Aaaah, DAS bringt Blockchain!

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Vom 1. – 3. Dezember findet in Bonn der erste Telekom Blockchain Hackathon statt. Aber was ist eigentlich dieses Blockchain, das momentan in aller Munde ist? Mit den technischen Details von „Blockchain“ ist es wie mit „Datensicherheit“: Keiner hat richtig Lust, sich damit zu befassen. Dabei hat die Technologie das Potenzial, unser Leben so umfassend zu verändern wie das Internet. John Calian, seit Juni für die Blockchain-Aktivitäten der Telekom verantwortlich, erklärt im Interview, wie das gehen soll – fast ohne über Technik zu sprechen. 

Future Block Chain

Irgendwie scheint der Funke der Begeisterung beim Thema „Wie funktioniert Blockchain?“ nicht überzuspringen. Woran liegt das?
John Calian: Wir reduzieren Blockchain zu viel auf Technologie. Das macht es kompliziert. Beim Smartphone oder Laptop wollen die meisten von uns auch nicht wissen, wie das im Hintergrund funktioniert, sondern sich damit das Leben leichter machen.

Wie lässt sich die Blockchain denn „untechnisch“ beschreiben?
John Calian:
Es geht um etwas, was sich für uns Menschen erst einmal unnatürlich anfühlt: um Dezentralisierung. Wenn wir uns im Alltag umschauen, ist alles zentralisiert: Wir kriegen Geld von der Bank, den Einkauf erledigen wir im Supermarkt, wir lernen vor Ort in einer Schule. Durch Blockchain lassen sich jedoch verschiedenste Vorgänge dezentralisieren.

Zum Beispiel?
John Calian:
Ein Beispiel unter vielen sind politische Wahlen. Bisher gibt es eine zentrale Instanz, die den Vorgang reguliert, von der Wahlberechtigung über die Stimmenauszählung bis zur Verkündung der Ergebnisse. Mit Blockchain sähe es so aus: Ich wähle online und platziere eine Transaktion, nämlich meine Stimmabgabe, in einem „Block“, der meine Wahl dokumentiert – auch die Stimmen aller anderen Wähler werden in solchen Blöcken erfasst. Man muss sich das vorstellen wie eine riesig lange Liste mit unzähligen Seiten; eine Kette eben, die kontinuierlich erweitert wird. Die Transaktionen, in unserem Beispiel die Wählerstimmen, werden verschlüsselt und mit einer weiteren Verschlüsselungstechnologie mit bereits vorhandenen Blöcken verknüpft. Dieser Datensatz liegt allen Beteiligten vor - in diesem Fall unseren Wählern. Die Stimmverteilung wird so transparent und kann nicht manipuliert werden, weil das Ergebnis nicht an einem einzigen Ort liegt. Blockchain fördert also das Vertrauen.

Inwiefern?
John Calian:
Wenn ich bislang bei eBay etwas für mein Mountainbike kaufe, muss ich darauf vertrauen, dass der Verkäufer die Ware liefert. Er wiederum vertraut mir, dass ich bezahle – aber wir kennen uns gar nicht. Mit Blockchain würde unsere Kaufabwicklung von A bis Z nachvollziehbar geprüft und dokumentiert, inklusive automatischer Userbewertung. Die Prüfung erfolgt durch so genannte „Miner“ – das sind Menschen, die mit Hochleistungsrechnern die Datensätze durchforsten, schauen, ob alles seine Richtigkeit hat und dann den neuen Datenblock verschlüsselt mit dem vorherigen verknüpfen. All das passiert in Minutenschnelle und ist, ganz wichtig, unabhängig von einer bestimmten Person. Es zählt, wer am schnellsten ist.

 
Future Blockchain Hackathon vom 1. - 3. Dezember 2017 in der Telekom Design Gallery, Friedrich-Ebert-Allee 140 in 53113 Bonn
Mehr Infos hier

Jetzt wird es doch technisch: Wie findet diese Dokumentation statt?
John Calian:
Blockchain basiert auf einer Software, die für jeden Nutzer zwei Schlüssel erstellt. Einen öffentlichen und einen privaten. Man muss sich das vorstellen wie bei einem Konto: Der öffentliche Schlüssel ist die Kontonummer, der private die PIN. Wenn ich aktiv werden will, gebe ich über meinen privaten Schlüssel die benötigten Infos ins System – sei es die Überweisung für mein Mountainbike-Accessoire oder auch meine Stimme bei der Wahl. Der öffentliche Schlüssel ist für jeden sichtbar und wird gebraucht, damit die Beteiligten sehen können, was ich getan habe.

Wo würde sich Blockchain für die Telekom rentieren?
John Calian:
Das zu erarbeiten ist genau meine Aufgabe. Ein gut verständliches Beispiel ist Roaming. Die Roamingdaten zwischen den Telko-Unternehmen werden bisher mit ausführlichen Datenlisten erfasst und bearbeitet. Die daraus resultierenden Infos und Zahlungen laufen über ein Mittlerunternehmen, das sich diesen Dienst natürlich bezahlen lässt. Mit Blockchain hätten zukünftig alle Unternehmen Zugriff auf alle Roamingdaten. Der Zahlungsvorgang ist also deutlich effektiver, der "Mann in der Mitte" fällt weg. Darüber hinaus prüfen wir natürlich genau, wie wir Blockchain bei der Telekom einsetzen könnten.

John Calian

John Calian ist Vice President der Deutsche Telekom Blockchain Group und Co-Lead der Telekom Innovation Laboratories (T-Labs) in Berlin. In dieser Doppelfunktion ist er verantwortlich für die Entwicklung und Leitung von Innovationsthemen, darunter auch für Blockchain-Strategien und –Initiativen für die Deutsche Telekom und ihre Partner. Vor seinem Wechsel zu den T-Labs bekleidete er mehrere Führungs-Positionen im Technologiebereich und war Gründer und COO mehrerer Software Startups im Raum Seattle. 
 
 



Reinhard Clemens, von 2007 bis 2017 Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG, CEO T-Systems.

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Ein Beitrag von Reinhard Clemens, von 2007 bis 2017 Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG, CEO T-Systems.

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