Verantwortung

Joint Audit Cooperation

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4Was ist JAC - Joint Audit Cooperation?

JAC ist ein Verband von Telekommunikations-Betreibern, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Umsetzung von Corporate Social Responsibility (CSR) in allen Produktionszentren der wichtigsten multinationalen ICT (information and communication technology) -Anbieter sicherzustellen, zu bewerten und zu fördern.

Die Mitglieder des JAC nutzen gemeinsam Ressourcen und Best Practices, um international die langfristige Umsetzung von CSR auf den unterschiedlichen Ebenen der ICT-Lieferkette voranzutreiben.

JAC: Mitglieder und Beitrittsvoraussetzungen

Der Verband JAC wurde von der Deutschen Telekom, France Telecom/ Orange und Telecom Italia im Januar 2010 durch Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit ins Leben gerufen. In dieser Vereinbarung legten die Gründungsmitglieder Audit-Prozesse und -Tools fest, die im Juni 2010 während der ersten JAC-Kampagne erstmals zum Einsatz kamen.

Inzwischen traten zehn neue Mitglieder dem Verband bei. Somit umfasst die JAC Initiative derzeit insgesamt dreizehn Telekommunikationsbetreiber (in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt): AT&T, Deutsche Telekom, KPN, Orange, Proximus, Rogers, Swisscom, Telecom Italia, Telefonica, Telenor, TeliaSonera, Verizon und Vodafone.

JAC lädt alle Telekommunikationsbetreiber weltweit ein, sich ebenfalls dem Verband anzuschließen.

Für interessierte Betreiber gelten folgende Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft: Ein JAC-Mitglied

  1. verfügt über einen etablierten CSR-Sourcing-Bereich mit bewährten Ressourcen
  2. hat bereits einen Vertrag mit einem unabhängigen, zertifizierten Audit-Unternehmen, das auf internationale CSR-Audits am Kundenstandort spezialisiert ist, oder wird einen entsprechenden Vertrag abschließen
  3. hat einen Vertrag mit einem Lieferanten, der Geschäftsbeziehungen zu mindestens zwei weiteren JAC-Mitgliedern unterhält
  4. akzeptiert alle Bedingungen der JAC-Vereinbarung von 2010 sowie der entsprechenden Ergänzungen
  5. akzeptiert alle Geheimhaltungsvereinbarungen, die bereits zwischen JAC und den geprüften Lieferanten bestehen
  6. trägt die Kosten für die Audits vor Ort, die es für den JAC durchführt.

Es wird keine Mitgliedsgebühr erhoben.

Wie arbeitet JAC?

Der JAC-Prozess besteht im Wesentlichen aus einem Vor-Ort-Audit-Programm im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR). Er basiert auf einer von allen Mitgliedern verwendeten Methodik zur Sicherstellung, Bewertung und Förderung der Umsetzung von CSR, einschließlich der Nachverfolgung geplanter Korrekturmaßnahmen. Jedes Mitglied ist dafür verantwortlich, im Namen des Verbandes den kompletten Audit-Prozess bei Lieferanten zu leiten, von denen jedem JAC-Mitglied die gleiche Anzahl zugewiesen wird.

Die Audits vor Ort erfolgen anhand der folgenden Richtlinien:

  • Vorbereitung: Kenntnisse über den zu prüfenden Betrieb.
  • Geschulte Prüfer: Die Audits werden von internationalen Audit-Unternehmen durchgeführt, die auf die besonderen sozialen und umweltpolitischen Aspekte in dem jeweiligen Land spezialisiert sind.
  • Geheimhaltung: Mit den Lieferanten werden Geheimhaltungsvereinbarungen getroffen, so dass die Ergebnisse der Audits nur den JAC-Mitgliedern bekannt werden
  • Methodik: von den JAC-Mitgliedern erstellte Checkliste auf der Grundlage der Standards SA 8000 und ISO 14001 sowie Vor-Ort-Audits mit entsprechenden Gesprächen
  • Bericht: enthält die auf objektiven Nachweisen beruhenden Ergebnisse
  • Zusammenarbeit mit den Lieferanten: beruht auf dem gemeinsamen Bewusstsein, dass das CSR-Risikomanagement einen entscheidenden Faktor für eine verantwortliche, nachhaltige Entwicklung darstellt.
  • Zusammenarbeit bzw. Weiterentwicklung der Lieferanten: auf Grundlage der Audit-Ergebnisse werden mit den Lieferanten Korrekturmaßnahmen zur Beseitigung der im Audit-Report aufgeführten Schwächen festgelegt; diese Maßnahmen werden bis zur vollständigen erfolgreichen Umsetzung von dem jeweiligen JAC-Mitglied nachverfolgt.

