Medien

  • Nachfolge-Technologie für den Auto-Notruf ist in Deutschlands Mobilfunknetzen aktiv
  • Schnellerer Aufbau von Sprechverbindungen und schnellere Datenübertragung als bisher
  • Entwicklung neuer datenbasierter Dienste in Verbindung mit eCall perspektivisch möglich
  • Parallelbetrieb – bisheriges Notrufsystem eCall funktioniert weiterhin im 2G-Netz

Die Mobilfunknetzbetreiber Vodafone, Deutsche Telekom und O2 Telefónica haben heute das neue Auto-Notrufsystem „Next Generation Emergency Call“ (NG eCall) offiziell in ihren Netzen gestartet. Im Gegensatz zum bisherigen System wird der Notruf bei NG eCall nicht mehr über die rund 40 Jahre alte Mobilfunktechnologie 2G (GSM) aufgebaut. Stattdessen wird die Verbindung über das modernere 4G-(LTE)-Netz und perspektivisch über das 5G-Netz hergestellt. Außerdem gelangen Standort- und Fahrzeugdaten schneller als bisher an die Notrufzentralen.

Das technisch veraltete Notrufsystem eCall bleibt weiterhin aktiv. Die Nachfolgegeneration kommt zum Einsatz, wenn sowohl die Fahrzeuge als auch die Leitstellen das neue System unterstützen. Trifft dies nicht zu, wird der Notruf wie bisher über das alte System abgewickelt. Beide Notruf-Generationen laufen also vorerst parallel.

Generell verkürzt das Notrufsystem fürs Auto die Reaktionszeiten der Rettungsdienste bei Verkehrsunfällen, indem es bei schweren Unfällen automatisch eine Telefonverbindung an die Notrufnummer 112 absetzt und wichtige Informationen wie den Unfallort übermittelt.

Vorteile von NG eCall

Die Einführung von NG eCall bietet eine Reihe von Verbesserungen. Der Rufaufbau zu den Fahrzeuginsassen erfolgt deutlich schneller. Auch die bisherigen Einschränkungen bei der Übertragung von Daten fallen weg. Dritte können so perspektivisch neue Anwendungen im Zusammenhang mit Notrufen entwickeln. Denkbar ist beispielsweise eine optionale Übertragung von zusätzlichen Informationen wie den medizinischen Daten der Fahrzeuginsassen über die schnellere Verbindung – wenn die Insassen damit einverstanden sind. Auch Live-Bilder von im Auto verbauten Kameras könnten übertragen werden. Dadurch bekämen die Retter schon vor dem Eintreffen am Unfallort einen präziseren Überblick und könnten sich schon während der Fahrt auf den Einsatz vorbereiten.

Zitate der Netzbetreiber

Marc Hölzer, Bereichsleiter Netz-Entwicklung bei Vodafone: „NG eCall macht Fahrzeugnotrufe mit modernster Mobilfunktechnologie möglich und ist zukunftssicher. Wir schalten die Technik dafür jetzt im Netz frei. Das Notrufsystem macht Autofahren auf allen Straßen sicherer und sorgt für schnelle Hilfe bei Unfällen. Rettungskräfte erhalten künftig schneller als bisher einen umfassenden Überblick über das Unfallgeschehen und können Rettungsmaßnahmen noch zielgerichteter einleiten.“

„Die Einführung des neuen Fahrzeugnotrufs ist ein Sicherheitsgewinn für Verbraucherinnen und Verbraucher, die hierzulande auf den Straßen unterwegs sind. Ein Notruf von unterwegs muss schnell bei den Rettungskräften ankommen – ob auf der Autobahn oder auf der Landstraße. So ein zentrales System darf nicht an alter Funktechnik hängen. Der NG eCall ist wie eine digitale Notrufsäule fürs Auto“, sagt Mallik Rao, Technik- und Geschäftskundenvorstand von O2 Telefónica. „Aber ein Notruf ist nur so gut wie die Verbindung, die ihn trägt. Leistungsfähige und konsequent ausgebaute Mobilfunknetze sorgen dafür, dass Menschen in Deutschland auch im Auto jederzeit sicher vernetzt sind.“

Alexander Jenbar, Technikchef der Telekom Deutschland: „NG eCall ist ein wichtiger Schritt für die Sicherheit im Straßenverkehr. Mit dieser Technologie nutzen wir die volle Leistung unserer modernen 4G- und 5G-Netze, um Notrufe schneller und zuverlässiger zu übermitteln als je zuvor. Unsere Kundinnen und Kunden sollen wissen: Im Notfall sind die Mobilfunknetze für sie da. Das ist unser Anspruch – Sicherheit durch Zuverlässigkeit und Vertrauen in die Netzqualität, wenn es wirklich zählt."

Im 1&1 Mobilfunknetz besteht derzeit kein Bedarf für diese Funktion, da aktuell noch keine Verträge für Flotten-SIM-Karten mit Fahrzeugherstellern bestehen. Sobald sich entsprechende Partnerschaften ergeben, wird 1&1 NG eCall implementieren.

NG eCall ist seit Januar 2026 verpflichtend für alle neuen Fahrzeugmodelle

Die bisherige eCall-Generation ist seit 2018 in der gesamten EU Pflicht für alle neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge. NG eCall ist dagegen erst seit Januar 2026 in Europa für alle neuen Fahrzeugmodelle verpflichtend, um eine Zulassung zu erhalten. Im kommenden Jahr muss NG eCall zudem in allen Neufahrzeugen verbaut werden.

Aus für 2G bei Vodafone und Telekom im Jahr 2028

Der nun erfolgte Startschuss für eCall der nächsten Generation in Deutschlands Mobilfunknetzen ist wichtig, da die Kommunikation des bisherigen Notrufsystems über die Mobilfunknetze 2G (GSM) und 3G (UMTS) läuft. Die 3G-Netze haben die deutschen Telekommunikationsanbieter bereits 2021 abgeschaltet. Vodafone plant, die 2G-Dienste im September 2028 zu deaktivieren. Für besonders kritische IoT-Anwendungen wie eCall bleibt das 2G-Netz von Vodafone jedoch bis Ende 2030 geöffnet. Die Telekom schaltet ihr 2G-Netz im Juni 2028 ab, während O2 Telefónica noch keinen Termin für die Abschaltung ihres 2G-Netzes genannt hat.

Über die Deutsche Telekom: Deutsche Telekom Konzernprofil

T Mission – sichere Kommunikation für Einsatzkräfte

T Mission bringt 5G und TETRA zusammen

T Mission um wichtige Funktionen erweitert: Schnittstelle lässt TETRA Geräte mit 5G Handys sprechen, zusätzliche Video- und Sensor-Funktionen. 

FAQ