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Andreas Middel

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Warum wir bauen, wie wir bauen

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Die Debatte über den Breitbandausbau in Deutschland geht nach der 5G-Auktion unvermindert weiter. Mal sind wir Internet-Entwicklungsland, mal auf dem Weg zum Leitmarkt in Europa. Involviert in die Diskussion ist immer auch die Telekom.

Mal verzögern wir den Ausbau, mal machen wir Unternehmen zu viel Wettbewerb. Mal werden wir kritisiert, dass wir Glasfaser ausbauen, mal, dass wir kein Glasfaser-Netz bauen. Wie ist es um den Breitbandausbau wirklich bestellt? Hier die Fakten aus unserer Sicht.

Nahbereichsausbau

Der Nahbereichsausbau im ländlichen Raum läuft erfolgreich.

Kein anderes Unternehmen investiert so viel in die Digitalisierung in Deutschland wie die Telekom: Mehr als fünf Milliarden Euro investieren wir pro Jahr hier. Dazu gehören Mobilfunkstandorte, Glasfaserleitungen, Netzmodernisierung und nicht zuletzt 5G-Ausrüstung.

Mobilfunk

LTE

Wir wollen bis Ende 2020 rund 99 Prozent der Bevölkerung mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s versorgen. Wir schließen damit zu den am besten versorgten Ländern wie Norwegen und der Schweiz auf. Und wir erfüllen die Versorgungsauflagen für LTE. Bis 2025 wollen wir 90 Prozent der Fläche in Deutschland mit mobilem Breitband versorgen - und zwar mit 5G. Mit LTE werden wir diese Marke schon 2021 erreichen.

Auch im Mobilfunk setzen wir auf Kooperationen. So werden wir tausende Basisstationen von Telefónica mit unserem Glasfasernetz verbinden. Wir bieten unseren Wettbewerbern auch an, ihre Technik an unseren Masten im ländlichen Raum anzubringen. Diese Art des Infrastruktur-Sharings halten wir für den besten Weg, um die mobile Breitbandversorgung in Deutschland ständig zu verbessern. Wir sind offen für Kooperationen, soweit sie fair sind. Es ist ein Unterschied, ob wir über Kapazität in der Stadt oder auf dem Land reden - da kostet die Anbindung deutlich mehr. Wer sein Netz in der Stadt ausbaut und auf dem Land die Infrastruktur zu günstigen Preisen und möglichst unter den hohen Kosten mieten möchte, lässt sich von den anderen subventionieren.

Noch ein Wort zum Zustand des deutschen Mobilfunk-Netzes: Es gibt nicht das EINE deutsche Mobilfunknetz, sondern drei verschiedene, vielleicht bald auch ein viertes. Und das Netz der Telekom schneidet in allen Vergleichen mit Abstand am besten ab. Deswegen mögen wir keine Durchschnittswerte in Studien.

5G

Wir haben für knapp 2,2 Mrd. Euro die Frequenzen ersteigert, DIE WIR WOLLTEN, um die Digitalisierung Deutschlands voranzutreiben. Schon jetzt haben wir einen Großteil unserer Antennenstandorte an das Glasfasernetz angeschlossen. Sie sind damit 5G-ready. Darüber hinaus haben wir in Berlin und Darmstadt bereits 5G-Testfelder installiert, die erste 5G-Erfahrungen sammeln.

Campus-Netze

Derzeit sprechen wir mit vielen Geschäftskunden über das Thema Campus Netze - das Interesse der Industrie ist groß. Hierzu werden wir in Kürze entsprechende Angebotsvarianten für Campus Netze anbieten und maßgeschneiderte Lösungen für die Industrie zur Verfügung stellen. Mit Osram haben wir bereits vor längerem ein solches Campus-Netz installiert.

Weiße Flecken

Die Telekom will die Anzahl der Antennen von heute knapp 30.000 auf rund 36.000 bis Ende 2021 erhöhen. Allein in diesem Jahr wollen wir 1.800 neue Antennenstandorte errichten, die Hälfte davon im ländlichen Raum, und damit Funklöcher schließen. Der Kampf gegen Funklöcher kann aber nur im Schulterschluss von Netzbetreibern, Behörden Bund, Ländern und Kommunen gelingen.