Bei ihren wöchentlichen Treffen legen die JAC-Mitglieder die Audit-Agenda fest, prüfen die Audit-Berichte und überwachen den Fortschritt der geplanten Korrekturmaßnahmen. Diese regelmäßigen Treffen helfen, die CSR-Beurteilungen durch Austausch über Best Practices zu optimieren und so die JAC-Initiative effizienter zu gestalten.

Zweimal im Jahr findet ein Treffen des JAC-Lenkungsausschusses statt, der aus Vertretern der oberen Führungsebene der jeweiligen CSR- und Sourcing-Bereiche besteht. Bei diesen Treffen werden die Ergebnisse der Audit-Kampagne überprüft und Entscheidungen zum weiteren Vorgehen getroffen.

Worin bestehen die Vorteile einer Mitgliedschaft im JAC?

Die Tätigkeit des JAC hilft sowohl Lieferanten als auch TK-Betreibern bei der Optimierung von Kosten und Prozessen.

  1. Lieferanten erhalten jeweils nur eine Anfrage bezüglich eines CSR-Audits, das dann gebündelt für alle TK-Betreiber stattfindet.
  2. Ebenso profitieren die Lieferanten von der Anwendung einer gemeinsamen Standardmethodik für den gesamten Audit-Prozess.
  3. Die Telekommunikationsbetreiber optimieren durch Austausch von Best Practices die CSR-Beurteilungen und den Nachverfolgungsprozess.

Welche Ergebnisse hat JAC bisher erzielt?

Die erste JAC-Audit-Kampagne wurde im Juli 2010 von der Deutschen Telekom, France Telecom und Telecom Italia durchgeführt. Bis Ende 2015 wurden 209 Audits bei ICT-Anbietern in Asien, Afrika, Europa, Osteuropa, Südamerika und Nordamerika durchgeführt, die insgesamt mehr als 600.000 Mitarbeiter beschäftigen. Diese Audits fanden in 23 Ländern und verteilt auf 5 Kontinenten statt. Dabei wurde über 50% der Audits bei Lieferanten der nachgelagerten Lieferkette durchgeführt.

Es wurde eine begrenzte Zahl von Non-Conformities und verschiedene Arten von Non-Compliances festgestellt. Diese beziehen sich hauptsächlich auf Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit und Gehälter. Darüber hinaus wurden einige Fälle von Diskriminierung und Beschäftigung von Minderjährigen aufgedeckt.

Der Zeitraum für die Behebung des Problems ist abhängig von der Art der Non-Compliance. Insbesondere für Unregelmäßigkeiten bei den Arbeitszeiten (Begrenzung der regulären Arbeitszeit und der Mehrarbeit) ist aufgrund der Auswirkungen auf das Personalwesen ein Zeitraum von mehreren Monaten anzusetzen.

Die meisten Lieferanten akzeptierten eine Teilnahme an der JAC-Initiative; bei einigen großen multinationalen ICT-Unternehmen regte sich jedoch Widerstand gegen die Audits. In diesen Fällen greift auf individueller JAC-Mitgliedsebene ein Eskalationsprozess, durch den vorübergehende kritische Situationen überwunden werden sollen.

Die jüngste Vergrößerung des Verbandes auf derzeit insgesamt 13 Mitglieder ermöglicht JAC nicht nur eine Ausweitung des Auditaktivitäten, sondern ebnet JAC zudem den Weg zu einer erweiterten Zusammenarbeit mit den Lieferanten. Dadurch lassen sich verstärkt nachhaltige Lösungen bei Problemen im Bereich CSR sowie die Anwendung der CSR-Standards auf weiteren Ebenen der Lieferkette sicherstellen.

Auch andere Telekommunikationsbetreiber sind herzlich eingeladen an der Joint Audit Cooperation teilzunehmen.

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