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Gemeinsam stark! Für ein digitales Europa

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In der Diskussion über Europas Zukunft bezieht Telekom-Vorstand Tim Höttges deutlich Stellung. Wenn schon die Politik in Teilen resigniere, sei es "gerade an uns Bürgern und Unternehmen, für Europa zu kämpfen und die europäische Idee zu verteidigen". "Wir sind Europäer aus Überzeugung", betont der Telekom-Chef.

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG.

Wenn der amtierende europäische Ratspräsident Donald Tusk davon spricht, man müsse den "europäischen Traum" beerdigen, müssen wir hellhörig werden. Ja: Europa weckt derzeit wenig Begeisterung. Den einen ist es zu technokratisch. Bei anderen setzt sich der Eindruck fest, dass Europa nicht durch Solidarität und Loyalität geprägt ist, sondern durch Illoyalität und Egoismus. Die so genannte Euro-Krise, die so genannte Flüchtlings-Krise und die Debatte über den Brexit sind die aktuellen Beispiele. Europa brauche eine Pause, hört man in Brüssel. Und bei einigen hat man den Eindruck, sie wollen es nicht bei einer Pause belassen, sondern das europäische Rad zurückdrehen. Wo früher mehr Europa gefordert wurde, fordert man heute mehr Nationalstaat.

Ich halte diesen Ansatz aufgrund der globalen Herausforderungen – ob nun Digitalisierung, Klima oder Armutsbekämpfung und viele weitere Themen – im Grundsatz für falsch. Aber wenn schon die Politik in Teilen offenbar resigniert, ist es gerade an uns Bürgern und Unternehmen, für Europa zu kämpfen und die europäische Idee zu verteidigen.

Wir, die Deutsche Telekom, haben uns ganz bewusst vorgenommen, führendes europäisches Telekommunikationsunternehmen zu werden. Wir sind Europäer aus Überzeugung. Wir glauben daran, dass Europa und die Europäische Union genau die richtigen Antworten zu den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung geben können. Dass das tatsächliche Europa sehr viel stärker ist als das wahrgenommene Europa. Dass wir darum in Europa wachsen und Wert schaffen können.

Wir, die Telekom, erleben Europa als Gewinn. Wir operieren in 13 europäischen Märkten. Wir sind dadurch internationaler. Wir tauschen uns mit unseren verschiedenen Ländergesellschaften aus. Wir lernen voneinander. Und werden dadurch besser. Die EU ist aber nicht nur Wirtschaftsprojekt. Sie ist ein Friedensprojekt. Aufgebaut auf den Trümmern dieses Kontinents. Die EU fußt auf der Idee, dass Frieden gesichert werden kann, wenn Menschen in Beziehung treten, etwa durch Reisen, durch Arbeit oder durch Handel.

Meine persönliche Begeisterung für Europa hat darüber hinaus viel mit meiner Biografie zutun. Sie entspringt daraus, dass bei mir das Bild fehlender europäischer Integration nicht abstrakt ist, sondern sehr konkret. Ich sehe klar vor Augen, was es bedeuten würde, wenn wir Europa bzw. die EU nicht hätten. Und gerade darum will ich Europa nicht missen.

Mein Europa ist eben ein anderes, als das Europa aus den Zeitzeugenberichten meiner Großeltern. Ich bin als junger Mann mehrfach per Interrail durch ganz Europa gefahren. Eine Zeit, die mich geprägt und bereichert hat. Nicht nur, weil ich neue Freunde gefunden habe. Sondern auch, weil ich mir dadurch neue, andere Kulturen erschließen konnte. Und ich habe es als positiv empfunden, mich mit einer Idee identifizieren zu können, die mein Heimatland umfasst, aber darüber hinaus reicht. Eine Idee, die größer ist als ein einzelner Staat und die darum als Klammer unsere einmalige Vielfalt zusammenhält. Die Idee nämlich, dass Demokratie, Freiheit, soziale Sicherheit, Wohlstand für alle, Humanisierung der Arbeit, Achtung der Bürgerrechte und vieles mehr eine starke Einheit bilden können. Das ist auf der Welt einmalig. Ich bin zum Beispiel stolz darauf, dass unser Europäischer Gerichtshof ein "Recht auf Vergessenwerden" im Internet kennt. Und darauf, dass wir nicht nur eine Grundrechte-Charta haben, sondern dass man die darin verankerten Werte notfalls auch einklagen kann.

