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Alexander Derno

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Digitale Transformation von unten. Das Telekom Barcamp wird zehn Jahre alt.

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Ich war dabei, als vor zehn Jahren das erste Barcamp in der Telekom entstanden ist. Nicht von oben verordnet, sondern durch das Engagement von Mitarbeitern. Bis heute lebt die Idee weiter und ist ein Motor für die Veränderungen unseres Konzerns. Eine persönliche Rückschau.

Telekom Barcamp

Eine Session zu halten, ist für mich immer noch ein Highlight. Selbst nach zehn Jahren.

Das Barcamp ist eine Un-Konferenz.

Gleich vorweg, bevor die Frage zu lange im Raum schwebt. Wie erkläre ich ein Barcamp? Es ist eine Un-Konferenz. Worüber gesprochen wird und wer spricht, wird nicht im kleinen Kämmerlein entschieden. Stattdessen geben die Mitarbeiter alles vor. Wer etwas zu sagen hat, schreibt sich ein. Wer zuhören möchte, kommt dazu. Fest stehen nur die Zeiten und die Räume.

Das Prinzip hat sich in den zehn Jahren nicht verändert. Nur die Dimensionen sind anders. Beim ersten Barcamp reichten noch zwei Räume, ein paar mitgebrachte Snacks und viel Leidenschaft nach dem Feierabend. Heute nehmen hunderte Mitarbeiter teil, in über einem Dutzend Räume und gleichzeitigen Veranstaltungen.

Telekom Barcamp

Schwere Entscheidung. Das Grid zeigt die Masse an Themen auf einem Barcamp.

Das Grid fordert die Kollegen heraus.

Das sogenannte Grid ist die Landkarte. Sie navigiert einen nicht nur durch die große Vielfalt der Vorträge. Sie fordert die Kollegen auch heraus. Denn die Auswahl an Themen zwingt einen dazu sich zu entscheiden. Nicht selten höre ich den Satz: "Ich hätte gerne viel mehr gesehen."

Das Grid ist aber viel mehr als nur ein Programm. Es ist ein Ausdruck dafür, was in einem großen Unternehmen wie der Telekom an Wissen schlummert. Auf einem Barcamp will dieses Wissen raus und weitergegeben werden. Dabei geht es nicht um Selbstdarstellung. Es geht darum Mitstreiter zu gewinnen, Kollegen zu inspirieren und ja, selbst etwas zu lernen. 

Barcamps verändern die Perspektive auf den eigenen Arbeitsplatz.

Bei unseren Barcamps passiert allerdings noch mehr. Und das lässt sich nur begrenzt mit Worten beschreiben. Ich versuche es trotzdem. Ein Barcamp zu besuchen, verändert die Perspektive auf den eigenen Arbeitsplatz. Dieser befindet sich in einem Konzern. Und Konzerne gelten als träge Tanker. Auf einem Barcamp verschwindet dieser Eindruck. Statt eines Tankers, siehst du eine lebendige Großstadt. Voller Vielfalt und Tatendrang.

Wer auf einem Barcamp war, der geht meistens mit neuem Elan zurück zum Job. 'Es verändert sich was.' Mit diesem Eindruck beende ich jedes Mal das Barcamp. Und das war auch die Idee vor zehn Jahren. Anpacken, um was zu verändern. Aber was eigentlich?

Telekom Barcamp

Ein Foto aus alten Tagen. Schon damals: Es muss nicht immer Powerpoint sein.

Wir wollten Wikis verstehen, lernten aber was ganz Anderes.

Die Welt sprach damals noch von Web 2.0. Die Vorteile von digitaler Kommunikation zeigten sich in Großprojekten wie Wikipedia. Nur in den Unternehmen, kam davon nichts an. Mehrere Dutzend Kollegen in der Telekom, die das Glück hatten durch Zufälle zusammen zu kommen, sahen das auch so. Ich sage "Zufälle", weil wir nicht aus einer Abteilung, nicht mal aus einer Gesellschaft kamen. Uns verband einfach ein Thema. Und zu diesem Thema gab es viele Fragen und wenig Antworten.

Noch heute existiert das erste Grid. Es entstand in einem Wiki. Das war eines dieser Werkzeuge, die wir nutzen und verstehen wollten. Schnell stellte sich heraus. Es geht gar nicht um die digitalen Werkzeuge. Vielmehr geht es um die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten wollen, wie wir Wissen in dieser Großstadt namens Telekom organisieren wollen und wie wir schneller die Perspektive unserer Kunden einnehmen können.

Telekom Barcamp

Viel Bewegung, wenn die Kollegen von einer Session zur anderen gehen.

Die notwendige Kultur ist schon längst da. Sie muss nur bestärkt werden.

In Management-Büchern ist die wichtigste Nachbarin der Digitalen Transformation, die Kulturveränderung. Das ist ein großes Wort. Und es wird von großen Planern, gerne als Instrument missverstanden. Weil etwas nicht mehr funktioniert, muss die Organisation von A nach B bewegt werden. Das Barcamp hat mich dagegen gelehrt, dass die notwendige Kultur schon längst da ist. Sie muss nicht verändert werden, sondern nur bestärkt. 

Was so einfach klingt, ist natürlich nicht einfach. Das Barcamp lehrt uns auch, dass sich nicht alle gleichzeitig in die gleiche Richtung bewegen. Es gleicht viel mehr einem Gewusel. Anders ausgedrückt: Eine Organisation wird ständig herausgefordert durch neue Regeln und Prinzipien, während die alten noch existieren. Der Hashtag #tbar ist so ein Beispiel. Beim 3. Barcamp hat ein Kollege einfach angefangen über die Vorträge zu berichten; über Twitter. Eine interne Veranstaltung, die nach außen dringt. 'Das muss gestoppt werden!' Wurde es aber nicht.

Ein kleiner Hashtag, ganz groß.

Jetzt dokumentiert der Hashtag #tbar nicht nur den Willen zur Veränderung. Er zeigt auch eine neue Offenheit. Da twittert kein Konzern, sondern Menschen, die Grenzen einreißen. Manchmal sind es kleine Dinge, wie das Weglassen der Krawatte nach den ersten Barcamps. Manchmal große, wie das zweite internationale Barcamp als Mitarbeiter aus 24 Ländern zusammenkamen. Mittlerweile ist es nicht nur ein Telekom Barcamp. Wir laden Kollegen aus anderen Unternehmen ein, um auch ihre Perspektiven kennenzulernen.

Wer auf einem Barcamp war, erlebt die Telekom neu. Allein durch die Begegnung. Der Businesscase dafür ist schwer zu errechnen, ich weiß. Aber das Barcamp zeigt, eine Veränderung muss nicht befohlen werden. Sie muss nur einen Raum bekommen.

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