligenten Maschinen sieht.

Viel Spaß beim Anschauen des Interviews.
 

Eckhardt von Hirschhausen

KI in der Medizin

Eckart von Hirschhausen über künstliche Intelligenz, Patienten und Humor.

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