Leider dauern die Genehmigungsverfahren für die Standorte viel zu lange - in der Regel zwei Jahre, oft auch deutlich länger. Und immer häufiger erhalten wir keine Standort-Genehmigungen. Derzeit haben wir Probleme an etwa 700 Standorten wegen Denkmalschutz, Naturschutz oder Brandschutz. Wir brauchen eine stärkere Akzeptanz und mehr Unterstützung durch die Politik. 

Strahlung

Man muss die Bedenken der Menschen ernst nehmen. Wir haben bei der 4G-Einführung viel Aufklärung betrieben, das werden wir auch künftig tun. Es gibt keinen Mobilfunk ohne Masten. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat sich mit dieser Frage intensiv beschäftigt und erklärt, dass es nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht von negativen gesundheitlichen Auswirkungen ausgeht.

Wir als Telekom sind davon überzeugt, dass bei Einhaltung der geltenden Sicherheitsstandards und Grenzwerte eine sichere Nutzung des Mobilfunks gewährleistet ist.

Konkret können sich die Verbraucher hier informieren. Dort erhalten Interessierte auch weitere Angebote und Interaktionsmöglichkeiten. 

Festnetz

Vectoring

Wir haben inzwischen rund 30 Millionen Haushalte über unsere Glasfaserleitungen hin zu den grauen Verteilerkästen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s versorgt. Mehr als 20 Millionen surfen sogar mit bis zu 250 Mbit/s. Das hat keiner unserer Konkurrenten geschafft. Nur dank dieses Ausbaus schafft es Deutschland, dass ein Großteil der Haushalte auch in ländlichen Gebieten schnell ins Netz kommen.

Glasfaser

Mit mehr als 500.000 Kilometern unterhält die Telekom das größte Glasfasernetz in Europa, und Jahr für Jahr kommen 40.000 bis 60.000 Kilometer dazu. Hätten wir bei der Haushaltsversorgung statt auf Vectoring auf Glasfaserausbau bis in die Häuser (FTTH) gesetzt, wären aktuell vielleicht 20 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet versorgt, und nicht so wie heute mehr als 80 Prozent. Mit Vectoring haben wir dafür gesorgt, dass Glasfaser jetzt in den grauen Verteilerkästen (FTTC) liegt und damit direkt an der Straße. Im nächsten Schritt wollen wir den FTTH-Ausbau steigern. Von 2021 an sollen jedes Jahr zwei Millionen Haushalte Glasfaser erhalten. Schon heute zählt die Telekom 1,1 Millionen Glasfaseranschlüsse. Zur Wahrheit über die Glasfaser gehört aber auch, dass nur ein Teil der Glasfaser-Kunden die schnellen Tarife auch tatsächlich bucht.

Kooperationen

Kein Unternehmen kann den Glasfaserausbau alleine stemmen. Darum arbeiten wir mit vielen Unternehmen beim Netzausbau zusammen, etwa im Saarland, in Thüringen oder Bayern. Zu den größten Glasfaser-Kooperation zählt unser geplantes Gemeinschaftsunternehmen mit EWE für den Nordwesten Deutschlands. Zwei Milliarden Euro werden investiert, rund 1,5 Millionen Haushalte wollen wir gemeinsam mit EWE versorgen. Und dieses Netz ist offen für Dritte, sie können sich einmieten - zu frei verhandelten und nicht vorher festgesetzten Preisen. Kooperation wird auch in der Region Stuttgart groß geschrieben. Dort investieren wir mit einer Reihe von regionalen Unternehmen, um bis 2030 rund 90 Prozent aller Haushalte mit Glasfaser zu versorgen. 

Fazit

Insgesamt brauchen nicht nur wir, sondern die gesamte Branche investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Das sind:

  • Schnellere und einfachere Genehmigungsprozesse für Antennen und Glasfaser
  • Lösungen für Standortfragen - Bereitstellung von Grundstücken und Gebäuden der öffentlichen Hand
  • Verzicht auf Pflicht-Roaming - ob national oder lokal
  • Faire Kostenverteilung aller Betreiber - Verhandlungslösungen statt Regulierung
  • Glasfaser nicht so regulieren wie das Kupferkabel 
  • Effektives und fokussiertes Förderprogramm
  • Baurecht ändern und 5G-Ausbau erleichtern 
Breitbandausbau

Netze

Die Telekom investiert jedes Jahr mehrere Milliarden Euro in den Netzausbau.

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