Zudem hat Europa ganz praktische Vorteile. Den Wegfall von Grenzen und lästigen Grenzkontrollen. Oder die Schaffung einer einheitlichen Währung für 330 Millionen Menschen. Viele werden bei der D-Mark nostalgisch. Mir persönlich war der Geldwechsel für jeden Urlaub eher lästig. Und dass inzwischen drei Millionen junge Menschen mit dem Erasmus-Programm längere Zeit im Ausland waren: auch das ist Europa.

Auch unser unternehmerisches Handeln als Telekom passt zur europäischen Idee. Wir verbinden Menschen und Unternehmen. Wir handeln in digitaler Verantwortung. Unser Netz macht zwischen Menschen keinen Unterschied. Egal wie alt, egal woher. Man kann es nicht sehen. Aber es hat offene Arme. Und es vermittelt ein Gefühl der Verbundenheit zu Menschen, Informationen und etwas Größerem als es der einzelne sein kann.

Mit der Digitalisierung haben wir nun auch ein Instrument in der Hand, unseren erarbeiteten Wohlstand für die kommende Generation zu sichern und die Teilhabe an diesem Wohlstand zu organisieren. Die Unternehmensberatung McKinsey spricht sogar von einem Fenster der Möglichkeiten, das sich gerade öffne. Zwei bis drei Prozent stabiles jährliches Wachstum seien möglich, wenn Europa seine Hausaufgaben mache.

Dazu zählt, dass wir einen einheitlichen digitalen Binnenmarkt schaffen. Dann bilden wir ein Gegengewicht zu den Diensten aus Nordamerika oder Asien, die sich allein durch die Größe ihrer Heimatmärkte Vorteile verschaffen. Dazu zählt, dass wir Europa weiter vernetzen, unter anderem mit dem neuen integrierten Mobilfunkstandard 5G, der die Industrieanwendungen der Zukunft ermöglicht. Dazu zählt aber auch, dass wir unsere weltweit einmaligen Handwerks- und Fertigungskunst um Software-Fähigkeiten erweitern, die für den nächsten Produktivitätsschub sorgen werden. Und dass wir die Standards für die Industrie 4.0 setzen.

Europa hat viel geschafft:

  • Europas Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt beträgt 24 Prozent, knapp hinter Nordamerika mit 26 Prozent und vor China mit 11 Prozent.
  • Unser Anteil am weltweiten Exporthandel beträgt 15 Prozent. Deutlich vor den USA mit 10,7 Prozent.
  • Laut Weltwirtschaftsforum kommen zehn der 20 wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften aus Europa. Ebenso 142 Unternehmen auf der Forbes-500-Liste. Die USA haben nur 128.

Wir bei der Telekom sind überzeugt, dass Europa sein Potenzial auch in Zukunft nutzt. Wir müssen uns nicht verstecken. Google, Facebook und Twitter sind vielleicht nicht bei uns entstanden. Aber das Datenbank-System My S-Q-L, auf dem diese Dienste basieren, stammt aus Schweden. Vielleicht sollten wir Europäer schlicht stolzer und lauter über unsere Produkte reden. Und sie dadurch noch besser vermarkten als bisher.

Ich bin überzeugt, dass die Digitalisierung Europa einen neuen Wachstums- und Wohlstandsschub verschafft. Dass eine enge Kooperation zwischen Ländern und Unternehmen dafür die Voraussetzung ist. Und dass wiederum die EU genau den Rahmen schafft, der dies möglich macht. Europa bietet uns viel. Nicht nur den Unternehmen, sondern vor allem den Menschen. Darum richte ich mich vor allem an die junge Generation in der Telekom: Nutzen Sie nicht nur die Vorteile, die Ihnen Europa bietet. Nehmen Sie sie nicht als gegeben hin. Sondern setzen Sie sich auch für Europa ein. Verteidigen Sie die Errungenschaften, die ihnen Frieden und Freiheit ermöglichen, die Generationen vor Ihnen nicht hatten. Leben Sie also den europäischen Traum.

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