Konzern

Wie packen Unternehmen die Digitalisierung an?

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Gastbeitrag von Peter Klingenburg

Die digitale Transformation ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit – das ist mittlerweile klar. Denn nur, wenn Unternehmen anfangen digital zu denken und ihre Geschäftsmodelle kontinuierlich auf den Prüfstand stellen, können sie am Markt bestehen. Aber wie gehen einzelne Unternehmen die Digitalisierung eigentlich an? Gibt es Unterschiede zwischen Mittelstand und Großunternehmen? Und welche rechtlichen Hürden gilt es zu meistern? Zu diesem Thema hat die T-Systems Multimedia Solutions den Digital Transformation Live Talk in München initiiert – mit spannenden Ergebnissen.

Grafik: ein Gesicht kommt aus einem Pixelschleier in schwarz weiß

Nur wenn Unternehmen anfangen digital zu denken und ihre Geschäftsmodelle kontinuierlich auf den Prüfstand stellen, können sie am Markt bestehen.


PAC-Analyst Andreas Zilch ist sich sicher, dass die Digitalisierung unsere berufliche und private Welt weiter radikal verändern wird. Es liegt jedoch an uns, in welche Richtung. Wohin gehen also Großkonzerne und Mittelstand? Gerade Konzerne gelten als nicht sehr agil und flexibel. Dennoch haben sie im digitalen Zeitalter keine Alternative dazu, Innovationen schnell einzuführen und voranzutreiben. Dabei muss das Rad nicht unbedingt von jedem neu erfunden werden. Manchmal reicht es, ein wenig daran zu drehen. Eine mögliche Lösung könnte sein, Start-ups in Form von Accelatoren-Programmen in das Unternehmen zu integrieren – wie es beispielsweise E.On und die Deutsche Bahn tun. Auch kleine Pilotprojekte und Landschaften, in denen Mitarbeiter sich einfach mal ausprobieren, tragen dazu bei, Innovationen abseits bewährter Prozesse zu erproben. Eine offene Unternehmens- und Fehlerkultur ist also nicht nur etwas für Start-ups, wie Laurence Johnston Peter, ein amerikanischer Managementberater, es einmal treffend formulierte: "Fehler vermeidet man, indem man Erfahrung sammelt. Erfahrung sammelt man, indem man Fehler macht" – Mit einer Einschränkung: Jeder kann einmal irren, vermeidbare Fehler sollten jedoch auch weiterhin vermieden werden.

Praxis aus dem Mittelstand

Wie macht es nun der Mittelstand? Die Hettich Holding, Hersteller von Möbelbeschlägen, geht das Ganze sehr pragmatisch an. Und kann sich mit den Digitalisierungsmaßnahmen sehen lassen: Maschinen melden sich nicht nur eigenständig, wenn sie gewartet werden müssen, sie rufen zusätzlich den zuständigen Techniker. Neue Lösungen ausprobieren und gemeinsam darüber reden ist hier die Devise. Neben den digitalen Neuheiten hat das mittelständische Unternehmen einen Lenkungsausschuss gebildet, der sich regelmäßig zum Thema austauscht. Selbstverständlich mit Unterstützung des Geschäftsführers Andreas Hettich persönlich. Und das ist auch ein Schlüssel zum Erfolg: Denn ob Großkonzern oder Mittelstand – ohne Unterstützung des Topmanagements wird ein digitaler Wandel schwierig.

Wichtig ist also, Platz für ganz neue Ideen zu schaffen und die Mitarbeiter auf dem Weg in die digitale Transformation nicht nur mitzunehmen, sondern auch aktiv daran teilhaben zu lassen. Denn nur auf diese Weise entsteht die so wichtige offene Kultur des Austauschs, ohne die eine Transformation nicht möglich ist.

Wem gehören die Daten im Internet of Things?

Das Thema Digitalisierung sollte aber auch aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet werden: Wie sieht es mit den juristischen Hürden aus? Rechtsanwälte, stehen vor zwei Herausforderungen. Zum einen müssen sie selbst den Markt im Blick behalten und schauen, wie Geschäftsvorgänge und Verträge im digitalen Zeitalter aussehen können. Auf der anderen Seite ist die Rechtsprechung in Sachen IoT alles andere als klar definiert ist. Detleff Klett, Jurist und Spezialist für IT-Recht und Datenschutz, stellt sich da einige Fragen: Was passiert eigentlich, wenn Maschine und Maschine miteinander sprechen? Wenn sie Daten austauschen und generieren? Wem gehören dann die Daten? Und können Maschinen Verträge schließen? Wer haftet dafür? Die Prognose ist, dass Deutschland durch die Digitalisierung auch juristisch sehr viel internationaler werden wird. Denn wenn ein Fahrstuhl von Deutschland aus in China gewartet wird, wird ein internationaler Vertrag geschlossen.

Fazit der Podiumsteilnehmer: Es gibt also noch viel zu klären. In einem Punkt waren sich Analysten, Unternehmensvertreter und Rechtsanwälte jedoch einig: das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Digitalisierung in den Unternehmen steigt. Es gibt hierfür keinen standardisierten Leitfaden, der sich auf jedes Unternehmen anwenden lässt – diese Aufgabe muss ganz individuell gemeistert werden. Und das jedes Mal aufs Neue: Denn die digitale Transformation hat die Welt nicht nur revolutioniert. Es handelt sich vielmehr um einen evolutionären Prozess, der vermutlich nie ganz abgeschlossen sein wird.

Auf dem Podium des "Digital Transformation Live Talk" trafen sich am 15. Juni 2016 in München Carsten Klingels (E.ON), Hanno Harland (Deutsche Bahn), Norbert Günther (Hettich Holding) sowie der führende Analyst im Bereich Industrie 4.0 Andreas Zilch (PAC) und Jurist Detleff Klett (Taylor Wessing), Spezialist in IT-Recht und Datenschutz.

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