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KI und Verbraucherschutz gehören zusammen

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Video-Interview mit Katarina Barley, Ministerin der Justiz und für Verbraucherschutz.

Video

Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze: Meine größte Hoffnung bei künstlicher Intelligenz ist...

Katarina Barley: ... dass sie das Leben von Menschen einfacher, praktischer, schöner macht und uns neue Möglichkeiten eröffnet, die wir uns zum Teil noch gar nicht vorstellen können.

... und die größte Angst bei künstlicher Intelligenz?

Barley: Angst ist generell ein schlechter Ratgeber, es geht nicht so sehr um Angst, sondern darum, dass man bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz immer aufpasst, dass die Rechte von Menschen gewährleistet werden, dass es also in erster Linie um uns Userinnen und User geht und nicht in erster Linie um die Technik oder die Daten oder sonst wen. Wir sind die Hauptpersonen.

Daran schließt sich schon meine nächste Frage an. Müssen die Verbraucher vor der KI geschützt werden oder die KI vor dem Verbraucherschutz?

Barley: Weder noch, das sind keine Gegensätze: KI und Verbraucherschutz gehören zwingend zusammen. Man muss das von Anfang an zusammen denken. Also schon bei der Entwicklung von KI muss man darauf achten, welche Belange von Userinnen und Usern, Verbraucherinnen und Verbraucher müssen geschützt werden, Datenschutz, Privatsphäre, all solche Dinge.

Reicht die Selbstverpflichtung von Unternehmen aus oder ist aus Ihrer Sicht hier die Politik gefragt?

Barley: Immer wenn's um Daten geht, muss die Politik besonders wachsam sein, weil Daten so kostbar geworden sind. Mit denen kann man viel machen, zum Beispiel manipulieren. Das haben wir beim Cambridge Analytica Skandal gesehen. Das heißt, wir brauchen schon Regeln, klar, Regeln, aber die entwickeln sich immer weiter, weil die KI sich ja auch immer weiter entwickelt.

Diskutieren die EU-Mitgliedstaaten die Kontrolle von KI zu intensiv und lang, anstatt endlich einen gemeinsamen Weg aufzuzeigen?

Barley: Die europäischen Mitgliedstaaten sind mit der Datenschutzgrundverordnung schon einen riesigen Schritt gegangen, was Daten insgesamt betrifft, das ist ein Modell, was inzwischen weltweit kopiert wird. Man hat ein Recht darauf, dass die Daten gelöscht werden, man hat eine viel stärkere Kontrolle. Ansonsten klar, Europa hat 28 Mitgliedstaaten, vielleicht bald nur noch 27, da dauert das ein bisschen, aber das brauchen wir, wir brauchen europaweite Regelungen und wir brauchen Grundsätze und nicht Detailregelungen.

Sie möchten Diskriminierungen von Algorithmen verhindern. Wie wollen Sie das machen?

Barley: Vor allen Dingen müssen Algorithmen transparent sein, also man muss wissen, nach welchen Kriterien wird man eigentlich beurteilt und in irgendwelche Schubladen gepackt. Aufgrund welches Merkmals wird jetzt von mir gesagt, ich darf einen Kredit bekommen oder ich darf das nicht. Das muss man erfahren dürfen als Bürgerin und als Bürger. Das ist das Wichtigste, denn manchmal diskriminieren Algorithmen zum Beispiel Frauen im Berufsleben oder Menschen, die aus einem ärmeren Stadtviertel kommen. Das darf nicht sein.

Internetanbieter oder Internetplattformanbieter wie Facebook sollen stärker kontrolliert werden und auch ihre Algorithmen für Verbraucherschutzorganisationen und Behörden zugänglich machen. Warum?

Barley: Die Algorithmen bestimmen darüber, was mit meinen Daten geschieht und daraus entstehen zum Beispiel oft so Persönlichkeitsprofile, danach bekomme ich Werbung, aber ich werde danach einsortiert, ob ich kreditwürdig bin, ob ich eine Wohnung bekommen soll, solche Dinge. Deswegen ist das sehr, sehr wichtig. Facebook verfügt über so viele Daten, die können so viel damit machen, da müssen wir Grenzen setzen und das müssen wir von staatlicher Seite tun - idealerweise europäisch.

Was muss der mündige IT-Kunde selber wissen und wie stark kann er sich auf die Regulierung verlassen?

Barley: Als IT-Nutzerin oder -Nutzer sollte man zusehen, dass man nicht mehr Daten von sich preisgibt, als nötig. Das finde ich jedenfalls, und zum Glück werden wir inzwischen gefragt, seit der Datenschutzgrundverordnung. Zum Beispiel, darf ich, das Programm, auf die Freunde, auf die Adressliste, auf den Standort zugreifen? Da kann man ruhig Nein sagen, wenn man findet, das gehört gar nicht zu dem Service mit dazu, aber die Politik muss die Rahmenbedingungen setzen. Wir tun das, aber natürlich können wir nicht immer ganz aktuell sein. Also selber aufpassen muss man auch und sich immer mal bei Verbraucherschutzorganisationen erkundigen.

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