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Andreas Kadelke

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Für mehr Freiheit und mehr Breitband – Internet aus dem All

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Wir sind ja schon hoch hinaus gekommen mit unserer Talkreihe, nämlich auf den Berliner Fernsehturm. Aber so hoch wie dieses Mal hat es der Netzgeschichten TALK noch nie geschafft. Wir waren im All. Thematisch jedenfalls. „Internet aus dem All – Höhenflug oder Revolution?“ haben wir gefragt. Und Gesprächspartner gefunden, die technisch versiert, aber doch sehr verständlich erklärt haben, was da oben so los ist: den Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek MdB (CDU), Sandro Scalise, Abteilungsleiter Institut für Kommunikation & Navigation, Deutsches Zentrum für Luft-  und Raumfahrt (DLR), und Bruno Jacobfeuerborn, Chef der DFMG Deutsche Funkturm.

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Elon Musks Satellitenprojekt Starlink, Googles Loon oder auch die Telekom mit ihrem Vorhaben, Internet aus Flugzeugen in der Stratosphäre bereitzustellen, sind derzeit in aller Munde. Doch Kommunikation auf dem Umweg übers All gibt es schon länger, wie Sandro Scalise in einer kurzen technischen Einführung erläuterte. Dabei gebe es im Wesentlichen zwei Verbindungswege. Entweder die direkte Verbindung des Telefons mit dem Satelliten. Oder die Verbindung des Telefons mit einer Basisstation auf der Erde, die dann wiederum die Verbindung zum Satelliten aufbaue. Doch seit den Anfängen dieser Satellitenkommunikation sei der Bedarf an Bandbreite enorm gestiegen.

Diese Einschätzung bestätigte Bruno Jacobfeuerborn. „Die Breitbandigkeit von heute ist die Schmalbandigkeit von morgen“, sagte der DFMG-Chef. Die Telekom-Tochter DFMG will mit Partnern Internetverbindungen aus der Stratosphäre (14 bis 20 Kilometer Höhe) bereitstellen. Die Kunden sollen laut Jacobfeuerborn keinen Unterschied in ihrer Verbindung merken. Und die Latenzen, also die Reaktionszeiten, seien deutlich geringer als bei einer Satellitenverbindung. Das sei vor allem für künftige Anwendungen wie autonomes Fahren von Bedeutung. Internetverbindungen aus der Stratosphäre seien geeignet, schwer zugängliche oder dünn besiedelte Gegenden zu Versorgen.

Für Thomas Jarzombek ist Starlink eine spannende Entwicklung. Zum einen bringe es weltumspannend die Möglichkeit einer breitbandigen Internetversorgung. Zum anderen biete es die Chance, Ländern ohne freies Internet den Anschluss ans freie Netz zu ermöglichen. Jarzombek plädierte dafür, dieses Feld nicht allein den Amerikanern zu überlassen. Er warb für ein europäisches Satelliten-Projekt, wie es EU-Kommissar Thierry Breton vorgeschlagen habe. Glasfaser und Mobilfunk alleine reichen laut Jarzombek auch in Deutschland nicht aus, um alle und jeden ans breitbandige Netz bringen. 

Internet aus dem All oder aus der Stratosphäre ist nach Ansicht Bruno Jacobfeuerborns eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Technologien. Glasfaser und Mobilfunk seien auch in Zukunft unverzichtbar. Aber es gebe eben Gegenden, wo die Verbindung von weiter oben, die Lösung sei.

Talk übers All: Moderatorin Dörthe Eickelberg mit (v.o.) Sandro Scalise, Bruno Jacobfeuerborn und Thomas Jarzombek.

Talk übers All: Moderatorin Dörthe Eickelberg mit (v.o.) Sandro Scalise, Bruno Jacobfeuerborn und Thomas Jarzombek.

Sandro Scalise sieht Satellitenverbindungen auf verschiedenen Feldern als sinnvolle Ergänzung. Zum einen seien Satelliten auch beim neuen Mobilfunkstandard 5G hilfreich. Zum anderen biete Satelliten-Kommunikation etwa für das Internet der Dinge gute Anbindungsmöglichkeiten. Denn Milliarden von Geräten und Sensoren, die dereinst im Netz sein werden, benötigen keine breitbandige Anbindung. Für die Zukunft sieht Scalise keine komplett neuen Ansätze in der satellitengestützten Kommunikation. Aber technische Entwicklungen wie beispielsweise Laserkommunikation werden laut Scalise höhere Datenraten ermöglichen.

Die ganze Diskussion, hier nur in Ausschnitten wiedergegeben, könnt ihr euch noch einmal auf YouTube anschauen. In den Netzgeschichten werden unsere Experten auch zu Wort kommen. Und als Podcast stellen wir diesen interessanten Talk auch zur Verfügung.

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Adrian Sanchez

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